Stolberg - Rekordverdächtig: Baustellen auf Zweifaller- und Finkensiefstraße

Rekordverdächtig: Baustellen auf Zweifaller- und Finkensiefstraße

Von: Jürgen Lange
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Noch bis August sollen die Stolberger mit Baustellen in Zweifaller- und Finkensiefstraße leben. Foto: J. Lange
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Kaum erkennbar ist die Umleitung auf der Rhenaniastraße zum Bahnhof; hier soll nachgebessert werden. Foto: J. Lange
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Reisende brauchen Geduld. Foto: J. Lange
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Heute wieder frei befahrbar: Am Montagnachmittag wurde die L 238 am Wasserwerk zwischen Nachtigällchen und Vicht neu asphaltiert. Foto: J. Lange

Stolberg. Rekordverdächtig. Dieses Wort drückt wohl noch am ehesten positiv aus, was die Autofahrer über dieses „Sodom und Gomorra“ der Baustellen-Koordination in der Kupferstadt denken mögen: Rekordverdächtig langsam geht‘s zu im Untergrund der Zweifaller Straße.

Seit Beginn der Kupferstädter Weihnachtstage im vergangenen Jahr versuchen zwei Versorgungsunternehmen ihr Leitungsnetz zwischen Büsbach Markt und der Übergabestation in Höhe der Firma Aurubis zu erneuern. Das entspricht seit dem 23. November bis heute 141 Tage für die knapp 1,5 Kilometer Strecke. Und wird wohl noch einmal genau so lange bis zur endgültigen Fertigstellung der Baumaßnahme dauern: bis Anfang August.

Diese für Verkehrsteilnehmer düstere Prognose bestätigte am Montag Regionetz-Sprecherin Yvonne Rollesbroich auf Anfrage unserer Zeitung. Die gute Nachricht ist, dass sich von der kommenden Woche an die Beeinträchtigungen für den Verkehr minimieren würden, da die halbseitig gesperrten Baustellenbereiche kürzer ausfallen sollen.

Die Geduld der Autofahrer, die diese Landesstraße 238 benutzen (müssen), ist jedenfalls arg strapaziert. Am gestrigen Vormittag brauchte man bei geringem Verkehrsaufkommen neun Minuten vom Burgholzer Graben (K 6) bis zur Finkensiefstraße (L 220) und elf Minuten für die Passage Europa-Tunnel bis Baustellen-Ende; jedes Mal mussten drei bis vier Ampelphasen überbrückt werden. Während des Berufsverkehrs bricht der Fluss auf diesen wichtigen Verkehrsadern völlig zusammen.

Mit Gas und Wasser im Clinch

Die Ursache des „Sodom und Gomorra“ liegt wohl darin begründet, dass zwei Versorgungsträger unterschiedliche Leitungen gleichzeitig verlegen (wollen), aber nur nacheinander zum Zuge kommen. Ursprünglich wollte zuerst die Regionetz ihre Gastransportleitung erneuern. Dazu hat sich dann Enwor mit der Neuverlegung einer Wassertransportleitung gesellt.

Die musste dann vorrangig berücksichtigt werden, weil die alten Leitungen teilweise kreuz und quer verlegt waren. Das nächste Problem bei Wasserleitungen ist, dass diese gespült werden müssen, bis sie keimfrei sind – Dauer ungewiss. Solange ruhen die Arbeiten. Während Enwor am Montag auf Anfrage keine Stellung bezog, wie lange das Unternehmen auf der Strecke noch tätig sein wird, beruhigte Regionetz.

Die noch folgende Verlegung der Gasleitung soll zumindest im Bereich Finkensiefstraße / Lehmkaulweg (L 220) im unterirdischen Vortrieb erfolgen, so dass nur punktuell die Fahrbahn für wenige Bohrlöcher aufgerissen werden müsse. „Die Arbeiten dazu haben jetzt begonnen“, sagt Rollesbroich.

In den vergangenen Jahren wurde die Geduld der Autofahrer im Einmündungsbereich von Finkensief- und Zweifaller Straße bereits mehrfach auf eine harte Probe gestellt. Zwei Mal brachen Wassertransportleitungen und verursachten eine mehrwöchige Komplettsperrung; die Stadt erneuerte ein Regenüberlaufbecken, und zuletzt sorgte ein wesentlich erhöhtes Verkehrsaufkommen durch den Ausbau der Aachener Straße für schwierige Verkehrssituationen.

Neuer Belag für Brücke

Positive Nachrichten kommen dagegen vom Landesbetrieb Straßenbau. Von heute an kann auf der L 238 im Abschnitt „Am Wasserwerk“ der Verkehr wieder ungehindert fließen. Montagnachmittag wurde die Fahrbahn im Bereich der neu erstellten Stützmauer asphaltiert und eine Absackung im Bereich der im Zusammenhang mit dem Kreisverkehr Nachtigällchen erstellten Stützmauer behoben.

Voraussichtlich während der Sommerferien erhält die Fußgängerbrücke über die Europastraße (L 238) in Höhe des Rathauses einen neuen Bodenbelag. „Der Auftrag ist bereits vergeben“, so Projektingenieur Arnd Meyer. Wann aber weitere Straßenschäden dieser Landesstraße durch die Finsterau zwischen Zweifall und Mulartshütte behoben werden können, ist offen. „Die Diskrepanz zwischen den von der Politik zur Verfügung gestellten Mitteln und den für die Unterhaltung erforderlichen Beträgen klafft auseinander“, sagt Meyer. Zuletzt wurde im Herbst 2012 diese Strecke saniert; mittlerweile ist sie wieder von zahlreichen Schlaglöchern und Absackungen gekennzeichnet.

Nicht einfach ist in diesen Tagen die Anreise zum Hauptbahnhof. Aufgrund ihrer Erneuerung ist die Rhenaniastraße im Einmündungsbereich zur Münsterbachstraße (L 236) komplett gesperrt. Es war zwar zuerst geplant, lediglich mit einer halbseitigen Sperrung zu arbeiten, „aber das erwies sich in der Praxis als nicht machbar“, sagt Bernd Kistermann.

Die Baustellen-Ampel im Bereich der Landesstraße erwies sich als nicht verkehrssicher, so der städtische Infrastruktur-Amtsleiter. In der Konsequenz erfolgte eine Vollsperrung der Rhenaniastraße und eine Umleitung des Verkehrs zu Hauptbahnhof und Probsteistraße über die Hasencleverstraße, wo eine Ampel die Zufahrt in den Bereich der offenen Baustelle regelt. Nachgebessert werden soll allerdings bei der Ausschilderung der Umleitung, sichert Kistermann zu.

Stromleitung defekt in Mausbach

Die Baustellen-Führung ist auch dem zeitlichen Ablauf geschuldet. Der erste Sanierungsabschnitt der Rhenaniastraße soll bis zum 12. Juni vollendet sein. Dann erfolgt im Rahmen des Fahrplanwechsels die Inbetriebnahme der Ringbahn auf kompletter Länge: Dann fährt die Euregiobahn zusätzlich auf der erneuerten Route von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath.

Nur kurze Dauer haben soll eine Baustelle in der Kurt-Schumacher-Straße (L 12) in Höhe der Einmündung Schroiffstraße am Mausbacher Ortseingang. Dort muss ein Fehler im Stromversorgungsnetz behoben werden.

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