„Rockin‘ my life“: Zuschauer im Zinkhütter Hof begeistert

Von: mlo
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Martin Wagner (Akkordeon), Hanns Höhn (Bassgitarre), Konrad Beikircher (Sänger, Erzähler, Gitarre und Mundharmonika) und Matthias Raue (Mandoline, Geige, Gitarre). Foto: M.-L. Otten

Stolberg. „Una Festa Sui Prati“, der Erfolgssong von Adriano Celentano aus dem Jahre 1967 in der Version von Konrad Beikircher als Zugabe am Ende seiner interessanten Musikshow „Rockin’ my life“ im Museum Zinkhütter Hof weckt Erinnerungen an vergangene schöne Zeiten.

Die Zuhörer aus Nah und Fern rocken gleich mit ab und lassen sich gerne von dem sympathischen Kabarettisten, Komponisten und Musiker mit der guten Laune anstecken, bietet er doch einen Querschnitt seines leidenschaftlichen Inneren in musikalischen Bildern.

Fetzige Rockmusik

Eigene Vertonungen nach Gedichten von H. C. Artmann in Wiener Mundart gehören ebenso zum Programm wie Blues, Balladen und fetzige Rockmusik bekannter Sänger, und das gleich in mehreren Sprachen. Das „innere Feuer“ des Multitalents ist noch nicht erloschen, wie seine Fans bald feststellen können, sondern zeigt viele Facetten seines Lebens. Beikircher wirkt authentisch, verbreitet Frohsinn, Heiterkeit und Kultur und lässt doch manchmal auch seinen Hang nach Sentimentalität und Melancholie erkennen.

Großen Anteil an diesem persönlichen Konzertabend haben Beikirchers Frankfurter Freunde Matthias Raue (Mandoline, Geige, Gitarre), Martin Wagner (Akkordeon) und Hanns Höhn (Bassgitarre), ein eingespieltes Team, das seit den neunziger Jahren mit dem Kabarettisten zusammen auftritt und mit dazu beiträgt, dass der Abend zu einem musikalischen Leckerbissen wird.

Beikircher hat an diesem Abend viel zu erzählen: Das Abenteuer beginnt in seinem Geburtsort in Südtirol, wo man ihn in frühen Jahren schon überall gekannt hat. Er sei ein kleiner, wenn auch versteckter Rebell gewesen und habe für Adriano Celentano, dem Held seiner Pubertätszeit, geschwärmt.

Seine elternlose Zeit hat er in einem Schülerwohnheim in Bozen verbracht, wo er und die anderen zehn- bis achtzehnjährigen Knaben in den sehnsuchtsvollen Nächten über das Universum philosophiert haben. Während seiner Zeit am Konservatorium besuchte er nicht nur viele Konzerte, sondern entdeckte auch das geheime Leben der Stadt.

Früh verliebt

Verliebt sei er schon als Vierjähriger in ein gleichaltriges Mädchen aus dem Kindergarten gewesen, später war es die Volksschullehrerin, dann die Köchin seiner Tante. Weitere Stationen, an die er sich gerne erinnert, ist die Ferienzeit, als die Sommerfrischler aus Deutschland mit ihren Töchtern „Heidi“ und „Elke“ den Kalterer See besuchten und er als Troubador mit seinen älteren Freunden unterwegs war.

Und er verschweigt in seinem Rückblick nicht, dass es auch weniger Schönes gab, wie die „enttäuschte Liebe mit Regina“, die Zeit als alleinerziehender Vater oder als er 1986 mit der Realität haderte, ob der sichere Job als Diplom-Psychologe im Staatsdienst noch das Richtige für ihn sei. Letztendlich hat er seinen Dienstausweis abgegeben und ist seitdem freiberuflich tätig. Die Sehnsucht habe ihn weiter angetrieben, einmal so zu leben wie „Pulcinella“, die Figur der Commedia dell Arte, die alle Freiheiten der Welt genießt.

Mit dem Lied „Bartali“ hat Paolo Conte aus Piemont Musikgeschichte geschrieben. Es erinnert an den erfolgreichsten und populärsten Radrennfahrer Italiens, der mehrfach den Giro d’Italia gewann. Und auch das Quartett weiß mit diesem Song in Stolberg zu punkten. Auf der Zielgeraden angekommen, erklärt Beikircher, dass er nicht anonym im Krankenhaus sterben, sondern „daheim sein möchte, wenn es soweit ist“. Wehmut kommt auf, als er die Ballade „I wish I was 18 again“ von George Burns intoniert.

Doch dann greift er zur Mundharmonika und schlägt im Verbund mit seinen Freunden fetzige und rockige Töne an, so dass die Fangemeinde im Rhythmus mit klatscht und frenetisch applaudiert. „Wolle“ Wollesky hat derweil an der Technik für einen reibungslosen Ablauf gesorgt, so dass die Vorstellung in Stolberg perfekt gelungen ist.

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