Stolberg - Regionetz lässt in Häusern Gasanschlüsse kontrollieren

Regionetz lässt in Häusern Gasanschlüsse kontrollieren

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Wenn das Messgerät leise surrt und eine „0“ anzeigt, ist alles bestens. Bereits ab 250 ppm wird im Versorgungsgebiet der Regionetz gehandelt. Foto: J. Lange
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Per Handy erfolgt die Dokumentation. Foto: J. Lange

Stolberg. „Es ist schon gut, dass wir in Deutschland leben“, sagt Michael Pereira. Gut gelaunt betritt der Installateur am Morgen das Haus mit einem Firmenausweis und kleinen orangen Messgerät in der Hand. „Dass muss ich immer draußen einschalten, damit es sich eicht“, sagt Pereira. „0“ zeigt die Skala an, und das ist auch gut so, denn der Besuch Pereiras dient dem sicheren Umgang mit Gas.

Im Auftrag des Stolberger Versorgungsunternehmens Regionetz ist der Mitarbeiter der Remscheider Firma Pipersberg diesmal im hiesigen Vertriebsgebiet zwischen dem Selfkant und Kalterherberg unterwegs, um Gasanschlüsse in den Häusern auf ihre Dichtheit zu kontrollieren.

Es geht aber nicht nur um die Dichtheit der Anschlüsse, sondern auch „um die Einhaltung der Eichfristen“, erklärt Peter Pauls als zuständiger Referent bei der Regionetz. Je nach Gerät muss eine Überprüfung oder sogar ein Austausch alle acht bis zwölf Jahre erfolgen. Ein kompliziertes Regelwerk regelt die Details für die Übergabepunkte mit Zähler und Druckregler.

60.000 Erdgasanschlüsse

Rund 60.000 Erdgasanschlüsse betreibt die Regionetz. Etwa 40.000 davon sind Bestandteil des Niedrigdrucknetzes, die nun peu á peu – etwa 5000 pro Jahr – überprüft und auch dokumentiert werden. In früheren Jahren erfolgte oft nur eine Installation ohne weitere Details festzuhalten, die in der Logistik bei Prüfung und Austausch helfen würden, entschuldigt Pauls.

Wo erforderlich, werde das nun nachgeholt. Zudem legt die Regionetz die höhere Anforderungen der Regelungen für das Hochdrucknetz zugrunde. „So ein Gasanschluss muss alle 8760 Stunden im Jahr fehlerfrei funktionieren“, sagt Pauls. „Überlegen Sie einmal, wie gering im Vergleich dazu die Nutzungsdauer eines Autos ist!“

Die machen jedenfalls häufiger Probleme. Aber Michael Pereira hat in seinem Berufsleben auch schon viel gesehen. Nicht überall machen die Anschlüsse schon auf den ersten Blick einen so vertrauenerweckenden Eindruck wie an diesem Morgen. Manche sind verkleidet oder zugestellt worden, andere verrostet oder bemalt.

„Würden wir die Messgeräte erst im Haus einschalten, würde es möglicherweise austretendes Gas nicht erkennen“. Wann es gefährlich werden kann, hängt auch ein wenig ab von der Situation vor Ort. Ist der Anschlussraum gut gelüftet, ist die Ausgangslage anders als in einem verschlossenen Schrank.

Das Stolberger Versorgungsunternehmen orientiert sich hier an den schärferen Standards. „Bei 250 ppm (Teile pro Million) muss gehandelt werden“, sagt Pereira. Andere Versorger würden erst ab 1000 ppm aktiv. Kleinere Gasundichten seien nicht so tragisch, weil sich das Gas rasch mit der Luft vermische. Erst bei 400.000 ppm bilde sich eine explosionsfähige Atmosphäre.

In diesem Anschlusskeller ist der Gasgehalt genau 400.000 ppm von dieser Gefahrenlage entfernt. Mit einer „0“ in der Anzeige surrt das Messgerät beruhigend leise vor sich hin.

Somit kann sich Michael Pereira erst einmal in aller Ruhe der Dokumentation des Druckreglers widmen. Per Handy werden nicht nur die Kontrollnummern auf dem Etikett erfasst und erforderliche Daten eingegeben, sondern Lage und Art der Geräte auch fotografiert. „Das hat einen einfachen Grund“, sagt der Experte. „Wenn ein Austausch erforderlich wird, wissen wir bereits vorab welche Typen und welches Material benötigt werden.“ Mit wenigen Handgriffen ist die Dokumentation geschehen, und das Messgerät wird zur Hand genommen.

Sorgfältig und langsam lässt Pereira den Sensor alle Verbindungsstellen umkreisen und das Leitungsnetz bis zum Zähler entlang ziehen. In diesem Fall macht der Pegel keinen einzigen Mucks – alles ist in Ordnung.

Wäre das nicht der Fall, hätten undichte Elemente ausgetauscht oder neu abgedichtet werden müssen. Das ist übrigens bis einschließlich des Druckreglers eine Aufgabe des Versorgungsunternehmens, darüber hinaus jedoch die Pflicht des Hauseigentümers. Den informieren die Kontrolleure dann umgehend über den Handlungsbedarf. „Und wenn der Herr des Hauses nicht so einsichtig erscheint“, plaudert Michael Pereira aus der Praxis, „dann erzählen wir das seiner Frau. Und dann wird‘s bestimmt repariert.“

In anderen Ländern lege man nicht so viel Wert auf Prävention und Sicherheit wie in unseren Breiten, erzählt der Installateur noch, als er nach wenigen Minuten das Haus wieder verlassen kann. „Es ist schon gut, dass wir in Deutschland leben“, denkt sich da auch der beruhigte Hausbesitzer.

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