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Renommierter Musikverein gibt Visitenkarte ab

Von: mlo
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Der Musikverein „Cercle Musical Kelmis“ unter Leitung von Rainer Hilger begeisterte beim Stolberger Neujahrskonzert.

Stolberg. Der renommierte Musikverein „Cercle Musical Kelmis“ lockte am Sonntag zum Neujahrskonzert im Rahmen des städtischen Kulturprogramms hunderte Besucher ins Museum Zinkhütter Hof.

Unter Leitung von Rainer Hilger setzte das symphonische Blasorchester, das bei der Einstufung der Musikvereine der Deutschsprachigen Gemeinschaft das beste Resultat erreichte, klangvolle Akzente und machte als Vorbote des kommenden Kupferstädter Kulturevents „Stolberg goes Euregio“ neugierig auf den bunten kulturellen Mix, der die Menschen im Mai 2014 erwarten wird.

Rainer Hilger, Jahrgang 1978, zählt unbestritten zu den aufstrebenden Dirigenten in Ostbelgien. Mit genialem musikalischen Feingefühl spornte er die Amateurharmonie zu Höchstleistungen an. Die Stücke, die fast alle aus der Feder belgischer Komponisten oder Arrangeure, wurden mit höchster Konzentration und hoher technischer Präzision dargeboten und gingen unter die Haut.

Farbenprächtige Orchestrierung

Eingeleitet wurde die Matinée mit „The Dansereye“ von Tylman Susato. Im Arrangement von Manu Mellaerts spielten die Musikerinnen und Musiker die alte Musik mit Leichtigkeit. Großartige epische Musik in farbenprächtiger Orchestrierung gab es mit den „Fantasy Tales“ von Piet Swerts, einem Komponisten, der sich durch amerikanische Filmmusik und hier besonders von John Williams inspirieren ließ. Die Romanze aus dem Film „In einem fernen Land“ über die irische Einwanderung in die USA mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen lieferte die Geschichte zur Suite von John Williams, die Paul Lavender für Blasorchester arrangiert hatte.

Viermal Jacques Brel

Der vierte Programmpunkt war dem belgischen Chansonnier Jacques Brel vorbehalten. Nach vielen weniger erfolgreichen Jahren schaffte dieser 1960 den großen Durchbruch, als er für die erkrankte Marlene Dietrich einspringen konnte. Die Wucht seiner Minidramen begeisterte viele Fans, und so wurde er bald zu einem der wichtigsten Gesellschaftskritiker. Das symphonische Blasorchester spielte in Stolberg „Les Flammands“ (Die Flamen), „Madeleine“, „La valse a mille temps“ und „Bruxelles“.

„Crescent Moon“ ist eine festliche Ouvertüre, die der belgische Komponist Jan Van der Roost im Auftrag eines japanischen Blasorchesters schrieb. Inspiriert wurde er von Richard Strauß. Mit dem Stück erinnerte das Instrumentalensemble an die Naturkatastrophe, die Japan im Jahre 2011 heimsuchte. Nach der majestätischen Einleitung trat ein virtuoses Allegro hervor, das technische Finessen in allen Registern zum Vorschein brachte und in einer Atmosphäre der Freude und des Optimismus gipfelte.

Ein abwechslungsreiches Werk, mit dem sich Dirigent, Musiker und das Publikum voll identifizieren konnten, war „Arcana“. Das Stück von Van-der-Roost-Schüler Kevin Houben lüftete die Geheimnisse einer bewegten Vereinsgeschichte.

Tintin und Milou sind die Originalnamen der unvergessenen Comic-Helden Tim und Struppi. Anlässlich des aktuellen Films Tintin – The Prisoners of the Sun (Der Sonnentempel) gab es in dieser erfrischenden Komposition von Johan de Meij ein Wiedersehen mit den Abenteuern rund um den unerschrockenen Journalisten. Johan de Meij arrangierte im Einvernehmen mit Dirk Brosse eine wunderbare Melodien-Auswahl aus dem Film, die Jung und Alt ansprach.

„Belgian Jazz Standards“

„Take Five“ im 5/4-Takt von Paul Desmond, die „Bluesette“, eine große Erfolgsmelodie von Toots Thielemans sowie „Dance for Victor“ von Philip Caterine hatte John Newman zu „Belgian Jazz Standards“ arrangiert. Als Solisten agierten Sandra Weling (Saxofon), Daniel Gronsfeld (Trompete) und Marc Lemmens (Klarinette).

Das Neujahrskonzert war ein toller Erfolg für die Musiker aus der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Sie wurden am Ende der Veranstaltung mit großem Applaus gefeiert und bedankten sich ihrerseits mit dem Konzertmarsch „Harmonique“.

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