Restaurantbesitzer beklagen mäßiges Sommerwetter

Von: Katharina Menne
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Ab auf die Terrasse – zumindest bei schönem Wetter. Ein verregneter, eher kühler Sommer wie bisher, macht den Gastronomen jedoch das Leben schwer. Sie hoffen, dass sich in den nächsten Wochen noch etwas mehr die Sonne zeigt, damit der Umsatz steigt. Foto: K. Menne
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Gastwirt Mehmet Kaplan hat seit diesem Jahr eine Außenterrasse. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Stolberg. Glaubt ein Gastronom an Bauernregeln, schaut er mit bangem Blick auf den 27. Juni. Denn: „Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.“ In diesem Jahr war die Regel zutreffend.

Der Himmel am 27. Juni war grau verhangen und das Wetter der darauf folgenden Wochen sehr durchwachsen. Das hat vielen Stolberger Restaurantbesitzern das Terrassengeschäft verhagelt. Vergleicht man die Umsätze im Juni mit dem Vorjahr, sind diese landesweit gesehen um knapp vier Prozent zurückgegangen, vermeldet das Landesamt für Statistik.

„Unbeständiges Wetter hält leider die Biergartenbesucher fern“, bestätigt Ecki Vanderbrück. Der Inhaber des Bistro „Elle“ in Gressenich konnte bislang nur drei richtig sonnige und damit gute Tage zählen – dabei habe er einen wunderschönen, ruhig gelegenen Biergarten. „Aber wenn es dann ganz plötzlich schön wird, grillen alle im eigenen Garten, anstatt auswärts essen zu gehen“, sagt er.

Auch Filiz Ayden, die zusammen mit ihrem Mann am 13. Mai die Gastronomie im „Wehebacher Hof“ in Schevenhütte übernommen hat, spricht von einem eher mäßigen Terrassengeschäft. „Bei uns kommen eigentlich viele Ausflügler vorbei, die auf dem Weg zur Talsperre sind, in Richtung Nordeifel oder auch auf dem Jakobsweg pilgern. Wenn aber das Wetter bewölkt und kühl ist, sind natürlich weniger Leute unterwegs“, sagt sie. Das merke man sofort, auch wenn sie jetzt noch keinen Vergleich zu Vorjahren ziehen kann. Darüber könnten auch die vergangenen zwei sonnigen August-Wochenenden kaum hinwegtrösten.

Was die einen beklagen, bejubeln andere. Laut Dirk Stock berichteten Betriebe ohne Außengastronomie von besseren Gästezahlen als in Vergleichsjahren. Stock ist Vorsitzender der Geschäftsstelle Aachen Land im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und hat deshalb den Überblick über die rund 40 im Verband engagierten Stolberger Hotels, Restaurants und Bistros. „In Jahren mit so unbeständigem Wetter wie in diesem kann man eine Verschiebung feststellen“, sagt er. „Stark wetterabhängige Lokale, allen voran die Eisdielen und Biergärten, haben Probleme. Die Innengastronomie dagegen freut sich über rege Nachfrage.“

Bei Sonne läuft es einfach besser

Im „Birkenhof“ in Venwegen versucht man sich vom Wetter unabhängig zu machen. Sowohl drinnen als auch draußen ist genug Platz, um den Gästen freizustellen, wo sie gerne sitzen möchten. Manch einer mag es vielleicht sogar, bei Regen unter dem großen Schirm auf der Außenterrasse zu sitzen und die Tropfen prasseln zu hören. „Bei Sonne und am Wochenende läuft es natürlich immer besser“, sagt Inhaberin Dorothee Birken. Sie könne aber nicht bestätigen, dass der Sommerbetrieb dieses Jahr schlechter laufe als in den Jahren zuvor. Sie hätten auch so genug mit Gruppenveranstaltungen und Ausflugsgästen zu tun.

Ganz neu seit diesem Jahr bietet der „Breiniger Hof“ eine kleine Sonnenterrasse an. „Bis zu 20 Gäste können jetzt bei uns an der frischen Luft sitzen“, sagt Mehmet Kaplan stolz. Er hoffe deshalb, dass der Sommer ihm noch ein paar schöne Tage schenke, damit die Terrasse bekannter werde. „Wenn zwei Leute draußen sitzen, kommen direkt mehr dazu“, sagt er. Praktisch sei vor allem die Lage an der Breiniger Hauptstraße, an der auch der Jakobsweg vorbeiginge.

Etwas Außergewöhnliches für warme, sonnige Tage zwischen Mai und Oktober bietet die Gastronomie auf der Burg Stolberg an: Grilltische. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Andrea von Högen, die Leiterin der „Ritterstube“. Der Gasgrill ist direkt in den Tisch integriert und die verschieden gefüllten Grillplatten können bestellt und das Fleisch und Gemüse dann direkt selbst zubereitet werden.

Allerdings sei die Nachfrage in der Tat sehr wetterabhängig. „Bei Starkregen sagen wir den Gästen selbst ab, aber bei unsicheren Aussichten müssen wir pokern“, sagt sie. Manchmal sagten Gäste dann leider doch noch kurzfristig ab. Abhängig sei man davon aber nur bedingt. Einen Großteil der Gäste machen Hochzeitsgesellschaften, Geburtstagsfeiern und andere Gruppenveranstaltungen aus. Für Laufkundschaft habe das Burgrestaurant ohnehin nur am Wochenende geöffnet.

Aber kann man als Gastronom überhaupt auf schlechtes Wetter reagieren? „Nein“, sagt Ecki Vanderbrück. Man könne nur hoffen, dass sich das Wetter in den nächsten Wochen noch etwas stabilisiere. „Mir bleibt dann eben nichts anderes übrig, als Schinkenwurst zu essen – statt Kaviar“, sagt er und lacht.

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