Rentnerin ärgert sich über grobe Rumpelpiste

Von: Jessica Küppers
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Mit dem Rollator ist auf dem Gehweg kein Durchkommen: Josefine Rüschstoer nimmt am Eschenweg in Breinig oft den Umweg über die Straße, weil sie mit dem Rollator nicht über die Steine fahren kann. Foto: J. Küppers

Stolberg. Mit ihrem Rollator ist Josefine Rüschstroer recht zügig unterwegs. Nur am Eschenweg in Breinig kommt die 92-jährige Frau ins Stocken. Schuld daran sind rund zwei Zentimeter große KIeselsteine, die auf dem Bürgersteig ausgelegt sind. „Hier komme ich mit meinem Rollator gar nicht drüber“, schrieb die Rentnerin verärgert im Rahmen unserer Umfrage „Was bewegt Sie in Stolberg?“ an die Redaktion.

Stattdessen muss sie vor allem an Stellen, wo die Steine besonders groß sind, mit ihrem Rollator über die asphaltierte Straße fahren und hoffen, dass die vorbeifahrenden Autofahrer sie rechtzeitig sehen. „Kleine Steine sind ja in Ordnung, aber diese dicken Dinger sind schrecklich“, sagt sie.

Momentan sieht es am Eschenweg so aus: Rechts und links der Straße verlaufen etwa ein Meter breite Bürgersteige. Auf einer Seite ist der Weg für die Fußgänger mit einem Geländer zur Straßenseite hin abgetrennt. Der Belag des Gehwegs gleicht jedoch eher einer Rumpelpiste. Alle paar Meter wechseln sich kleine Steinchen, asphaltierte Zufahrten und die großen Steine, die der Rentnerin mit ihrem Rollator ebenso große Probleme bereiten, ab.

Doch nicht nur sie hat Schwierigekeiten mit dem Gehweg. Auch für Eltern mit Kinderwagen ist das Fahren auf dem Bürgersteig eine Herausforderung. Weil die Reifen auf dem groben Steinbelag nicht richtig greifen, bleiben sie regelmäßig im Kies stecken. Rüschstroer wohnt in der Nachbarschaft des Eschenweges und das schon mehrmals beobachtet.

Die Kieselsteine haben zudem die unschöne Eigenschaft, dass sie leicht wegrollen und so landet ein Teil des Belags regelmäßig auf der Straße. „Alle paar Wochen kommt dann mal jemand und schaufelt die Steine wieder auf den Gehweg“, erzählt die Rentnerin, die sich schon lange über den Zustand des Weges ärgert. Sie ist vor drei Jahren von der Mosel nach Breinig gezogen, um in der Nähe ihres Sohnes zu leben. Seitdem ärgert sie sich schon über die schlechten Straßenverhältnisse. Das könne doch kein Dauerzustand sein, bedauert sie.

Doch damit nicht genug: Wenn es regnet, kommt ein weiteres Problem hinzu: „Dann stehen hier überall Pfützen und dann kommt man erst recht nicht mehr durch“, sagt sie. Alternativ würde sie sich einen gepflasterten Gehweg wünschen, der auch das Regenwasser kontrolliert ableitet.

Weil Rüschstroer sich sehr über die Situation vor ihrer Haustür ärgert, hat sie sich im Rahmen der Kampagne „Was bewegt Sie in Stolberg?“ an unsere Zeitung gewandt. Auf Nachfrage heißt es vom Leiter des Bauhofes, Heinz Heidtkämper, dazu: „Das ist immer noch ein Provisorium, weil die Straße nicht fertig ausgebaut ist.“ So ein Ausbau ist unter bestimmten Voraussetzungen, die am Eschenweg gegeben sind, umlagepflichtig. Das bedeutet: Anwohner werden an den Kosten beteiligt. Daran sei der Ausbau am Eschenweg bislang gescheitert, sagt Heidtkämper.

Für den erstmaligen Ausbau einer Straße ist grundsätzlich das Tiefbauamt zuständig. Welche Straßen zu welchem Zeitpunkt ausgebaut werden, richtet sich nach einer strikten Priotätenliste. Der Amtsleiter für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur Bernd Kistermann erklärt: „Darin ist der Eschenweg auch aufgeführt, allerdings ohne Durchführungsjahr.“

Das liege auch daran, dass es viele andere Straßen in Stolberg gebe, die nicht mehr verkehrssicher seien und zuerst gemacht werden müssten, sagt er. Dazu zählt unter anderem die obere Donnerbergstraße, die in Kürze bearbeitet wird. Man habe den Mangel am Eschenberg aber erkannt und sehe Handlungsbedarf, sagt der Amtsleiter. Heidtkämper ergänzt: „Am Eschenweg ist in den nächsten zehn Jahren kein Ausbau vorgesehen.“

Bis der Gehweg ausgebaut werden kann, muss die 92-Jährige wohl noch öfter den unangenehmen Umweg über die asphaltierte Straße nehmen.

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