Stolberg - Regio-Entsorgung: Vier Firmen zum Angebot aufgefordert

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Regio-Entsorgung: Vier Firmen zum Angebot aufgefordert

Von: Jürgen Lange
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So von Hand wie bisher soll‘s vom kommenden Jahr an nicht mehr gehen: DIe Regio-Entsorgung hat für ihre Fahrzeuge eine Hebevorrichtung für die beliebten 35-Liter-Tonnen installiert. Foto: J. Lange

Stolberg. „Die Probleme dürfen nicht zu Lasten der Bürger gehen“, betont Ulrich Koch, nachdem der Stadtrat sich geweigert hat, die über die stets gewährten 63.000 Euro hinaus entstehenden Mehrkosten für den Betrieb des Wertstoffhofes zu tragen.

Die Einrichtung an der Hasencleverstraße war über den Zuschuss der Stadt hinaus noch einmal mit einem deutlich höheren Betrag als diese Summe von der Firma Schönmakers subventioniert worden. Das fand der Geschäftsführer der kommunalen Regio-Entsorgung bei den Übernahme-Verhandlungen heraus.

Doch die Zeit drängt. Nur wenige Tage verbleiben bis zum 2. Januar, an dem die Anstalt öffentlichen Rechts einen Recyclinghof in der Kupferstadt anbieten soll. Koch und sein Geschäftsführer-Kollege Ulrich Reuter packen die Herausforderung von der praktischen Seite her an.

Auf Basis eines Leistungsverzeichnisses, das den Ansprüchen einer europaweiten Ausschreibung gerecht werde, sind vier Unternehmen in Stolberg gebeten worden, kurzfristig ein Angebot abzugeben: Neben den Firmen Haas und Koch mit den bekannten Anlagen an der Hasencleverstraße und in der Steinfurt auch die auf den Gebieten Recycling, Aufbereitung und Entsorgung sowie mit ausreichend großer Betriebsfläche ausgestatteten Unternehmen BSR sowie Gebrüder Kutsch. „Wir brauchen mindestens 3000 m² mit entsprechender Genehmigung“, sagt Reuter und schließt auch weitere Interessenten nicht aus von einer Abgabe eines Angebotes.

Bis Ende nächster Woche will die Regio-Entsorgung Klarheit haben. Für Montag, 23. Dezember, hat der Bürgermeister für 17 Uhr den Hauptausschuss zu einer Sondersitzung einberufen. Auch mit Blick auf die schnellen Reaktionszeiten in der Wertstoffhof-Frage lobt Ferdi Gatzweiler die Anstalt öffentlichen Rechts als einen „verlässlichen und fairen Partner“: „Es erfolgt eine gut organisierte und vorbereitete Übernahme der Abfallentsorgung.“ Das bedeutet, dass die Kupferstadt im neuen Jahr nur noch für die Erhebung der Gebühren und den wilden Müll zuständig ist. Mit einer vom zuständigen Fachbereichsleiter Walter Wahlen koordinierten Lenkungsgruppe erfolgte der Abgleich und die Übergabe der erforderlichen Daten und Informationen – „reibungslos“, wie Gatzweiler und Koch betonen.

Vergleichbar wie beim Gelben Sack die Vertragspartner des Dualen System Deutschland für Einsammeln und Verwerten der Verpackungen verantwortlich zeichnen, hat die Regio-Entsorgung die Aufgaben der städtischen Abfallentsorgung in Gänze übernommen. Dass die Regio-Entsorgung das Know How dafür hat, hat sie bereits vor drei Jahren unter Beweis gestellt, als sie kurzfristig ein Entsorgungs-System für Altpapier in der Kupferstadt auf die Beine stellte, das auch die Interessen von Vereinen berücksichtigt, die gewohnt samstags den blättrigen Wertstoff einsammeln.

Mit der Übernahme der Stolberger Abfallentsorgung wächst an Neujahr die Zahl der betreuten Kommunen auf elf; die zwölfte, Eschweiler, bereitet sich noch darauf vor, komplett unter das Dach der „Regio“ zu schlüpfen, berichtet Ulrich Koch.

Auf die Kupferstadt hat sich das Unternehmen ganz besonders vorbereiten müssen, um eine seltene Eigenart arbeitsrechtlich einwandfrei berücksichtigen zu können. Mit über 15.000 Gefäßen machen die 35-Liter-Ringtonnen die Masse aus. Die regulären Schüttvorrichtungen an den Entsorgungsfahrzeugen sind jedoch auf die eckige Eurotonnen abgestimmt. „Wir haben ein wenig gesucht, aber wir sind fündig geworden“, freut sich Rainer Lenzen, stellvertretender Vorstand der Regio-Entsorgung. Denn die modernen Abfuhrfahrzeuge wurden nachgerüstet mit „historischen“ Aufnahmen, die neben der Leerung der Euro-Tonnen auch die kleinen Ringtonnen automatisch in den Lastwagen schütten. „Das ist aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften erforderlich“, betont Lenzen.

Um die Müllabfuhr in der Kupferstadt sicherzustellen, hat die Regio-Entsorgung investiert. Vier neue werden den Fuhrpark auf 30 Abfallsammelfahrzeuge erhöhen; zwei sind bereits ausgeliefert. Eingestellt wurden elf neue Mitarbeiter; darunter auch Kräfte, die bisher für die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) in Stolberg tätig waren. Deren Beschäftigte waren per Announce eingeladen worden, sich zu bewerben. Gebrauch gemacht von dem Angebot hat nach Kochs Eindruck nicht das Stammpersonal, sondern per Zeitvertrag beschäftigtes Personal.

„Für die Bürger wird sich bei der Abfuhr nichts verändern“, kündigt Stephanie Pfeifer an. Die vorhandenen Behälter werden von der Regio-Entsorgung alle übernommen, betont die Bereichsleiterin. Dies gelte sowohl für die Behältnisse, die Hauseigentümer angeschafft haben wie auch für die bisher von der EGN bereit gestellten Gefäße.

Alle Haushalte bzw. Eigentümer sind bereits angeschrieben worden und haben dabei auch einen Aufkleber erhalten, der auf die Tonnen geklebt werden möge. Dies dient einerseits noch einmal einer Bestandsaufnahme, andererseits sei es auch ein Stück Eigenwerbung für die Regio-Entsorgung, sagen die Verantwortlichen.

Nichts ändern soll sich für die Bürger im kommenden Jahr auch bei den bereits gewohnten Rhythmen, in denen die Stolberger Tonnen-Vielfalt entleert wird. „Wir haben die Abfuhrtermine übernommen“, so Pfeifer, „um den Bürgern die Umstellung so bequem wie möglich zu machen.“

Dazu zählt auch der neue Abfallkalender, der für die Stolberger lediglich durch ein neues Layout auffällt, aber der Optik der Kalender für die übrigen betreuten Städte entspricht und auch Anmelde-Postkarten für Sperrmüll und Elektrogeräte enthält. Er wird in den nächsten Tagen an die Haushalte verteilt.

Den Abfallkalender gibt es fortan nicht nur in Papierform, sondern er kann auch aus dem Internet als pdf-Datei herunter geladen werden – sogar für jede einzelne Straße, so dass sich jeder Kupferstädter gezielt nur seine eigenen Termine vor Augen führen kann. Für Freunde zeitgemäßer Kommunikationstechnik bietet die Regio-Entsorgung außerdem eine ical-Funktion zum Abgleich mit dem mobilen Kalender; und letztlich wird darüber hinaus die Abfall-App des Zweckverbandes Entsorgung West (ZEW) mit den Stolberger Daten gefüttert.

Mit dem Anschreiben haben die Haushalte auch eine neue Abfallcard erhalten, die als Berechtigungsausweis an den Sammelstationen sowie dem Wertstoffhof – wo auch immer er ab 2. Januar angeboten wird – enthält. Mit der neuen blauen Abfallcard verliert die alte weiße ihre Gültigkeit.

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