Römerzeit lebt im Museum auf

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So wird sich zu römischen zei
So wird sich zu römischen Zeiten die Villa Rustica präsentiert haben, die nahe dem Probsteier Wald ausgegraben wurde. Foto: Museum

Stolberg. Den Römern aus dem Gallo-römischer Tempelbezirk Varnenum fiel es leicht, die keltischen Gottheiten nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu verehren.

Eine Kult- und Weihestätte lagen zwischen Kornelimünster und Breinig, die zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert entstand und als Fortführung keltischer Traditionen zu verstehen ist. Verehrt wurden dort zwei ursprünglich keltische Gottheiten: Dea Sunuxal und Deus Varneno, der namengebend für die Gesamtanlage war.

Spannende Details von Varnenum präsentiert erstmals an diesem Samstag das Museum in der Torburg in einer neuen Abteilung im Rahmen der 8. Stolberger Museumsnacht ab 19 Uhr. Varnenum ist nur ein Beispiel dafür, dass trotz römischer Kulturdominanz eine regional gegliederte Kulturvielfalt erhalten blieb.

Hinweise auf den Charakter der frühgeschichtlichen Anlage ergaben sich aus Grabungen, die zwischen 1907 und 1924 durchgeführt wurden. Messungen und Phosphatanalysen von Bodenproben lassen auf einen mindestens 150.000 m2 großen Siedlungsbereich schließen. Stark siedlungsfördernd waren Blei- Zinkerzlagerstätten im Bereich Breinigerberg, Mausbach, Gressenich.

Dort entstanden dorfartige Ansiedlungen (vici), die u.a. von Berg- und Hüttenleuten bewohnt wurden. Eine im gallisch-germanischen Raum weit verbreitete Siedlungsform war die Einzelhofanlage (ländlicher Gutshof - villa rustica).

Im Stolberger Raum zählt hierzu die sogenannte „Atscher Römervilla”, die in der Nähe des Stolberger Bahnhofs ausgegraben wurde. Die Atscher Villa lag unweit der Inde-Aue im unteren Bereich des Anstiegs zum heutigen Probsteier Wald. Auch sie wird in der neuen Museumspräsentation genau vorgestellt.

An der Tagesoberfläche anstehende Flöze erlaubten einen einfachen Abbau von Steinkohle. Ein Forstbeamter entdeckt 1876 im Probsteier Wald einen behauenen Sandstein, der von Sachverständigen als Relikt aus römischer Zeit erkannt wurde. Nach einer Ortsbesichtigung kam der Aachener Museumsdirektor Fritz Berndt zu dem Schluss, dass Reste von Ziegeln, Mauerwerk und Gebrauchskeramik auf ein größeres, im Boden befindliches Bauwerk hindeuten könnten.

In den Jahren 1880/81 wurde die Gesamtanlage freigelegt sowie der ehemalige Grundriss (ca. 38 x 20 m) dokumentiert. Das Gelände geriet nach 1920 in Vergessenheit. Ein Projekt im Rahmen des Lateinunterrichts der Viktoria-Schule Aachen reaktivierte 2002 die historische Stätte. Mit Hilfe des Museums Zinkhütter Hof und des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege legten die Schüler die Heissluft-Zentralheizung sowie die Treppe zum Haupteingang frei.

Römische Messingherstellung erfolgte im Gebiet Breinig-Gressenich. Vorrömischer Bergbau von Eisen und Blei ereignete sich in Zink- Blei- Eisen- Erzlagerstätten. Der Abbau war relativ einfach, durch oberflächennahe Lagerung. Galmei war idealer Zinkträger zur Herstellung von Messing. Römisches Messing erfreute sich zur Zeit der Römer einer hohen Wertschätzung.

Hauptsächlich aus Transportgründen war die Messingproduktion an Galmeilagerstätten gebunden. Die einstige Bedeutung der römischen Metallprovinz spiegelt sich offenbar in uralten Überlieferungen wider, insbesondere in dem Sagenkreis um die Stadt Gression. Auch dies wird im Torburg-Museum dokumentiert, in dem Friedrich Holtz an dem Abend die Sagen aufleben lässt.

Die neue Ausstellung „Stolberg in römischer Zeit” wird am Samstag, 5. November, ab 19 Uhr im Rahmen der Stolberger Museumsnacht präseniert. Passend zum Thema der neuen Ausstellung erzählt Fritz Holtz von römischen Messing, Penaten, Bergleuten und der untergegangenen Sagenstadt Gression.
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