Reiseführer: Wo Lebensart so zeitlos ist wie Glockentürme

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Rolf Minderjahn (links) mit Elle-Gastwirt und Koch Eckhard Vanderbrück. Foto: C. Stenzel-Zenner
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So sehen die Schnuller in Belgien aus: Hartmut Heinze, Schatzmeister des Unesco-Clubs, zeigt den Schnuller, in den eine Pommes eingearbeitet ist.

Stolberg-Gressenich. Mons – diese Stadt vereint eine reiche Historie, einen großen Schatz an religiösen und weltlichen Baudenkmälern, eine kulinarische Vielfalt, gastfreundliche Einwohner, Künstler, Maler, Bildhauer und Musiker: Das belgische Mons ist neben Pilsen in Tschechien Kulturhauptstadt Europas 2015.

Rolf Minderjahn, als freier Journalist auch für den Zeitungsverlag Aachen tätig, hat einen Reiseführer geschrieben, den ersten deutschsprachigen über die Stadt: „Mons. Unterwegs in der Kulturhauptstadt Europas“. Sein Urteil: „Zu Recht ist diese Stadt Kulturhauptstadt.“

In einer außergewöhnlichen Lesung stellte der Stolberger sein Buch im Saal des Bistro Elle vor. Während Minderjahn über die ehemalige Bergbaustadt, die den Brückenschlag zwischen Alt und Modern längst gewagt hat, sprach, wurde den Gästen belgische Schokolade serviert, Schinken und Trapistenbier.

„Lebensart ist in Mons zeitlos. Ebenso wie Glockentürme, Schiffshebewerk, Minen, Folklore und Karneval, Riesen, Drachen und Gotteshäuser, darunter die imposanteste Kirche Belgiens. 19-mal Weltkulturerbe, in einer grandiosen Naturlandschaft mit Seen, Kanälen, Parks und Schlössern.“

Schlösser hat Belgien viele. Die warf der Autor an die Wand, denn als Reisejournalist veröffentlicht er Reportagen über Belgien, den Ardennen-Eifel-Raum, die Niederlande und Frankreich. Und so führte er seine Zuhörer in das Nachbarland der Deutschen. Seine Zuhörer liebten Belgien, kannten das Land, das an die Nordsee grenzt und nickten oft zustimmend mit dem Kopf.

„In Spa kann man wunderbare Wellness-Anwendungen genießen“, erzählte der Eschweiler Hans Wolter, während Zuhörer Uwe Jendrzejko vom Wallfahrtsort Banneux schwärmte: „In den 30er Jahren ist einem Bauernmädchen dort die Mutter Gottes erschienen. Seither kommen Menschen dorthin und füllen Banneux-Wasser in Kanister, weil dieses Wasser bei Krankheiten hilft.“ Schon einige Mal war Uwe Jendrzejko dort und immer begeistert von der einmaligen Atmosphäre.

„Einmalig sind die in Belgien erfundenen Figuren Lucky Luke und Tim und Struppi“, erzählte Rolf Minderjahn. Ebenso wie die belgische Erfindung Orient-Express oder die wegweisende aus Belgien stammende Urknalltheorie.

So gilt Belgien nicht nur als Land der Erfinder, sondern auch als Land, das Lust auf Hotels, Märkte und Leckereien macht. „In Mons ist die Dichte der Restaurants und Brasserien groß. Man geht gern aus, isst oft aufwendig und üppig – oder begnügt sich mit einem Snack oder einem Salat in einem der vielen Cafés, nimmt einen Aperitif oder einen Cocktail und vor allem eines der vielen regionalen Biere, begleitet von belgischen Tapas, Käsewürfeln, Salami, Schinken, Oliven und Salzgebäck.

Vor allem exzellente Fleischgerichte vom Kalb oder vom Rind, aber auch vom Kaninchen und Geflügel stehen bei den Monsern hoch im Kurs. Sie werden in einer Vielfalt an Gerichten von exzellenter Qualität dargeboten.“

Wie gut die Qualität in Belgien ist, konnten die Zuhörer während des Vortrags immer wieder kosten. Am Ende dieser außergewöhnlichen Lesung waren sich alle einzig: Sie vereinte Wissen mit Kurzweil, kulinarischer Vielfalt, netten Tischnachbarn und einem lustig gestalteten Vortrag.

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