Rockballast: Große Begeisterung im Schatten der Burg

Von: Dirk Müller
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Als krachender Eisbrecher eröffnet die Band „Libertas“ die 16. Auflage des Festivals Rockballast mit harter Rockmusik. Foto: Dirk Müller
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Für das furiose Finale mit Party-Charakter sorgt die Band „Just one more“ mit großem Repertoire und viel Können. Foto: Dirk Müller
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„Cai and the Pirinhas“ spielen mitreißenden Rockabilly und interpretieren bekannte Songs mit hohem Spaßfaktor. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Als die bestens aufgelegte Band „Just one more“ den „BAP“-Klassiker „Verdamp lang her“ anstimmt, bleiben die Musiker damit nicht alleine, denn das Rockballast-Publikum singt lauthals mit und begleitet den Song mit rhythmischem Klatschen.

Und es werden Erinnerungen wach – bei den älteren Gästen vielleicht sogar an den „Summer of ‚69“, den die Coverband ebenfalls im Gepäck hat. Noch nicht ganz so „verdamp lang her“ ist die Geburtsstunde des Rockballasts, den Erwin Goerres und Marita Matousek 2001 aus der Taufe gehoben haben.

Belebung der Altstadt

Als Rock-Fete gedacht, sollte das Festival einen Teil zur Belebung der Altstadt beitragen und das kulturelle Portfolio in Stolberg um Konzerte mit Rock-, Pop- und Bluesmusik bereichern. Als Schauplatz für den Rockballast fanden Goerres und Matousek dank der KG Fidele Zunfthäre das Areal ums Burghaus im Schatten des Wahrzeichens der Stadt. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, denn der Rockballast ist längst zu einer festen Institution in der Kupferstädter Kulturlandschaft avanciert. Die Mischung aus dem malerischen Ambiente inmitten der altehrwürdigen Burgmauern und der geschickten Auswahl von qualitativ hochwertigen Bands verschiedener Genres, kulturellem Anspruch und Party-Charakter begeisterte die Musikfreunde jetzt auch bei der 16. Auflage der Veranstaltung.

Als krachender Eisbrecher erwies sich dabei das Quartett „Libertas“. Die 2012 gegründete Band überzeugte mit ihren Eigenkompositionen und ihrem harten, kraftstrotzenden Sound. Stücke wie „Dancing Shadows“ oder „Devil‘s Secret“ kamen gut beim Publikum an, entfesselte Gitarrensoli ebneten den Weg für das weitere Konzert. Doch beim vierten Song, ausgerechnet bei der eher getragenen Rockballade „Nothing can change you“, gab das Fell der Bassdrum den Kräften des Schlagzeugers nach und die Livemusik verstummte. Allerdings nur kurzzeitig, da die Musiker innerhalb einer halben Stunde eine neue Basstrommel organisierten, so dass die Fete weitergehen konnte.

Hardrock und Rockabilly

Auf den Hardrock von „Libertas“ folgte feinster Rockabilly von „Cai and the Pirinhas“. Frisch und zeitlos, voller unbändiger Spielfreude intonierte die Band Genre-Klassiker wie Gene Vincents „Be-bop-a-lula“, „Blue Suede Shoes“ von Carl Perkins und Eddie Cochrans „Twenty Flight Rock“. Mit „Hallelujah I love her so“ huldigten „Cai and the Pirinhas“ dem großen Ray Charles, und mit neueren Rockabilly-Songs der „Stray Cats“ gelang der Band mühelos der Sprung in die Moderne, denn die Musiker interpretierten gekonnt auch für ihr Genre untypische Stücke in bester Rockabilly-Manier.

So klangen „Just can‘t get enough“ von „Depeche Mode“, Billy Idols „Rebel Yell“, George Michaels „Freedom“ oder „Give it away“ der „Red Hot Chili Peppers“ eben nicht nach der Musik der 80er und 90er Jahre, sondern kamen im mitreißenden Stil der späten 50er und frühen 60er Jahre daher. „Cai and the Pirinhas“ brachten konsequent und mit hohem Spaßfaktor den „American Idiot“ von „Green Day“ und die „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis auf einen stimmungsvollen Nenner, und die Band wurde vom Rockballast-Publikum dafür natürlich auch ausgiebig bejubelt.

Beste Voraussetzungen für „Just one more“ das Finale der Rock-Fete im Schatten der Burg in eine große klingende Party münden zu lassen. Die versierte Coverband brachte die Popmusik in die 16. Auflage des Rockballasts, bewies auf der anderen Seite aber auch Vielseitigkeit und schöpfte aus ihrem breit gefächertem Repertoire zudem Soul, Rock, Neue Deutsche Welle und Schlager. Kulthits wie Udo Jürgens‘ „Aber bitte mit Sahne“ und „Skandal im Sperrbezirk“ der unvergessenen „Spider Murphy Gang“ verzückten das feiernde Publikum ebenso wie Gloria-Gaynor-Evergreens, Aretha Franklins „Respect“ oder rockige Klassiker wie „All right now“ von „Free“.

Leidenschaftlich und mit viel Können traf „Just one more“ immer wieder den Geschmack der Zuhörer und spielte sich mit „Get Lucky“ von „Daft Punk“, Amy Winehouses „Valerie“, „I‘m still standing“ von Elton John, „Hold the Line“ von „Toto“ und dem „Long Train running“ der „Doobie Brothers“ quer durch die Jahrzehnte der Pop- und Rockmusik und in die Herzen und vor allem die Tanzbeine der Rockballast-Besucher, die den gelungenen Abend mit hörenswerten Konzerten dreier Bands sichtlich genossen haben.

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