Ritter erobern am Wochenende die Burg

Von: Merve Polat
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Das Schwertmeisterturnier am Samstagnachmittag ist auch in diesem Jahr einer der Höhepunkte beim Ritterlager rund um die Stolberger Burg. Die wagemutigen Teilnehmer des Turniers müssen sich sehr konzentrieren, denn bei den Kämpfen handelt es sich nicht um einstudierte Choreographien. Foto: M. Polat
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Alles, was man über Schwerter und Schilder so wissen muss: Beim Burgritterlager können große und kleine Besucher von den Teilnehmern alles über das Mittelalter lernen. Foto: M. Polat

Stolberg. Wenn Männer in schweren Rüstungen die Schwerter kreuzen und die Burg wilden Kämpfen ausgeliefert ist, ist es wieder soweit: Die Stolberger Burgritter schlagen zusammen mit befreundeten Gruppen ihre Zelte auf dem Faches-Thumesnil-Platz auf und belagern die Burg der Kupferstädter.

Ganz so wild wie im Mittelalter geht es dann doch nicht zu: Bei dem freundschaftlichen Treffen, das dieses Jahr zum 15. Mal stattfindet, kommen Gruppen aus ganz NRW zusammen. Und sogar französische Gäste aus der Stolberger Partnerstadt Faches-Thumesnil haben sich an dem Wochenende von weit her auf den Weg in die Kupferstadt gemacht: „Das sind alles befreundete Gruppen, mit denen wir auch das ganze Jahr über verschiedene Lager veranstalten. Hier geht es familiär zu“, erzählt Ralf Herff von den Stolberger Burgrittern.

Das Mitglied der Interessengemeinschaft Stolberg im Mittelalter zieht sich gerade für den Schwertkampf um; da dürfen Helm sowie Arm- und Beinschoner natürlich nicht fehlen. „Bei den Gewandungen sind die Schnitte der Kleider schon authentisch, aber genäht werden sie mit der Maschine“, erzählt Herff.

Und doch versuche man so authentisch wie möglich den Alltag im Mittelalter darzustellen: In den Lagern der insgesamt sechs Gruppen gab es für die Besucher viel zu entdecken. Klein und groß konnten sich an der Seifenherstellung und der Seilerei ausprobieren und auch Schwerter und Schilder wurden bestaunt.

„Wir haben für solche Tage extra Kinderkettenhemden hergestellt, damit die Kinder diese anprobieren können“, sagt Herff. Das sei für die kleinen Besucher sehr imponierend, da sie durch die Hemden gut zwölf bis 15 Kilogramm schwerer seien.

Wer Magie erleben wollte, der war bei Zauberer Magus Antonius gut aufgehoben, der nicht nur Kinder, sondern auch zahlreiche Eltern in Erstaunen versetzte. „Bettler Ede“ erschreckte vielleicht auf den ersten Blick mit seinem verschmutzten Gewand und dem Buckel einige Gäste, bei näherem Hinsehen erwies er sich jedoch als harmlos und versetzte die Besucher in die Zeit des Mittelalters, indem er ihre Namen in Runen aufschrieb. Für das leibliche Wohl war mit dem Orientalischen Genusstraum auch gesorgt. „Man kann sich aber auch immer gerne zu uns an die Lager setzen und mit uns etwas essen und trinken“, sagt Herff.

Auch Bettina Schmitz vom Freundeskreis „Koufliute von Veußel“ ist an der Burg zu finden. Die Mittelaltergruppe aus Bonn stellt mit ihrem Lager Tuchhändler dar: „Kaufleute sind auch gereist, man muss nicht immer unbedingt ein bewaffneter Ritter sein“, sagt Schmitz. Warum sie sich für so ein Hobby entschieden habe? „Ich hab mich schon als Kind für alles Historische interessiert. Die Gemeinschaft ist einfach toll und man kann so dem Alltagsstress entkommen“, erzählt Schmitz.

Beim Schwertmeisterturnier sieht sie allerdings nicht zu, da noch Brot gebacken werden muss. Hier kämpft Ralf Herff mit seinen Gegnern zwar nicht um Leben und Tod, aber spannend ist das Schwertturnier trotzdem: „Wir führen einen Freikampf vor, das heißt es gibt keine einstudierte Choreographie. Da muss man sich schon ziemlich konzentrieren, um keinen Schlag abzubekommen“, sagt Herff.

Für die Stolberger Burgritter stehen dieses Jahr noch vier weitere Lager an und auch Schulen werden besucht. Dort erklären sie den Schülern die Grundzüge des Schwertkampfes, wirklich gekämpft wird allerdings nicht. Dafür müssen die Kinder dann schon das Burgritterlager besuchen.

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