Rettungspaket: Prym fordert neun Millionen Euro Arbeitnehmer-Beitrag

Von: Michael Grobusch
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Wo geht´s lang? Bei Prym wird in Sachen Arbeitnehmer-Beitrag noch der rechte Weg in Richtung Zukunft gesucht. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Wie brisant die aktuelle Situation ist, dokumentierte schon die Wahl der Räumlichkeiten: In die Stadthalle hatte die Firma Prym ihre komplette Stolberger Belegschaft zur Betriebsversammlung eingeladen.

„Wir haben genauso wie die Gewerkschaft Wert darauf gelegt, dass alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit und mit den gleichen Worten informiert werden”, nannte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Engelhardt, gegenüber unserer Zeitung den Grund für die außergewöhnliche Maßnahme.

Viel Neues freilich wurde den Prymanern unterm Strich nicht geboten. Eher schon nutzten die beteiligten Seiten die Gelegenheit, persönlich zur Situation des in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Unternehmens Stellung zu beziehen.

Das tat Andreas Engelhardt in einer fast einstündigen Rede, in der er auch auf den Kernpunkt des Tages zu sprechen kam: den Arbeitnehmer-Beitrag. Der soll für die deutschen Standorte bis Ende 2010 bei neun Millionen Euro liegen.

„Wir mussten unsere Planungen zwar aufgrund der aktuellen Zahlen korrigieren, werden aber zu den neun Millionen Euro stehen, wenn es zu einer schnellen Einigung kommt”, betonte Engelhardt auf Anfrage.

Über das Tempo, den Unternehmensleitung, IG Metall und Betriebsrat in ihren am 13. Februar beginnenden Verhandlungen, erreichen werden, vermochte am Donnerstag noch niemand eine Aussage zu treffen. Helmut Wirtz stellte jedoch fest, dass die Forderung der Arbeitnehmer zu hoch gegriffen sei.

„Ein Arbeitnehmer-Beitrag von neun Millionen Euro wäre für viele Kollegen mit solchen Einbußen verbunden, dass ihnen die Existenzgrundlage entzogen würde”, stellt der Geschäftsführer der Stolberger IG Metall klar.

Und der Konzernbetriebsratsvorsitzende Ralf Radmacher verwies darauf, dass die Mitarbeiter schon in der Vergangenheit erhebliche Kürzungen - etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld - hätten verkraften müssen. „Außerdem ist die Kurzarbeit mit weiteren Einbußen verbunden.”

Radmacher wie auch Wirtz knüpfen eine mögliche Einigung auf niedrigerem Niveau zudem an Bedingungen: Standortsicherung und Beschäftigungssicherung sind die beiden Vokabeln, die in diesem Kontext häufige Verwendung finden. „Und wenn es zu einem Kompromiss kommt, darf dieser nicht in drei Monaten wieder in Frage gestellt werden”, hat für den Gewerkschaftler auch Verlässlichkeit hohe Priorität.

Zumindest in diesem Punkt scheinen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber schon sehr nahe zu sein. „Wir wollen möglichst rasch Kostenplanungssicherheit”, betont Andreas Engelhardt. Mit Blick auf die eingeforderten neun Millionen Euro sieht der Vorsitzende der Geschäftsführung „wenig Spielraum”.

Den Weg, der zu dem von ihm vorgegebenen Ziel führt, will er aber mit den Arbeitnehmervertretern gemeinsam erarbeiten. Eine Zusage macht er in diesem Zusammenhang schon einmal: „Es muss einen Topf geben, der sicherstellt, dass die einkommensschwächeren Gruppen durch die Einsparungen nicht untragbaren Belastungen ausgesetzt werden.”
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