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Reif für den Arbeitsmarkt

Von: Nicola Gottfroh
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Steine schleppen ist harte Kno
Steine schleppen ist harte Knochenarbeit. Trotzdem sind Manuel Maaßen (links) und Mario Kers (rechts) glücklich, bei der Firma Low-tec Arbeit gefunden zu haben. Foto: N. Gottfroh

Stolberg. Bagger rollen und Sägen kreischen wieder an der Baustelle Kreuzung Eschweilerstraße / Königsbergerstraße / Memelstraße. „Endlich ist wieder Leben auf der Baustelle”, findet eine Anwohnerin. Denn tagelang habe dort Stillstand geherrscht.

Nicht nur das Wetter war schuld, dass die Arbeiten nicht vorangingen - auch die Tatsache, dass die Arbeiter andere Voraussetzungen vor Ort vorfanden als in den Planungen berücksichtigt, führten zu Verzögerungen, teilen die Verantwortlichen mit. Jetzt aber kann es weitergehen mit dem Projekt „Umgestaltung der Eschweilerstraße”.

Schön und ansprechend soll sie einmal werden, die Kreuzung Eschweilerstraße/Königsbergerstraße/ Memelstraße. Vielleicht, weil sie wissen, was die Anwohner von ihnen verlangen, vielleicht aber auch, weil die Sonne endlich einmal scheint und das Wetter ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht, gehen die Bauarbeiter Mario Kers (44) und Manuel Maaßen (26) an diesem Vormittag ihre Knochenarbeit auf der Baustelle voller Elan an.

Die beiden Männer sind zwei von drei Mitarbeitern der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Low-tec, die in Kooperation mit der Bauunternehmung Kutsch die Arbeiten an der Eschweilerstraße übernommen hat. Gemeinsam wollen beiden Firmen dafür sorgen, dass aus der einst gefährlichen Kreuzung ein ansprechendes „Tor zur Velau” wird. Die Führung der Memelstraße wurde bereits so geändert, dass diese rechtwinklig auf die Königsberger Straße trifft. Auf dem damit gewonnen Platz zur Eschweilerstraße hin soll nun eine Grünfläche angelegt werden.

„Durch die mit Bäumen bepflanzte Grünfläche auf der einen Seite und bunt bepflanzter Blumenkübel oder einen eindrucksvollen Findling auf der anderen Seite der Straße soll eine Art Eingangstor gebildet werden, das die Hineinfahrenden in Velau willkommen heißt”, erklärt Stadtteilmanager Dr. Wolfgang Joußen. Die Umgestaltung der Eschweilerstraße hat aber nicht nur ästhetische Gründe. Indem der Kreuzungsbereich verengt wird, soll auch der Verkehr beruhigt werden, erklärt der Stadtteilmanager.

Und einen dritten Vorteil hat die Umgestaltung neben den verkehrstechnischen und städtebaulichen Aspekt. Durch die Sanierung werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen - für Menschen wie Mario Kers und Manuel Maaßen etwa. Beide sind nach langer Arbeitslosigkeit von der Arge an die Qualifizierungsgesellschaft Low-tec vermittelt worden, denn weder der gelernte Maurer Kers noch Manuel Maaßen, der nie eine Ausbildung gemacht hat. Bei Low-tec sollen sie fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt. „Da bietet Low-tec tolle Möglichkeiten. Ich habe viel gelernt, aus den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Sanitär und vielen anderen Bereichen”, sagt Kers.

Und das beste für den jungen Familienvater: er verdient endlich eigenes Geld. Und stellt unter Beweis, dass er doch richtig arbeiten und zupacken kann, haben auf dem ersten Arbeitsmarkt Chancen gehabt. „Beide leisten ausgezeichnete Arbeit”, sagt Günther Steudel, Anleiter bei Low-tec. Eine dauerhafte Lösung, um die Familie zu ernähren, bietet die Qualifizierungsgesellschaft nicht. Die Verträge sind auf ein bis zwei Jahre begrenzt. Doch vielleicht geben gerade die Erfahrungen aus den beiden Low-tec-Jahren den Ausschlag dafür, eine feste Stelle zu bekommen. Vielleicht werden auch Mario Kers und Manuel Maaßen bald in einen festen und dauerhaften Job in einem Unternehmen finden.

Bis ihnen das gelingt, findet Low-tec aber noch viele Aufgaben für sie.

Die Low-tec-Mitarbeiter haben in Velau viel zu tun

An der Kreuzung Memelstraße /Mittelstraße wird in einem zweiten Schritt zur Verschönerung angesetzt. „Die Ecke bietet kein schönes Bild. Auch sie soll durch eine Grünfläche aufgewertet werden”, kündigt Joußen an.

Und auch im Interkulturellen Park wird Hand angelegt. Die Vorhandenen Wege werden befestigt, um den Wildwuchs an Trampelpfaden Einhalt zu gebieten.

An beiden künftigen Baustellen werden Mitarbeiter die Firma Low-tec mitarbeiten.

Bis zum Frühjahr sollen alle Arbeiten in Velau abgeschlossen sein.

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