Romantische Klänge prägen den Liederabend im Rittersaal

Von: Marie-Luise Otten
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Lavinia Dames (Sopran) und Pat
Lavinia Dames (Sopran) und Patricia Buzari (Klavier) konnten das Publikum bei ihrem Liederabend im Rittersaal der Burg Stolberg uneingeschränkt überzeugen. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Große Bewunderung gab es für Lavinia Dames (Sopran) und Patricia Buzari (Klavier) bei ihrem Liederabend im Rittersaal der Burg Stolberg. Musikalisch und technisch überzeugend interpretierten sie romantische Werke, die den Hörer in Staunen versetzte.

Wichtigster Vertreter war Robert Schumann, der die wahren Erlebnisse in der Fantasie, im Traum und in der Natur suchte. Er hatte eine Vorliebe für das Dunkle, die Nacht, das Dämonische und für das Leidenschaftliche und war geprägt von einer immer währenden und unstillbaren Sehnsucht nach dem Unendlichen.

Die hochbegabte Lavinia Dames eröffnete den Abend mit Schumanns Liederzyklus „Frauenliebe und -leben”. Diese acht Lieder nach Gedichten von Adalbert von Chamisso zeichnen den Lebensweg einer treuen und hingebungsvollen Frau vom Liebesrausch über Hochzeit und Mutterglück bis zum Tod des Ehemannes. Mit natürlichem Charme, gut geführter, tragfähiger Stimme und erstklassiger Textverständlichkeit wusste die Sängerin das Publikum für sich einzunehmen.

Die Höhe gelang ihr mühelos, und auch in der angenehm timbrierten Mittellage entfaltete sie detailfreudigen Klang. Am Flügel begleitete sie Patricia Buzari feinsinnig in Betonung und Formgebung. Überhaupt war Klangschönheit und Verinnerlichung den beiden wichtig. Spielerisch leicht verschmolzen Stimme und Klavier dialogisch zu einer Einheit.

Pure Leidenschaft gab es mit den Liedern der Suleika aus Goethes „Westöstlichem Divan”, das Felix Mendelssohn-Bartholdy vertonte. Aus dem italienischen Liederbuch von Hugo Wolf erklangen „Auch kleine Dinge können uns entzücken” und „Ich hab in Penna einen Liebsten wohnen”. Hinreißend stimmungsvoll waren „Verschwiegene Liebe” nach Eichendorff und das „Elfenlied” nach Mörike.

Patricia Buzari zeigte bei ihren Klaviersoli große Klasse und entlockte dem Instrument brillante Klänge. Die Fantasiestücke op. 12 von Schumann gehen auf die Erzählungen E.T.A. Hoffmanns zurück. Ein schwebendes, von schwankendem Rhythmus getragenes Prélude ist „des Abends” überschrieben, in der es um sanfte Verklärung und ruhiges Ausatmen geht. Der „Aufschwung” trägt die Kennzeichen eines optimistischen, jugendlichen Lebensgefühls. Höhepunkt der Sammlung der Fantasiestücke ist „In der Nacht”, eine größer angelegte Fantasie. Das „Ende vom Lied” spricht von den Freuden und Schmerzen irdischen Lebens.

Den „Faschingsschwank aus Wien” op. 26 hatte der eigenwillige, revolutionär, zwischen Schriftstellerei und Musik schwankende Schumann Simonin von Sire gewidmet. Er bildete den Abschluss der frühen Klavierwerke, wie Peter Verhees vom Musiksommer sachkundig moderierte. Die in Stolberg geborene Pianistin gestaltete die fünf Sätze ganz im Sinne des romantischen Meisters. Der dritte Satz, das Scherzino, ließ auch das Publikum an einen festlichen karnevalistischen Aufzug denken, während Patricia Buzari das höchst lebhafte Finale in atemloser, sich im Tempo immer weiter steigender Manier spielte.

Lang anhaltender Schlussapplaus war der Dank für diesen hochkarätigen Musikabend, für den sich die beiden Protagonisten wiederum mit zwei Zugaben bedankten. „War das ein glänzender Abend”, sagte eine Besucherin, als sie den Saal verließ, und sprach damit wohl allen Besuchern aus der Seele.
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