Regenbogenschule: „Wollen Förderung unserer Schüler optimieren“

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Die neue Schulleiterin, Petra Schnitzler, will Schüler und Kollegium der Regenbogeschule für die kommenden Wochen und Monate noch einmal besonders motivieren. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Seit dem 18. März 2016 hat Petra Schnitzler die Schulleitung an der Förderschule mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung der Städteregion Aachen an der Stettiner Straße 42 in Stolberg übernommen. Welche Aufgaben mit dem neuen Posten verbunden sind und was ihre Pläne für die Zukunft sind, darüber hat sich Petra Schnitzler im Interview mit unserer Mitarbeiterin Marie-Luise Otten unterhalten.

Was und wo haben Sie studiert?

Schnitzler: Nach dem Abitur in Düren habe ich in Köln Lehramt für Sonderpädagogik mit der Fachrichtung Geistigbehinderten- und Sprachbehindertenpädagogik studiert. Meine Unterrichtsfächer waren Deutsch und katholische Religion.

Wie wurden Sie auf dieses Studium aufmerksam?

Schnitzler: Meine Mutter hat im Blindenheim Düren gearbeitet und später im dortigen Internat unter dem Dach des Rheinischen Blindenfürsorgevereins. An Wochenenden bin ich als Kind schon mal mitgegangen. Als ich älter wurde, war mir klar, dass ich Sonderpädagogik studieren würde.

Wo haben Sie vor Übernahme der Schulleitung gearbeitet?

Schnitzler: Mein Referendariat habe ich in Heinsberg an der Rurtalschule gemacht. Dann ging es nach Oberhausen zur Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Etwas später bin ich dann wieder nach Heinsberg zurückgekehrt, wo ich zunächst an der Förderschule Lernen arbeitete und dann wieder an die Rurtalschule kam. Vor 15 Jahren habe ich in Stolberg die Konrektorinnenstelle übernommen.

Welche Voraussetzungen sind notwendig, um eine Schule zu führen?

Schnitzler: Neben dienstrechtlichen Voraussetzungen wie dem Eignungsfeststellverfahren (EFV) braucht es Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, Führungsqualitäten, Belastbarkeit und Gelassenheit.

Was reizt sie an dem Posten der Schulleiterin? Ist es Ihr Traumjob?

Schnitzler: Mein Traumjob war immer schon, Lehrerin für Sonderpädagogik zu werden. Der Reiz ist, Schulentwicklung zu gestalten. Das Betätigungsfeld ist jetzt viel größer. Jeder Tag ist anders! Die Zusammenarbeit mit Menschen im Kollegium und außerhalb der Schule ist spannend. Es macht mir Freude, Kollegen und Eltern zu beraten und zu begleiten.

Auf welche Aufgaben freuen Sie sich besonders?

Schnitzler: Ich möchte die Schule weiter entwickeln, Anstöße geben und aufnehmen. Fast jeder Kollege hat über den Unterricht hinaus eine spezielle Aufgabe für die Schule, um die Förderung unserer Schüler zu optimieren. Diese unterschiedlichen Aufgaben der Kollegen zu sehen, zu fördern, zu bündeln und intern zu vernetzen, darin sehe ich auch meine Aufgabe in der Schulleitung.

Was möchten Sie anders machen als ihre Vorgängerin, was gleich?

Schnitzler: Ich habe mit meiner Vorgängerin, Frau Brüggenwirth, 15 Jahre zusammen in der Schulleitung gearbeitet. Jede von uns hatte ihre eigenen Arbeitsbereiche. Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten, jede hat ihre Aufgaben nach ihrer Vorgehensweise erfüllt. Das ist immer individuell und nicht zu vergleichen.

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?

Schnitzler: Wir sind an unserer Schule in individueller Förderung gut aufgestellt. Die Schüler brauchen differenzierten Unterricht und differenzierte Erziehungsangebote. Einige Schüler haben psychische Störungen, die den Schulalltag für sie und ihre Klasse bestimmen. Beim zurückliegenden pädagogischen Tag haben wir im Kollegium gemeinsam überlegt, wie wir diesen Schülern gerecht werden. Wir brauchen Unterstützung von außen (z.B. schulpsychologischer Dienst) und weitere Fortbildungen. Die konzeptionelle Arbeit muss kontinuierlich erweitert werden.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Schnitzler: Da ich zur Zeit alleine die Schule leite, sind einige Aufgaben im Kollegium verteilt worden. Ältere Kollegen kennen den Schulalltag ohne oder mit nur einem Schulleiter aus früheren Zeiten und haben hier eine gewisse Routine. Wichtig ist, dass wir eine tragfähige Mannschaft sind und eine gute Organisation haben, damit alles reibungslos funktionieren kann.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Kollegium?

Schnitzler: Ich arbeite nicht nur mit den Lehrern zusammen; zu unserem Kollegium zählen auch die Therapeuten, die Sekretärin, der Hausmeister, die Sozialpädagogin, die Küchenkräfte, die Krankenschwestern, Praktikanten und individuelle Schulbegleiter. Das erfordert von jedem Einzelnen, dass wir für unsere Schüler gute Arbeit leisten, gegenseitige Akzeptanz und der Wille zur Zusammenarbeit. Wichtig ist, Transparenz schaffen und den Überblick nicht zu verlieren.

Sind die Schülerinnen und Schüler schwieriger geworden? Welche Probleme haben sie generell?

Schnitzler: Schwieriger würde ich nicht sagen, eher vielfältiger. Wir müssen uns konzeptionell anders aufstellen. Die Kinder brauchen klare Strukturen, um lernen zu können. Kinder mit psychischen Störungen brauchen zusätzlich Hilfe von außen (von Psychologen, Psychotherapeuten), die die Schule nicht leisten kann. Das macht die Arbeit schwieriger, und manchmal kann es sein, dass in der Schule nicht immer die angemessene Antwort auf die Problemstellung liegt.

Gibt es mehr Kinder, die speziell gefördert werden müssten?

Schnitzler: Spezielle Förderung bekommen alle in der Klasse und auch stufenübergreifend. Es gibt differenzierte Angebote in den Unterrichtsfächern wie Mathematik, Deutsch, Sachunterricht, Sport etc.. Zu den besonderen Angeboten zählen: unterstützte Kommunikation, tiergestützte Pädagogik, lebenspraktische Erziehung, Förderpflege, Berufsvorbereitung und der Bereich Leben und Wohnen für die Zeit nach der Schule.

Wo kommen die Kinder alle her und wie?

Schnitzler: Unsere Schüler kommen aus Stolberg, Eschweiler und aus der Eifel (Monschau, Simmerath, Roetgen). Einige Kinder aus Stolberg kommen zu Fuß, einige werden von den Eltern gebracht und die meisten mit dem Schülerspezialverkehr der Städteregion. Der Vorteil ist, dass wir sozusagen fast keine Schulschwänzer haben.

Wie viele Kräfte arbeiten an Ihrer Schule mit wie viel Kindern?

Schnitzler: 147 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren lernen bei 45 Lehrern und 2 Lehramtsanwärtern. Wir haben 5 Logopäden, 4 Physiotherapeuten, 14 Klassenpraktikanten und 25 Schulbegleiter, 5 Städteregionsangestellte (Sekretärin, Hausmeister, Sozialpädagogin, Küchenkraft und Physiotherapeutin) und ein Krankenschwestern-Team aus dem Bethlehem-Krankenhaus.

In welchem Alter verlassen die Kinder Ihre Schule?

Schnitzler: In der Regel verlassen die Kinder uns mit 18 Jahren nach dem 11. oder 12. Schulbesuchsjahr. Eltern können eine Schulzeitverlängerung beantragen. Wenn die Lehrerkonferenz dem zustimmt, können sie noch ein Jahr länger bleiben. Möglich wäre sogar bis zum 25. Lebensjahr, dies wird aber nicht genutzt.

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