Richtfest im Seniorenzentrum: 80 neue Arbeitsplätze

Von: Jürgen Lange
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Im Spätsommer soll das neue Breiniger Seniorenzentrum in Betrieb gehen. Jetzt wurde erst einmal das Richtfest gefeiert, bei dem sich viele Interessierte in der Einrichtung umsahen. 33 Wohnungen, 15 Tages- und 73 Vollzeitpflegeplätze entstehen. Foto: J. Lange
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Begrüßt wurden die Interessenten von Itertalklinik-Geschäftsführer Dr. Christoph Kösters. Foto: J. Lange
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Das Demenz-Dorf auf Süssendell kann am 21. Januar besichtigt werden. Es soll bereits zum 1. März in Betrieb gehen. Foto: J. Lange

Stolberg. Obwohl die Stolberger „Halunke“ mit bester karnevalistischer Stimmungsmusik aufwarten, hält es nur die wenigsten Besucher im Foyer der zukünftigen Seniorenresidenz in Breinig. Zu groß ist die Neugierde und das Interesse, wie sich das Wohn- und Pflegeheim knapp zehn Monate nach dem ersten Spatenstich präsentiert.

Und so manch einer der vielen ein Ehre ergrauten Gäste beim Richtfest wird der Frage nachgegangen sein, ob eine der Wohnungen auch für einen selber infrage kommen kann.

Jedenfalls können Beobachter viele anerkennende Bemerkungen vernehmen für das Projekt, das mit einem Aufwand von rund zwölf Millionen Euro auf der früheren Weide zwischen Gut Stockem und dem Breiniger Friedhof deutlich an Aussagekraft gewonnen hat. Und auch auf den Dachterrassen untermalt noch die Musik der „Halunke“ die wunderbaren Ausblicke auf umgebende Münsterländchen.

„Hier entsteht genau das, was wir für Stolberg brauchen“, würdigt Tim Grüttemeier in einem kurzen Grußwort. Der Bürgermeister, die beiden Beigeordneten Robert Voigtsberger und Tobias Röhm sowie zahlreiche Ratsmitglieder würdigen dieses private Engagement in Breinig. Es schafft immerhin gut 80 neue qualifizierte Arbeitsplätze in der Kupferstadt und trägt dazu bei, einen würdevollen Lebensabend für gut 100 Stolberger zu ermöglichen.

Im späten Sommer möchte Dr. Christoph Kösters das Breiniger Ensemble eröffnen und in die komplexe Reihe seiner Itertalklinik Seniorenzentren integrieren. Ihre Angebote vertreten in Walheim, Kornelimünster, zweimal in Roetgen, in der Stolberger Stadthallen-Passage sowie ab Herbst dann auch in Breinig und im „Rathaus-Careé“, in dem 39 barrierefreie Wohnungen entstehen.

Die Breiniger Seniorenresidenz bietet in ihrem östlichen Flügel 33 barrierefreie Wohnungen um 50 Quadratmeter sowie 15 Plätze zur Tagespflege, während in dem westlichen Flügel 73 Einzelzimmer für den Pflegebereich entstehen. Organisation und Service werden im Verbindungstrakt zu finden sein.

Einige Klippen hat das Projekt umschiffen müssen, nachdem es im Sommer 2011 von der SPD vorgestellt worden war; ihr sachkundiger Bürger Willi Claßen hatte zuvor intensiv hinter den Kulissen sondiert und die entscheidenden Kontakte geknüpft. „Ich bin froh, dass jetzt alles reibungslos läuft“, sagt Claßen und lässt die umfangreichen Vorbereitungen für die Investition auf dem 6800 m2 großen städtische Gelände noch einmal kurz Revue passieren.

Nachdem der Stadtrat im März 2013 den Bebauungsplan beschlossen hatte, erfolgt der erste Spatenstich erst zwei Jahr später. Seitdem geht es rasant voran, und viele Breiniger verfolgen nicht nur die Bauphase mit großem Interesse. Auch während des Richtfestes werden nicht nur Getränke und Gegrilltes genossen, sondern auch Kameras und Fotoapparate gezückt.

Man gewinnt den Eindruck, hier sind viele potenzielle neue Bewohner dabei, die Entstehung ihres zukünftigen Zuhauses so zu dokumentieren als ob sie den Bau ihrer ersten eigenen vier Wände für die Ewigkeit festhalten wollten. Und mit den Senioren unterwegs sind „Best Ager“, ihre Kinder in den vielleicht besten Jahren, die mit „Mutti“ oder „Vati“ unterwegs sind, um eine zukünftige Wohnung auszuwählen – wenn beispielsweise das bisherige Eigenheim mit Garten einfach zu groß und anstrengend wird.

Eine Auswahl übrigens, die in der Kupferstadt immer größer wird. Neben dem Breiniger Angebot kann Kösters ebenfalls ab Herbst 39 Einheiten für betreutes Wohnen in verschiedenen Größen und in gehobenem Standard auf 2538 Quadratmetern im früheren Kaufhaus Victor präsentieren. Der Umbau läuft wenig bemerkt von Passanten hinter den Fassaden des heutigen „Rathaus-Careé“ bereits auf vollen Touren. Gleich in unmittelbarer Nachbarschaft am Kaiserplatz steht auf dem Gelände der „Drummen-Villa“ der Baubeginn für 21 hochwertige, barrierefreie Wohneinheiten bevor.

An ein besonderes Klientel richtet sich das neue Angebot der Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen, das auf dem Gelände des ehemaligen Ausflugslokals Süssendell entsteht. Die Tochter der AWO Mittelrhein möchte ihr Modellprojekt zum 1. März eröffnen. Richtfest für dieses Dorf für an Demenz erkrankte Senioren wurde bereits im Mai gefeiert. Mittlerweile sind die Arbeiten so weit gediehen, dass Interessierte sich am Donnerstag, 21. Januar, von 15 bis 19 Uhr einen intensiven Einblick von der Anlage machen können.

Die Einrichtung bietet Platz für 80 Bewohner in fünf Wohngruppen mit je 16 Einzelzimmern, die um eine Gemeinschaftseinrichtung mit Schrebergarten gruppiert sind. „Unser Konzept ist speziell zugeschnitten auf demenziell erkrankte Menschen“, sagt Geschäftsführerin Barbara Sowinski-Dizayee. „Neben der vollstationären Pflege sind auch Plätze für die Kurzzeitpflege und die Verhinderungspflege vorgesehen.“

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