Reformationsjubiläum: Wichtige Sinnfragen des Lebens gestellt

Von: Toni Dörflinger
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Musik und Tanz gingen jetzt in der Finkenbergkirche eine Symbiose mit Texten ein, die sich mit dem Glauben und der Gotteserfahrung beschäftigten. Die Vorführungen waren sehr eindrucksvoll. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Eine hochwertige, niveauvolle Mischung aus Kunst, Tanz, Musik und Sprache wurde jetzt in der Finkenbergkirche geboten.

Unter dem Motto „Auf Wegen - durch Pforten“ präsentierten Anke Wolf (Installationen), Johanna Schmidt (Violine), Lydia Hilgers (Klavier), Ruth Konter (Rezitation) und Bettina Lauber (Tanz) ein spirituelles Kunstprojekt aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums.

Im Mittelpunkt der Darstellung standen religiöse, poetische, visionäre und mystische Texte aus mehreren Jahrhunderten, die sich mit der Suche nach der Gegenwart Gottes und den Sinnfragen des Lebens und des Glaubens beschäftigten. Den Besuchern vorgestellt wurden dabei unter anderem Texte von Martin Buber, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Hildegard von Bingen, Martin Luther und Teresa von Avila.

Sie regten zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit dem Glauben und der persönlichen Gotteserfahrung an: Gottes- und Glaubenserfahrung die nur möglich ist, wenn dem Motto entsprechend neue Wege beschritten und Türen - sprich Pforten - aufgestoßen werden.

Diese Botschaft vermittelten jedenfalls die fünf Künstlerinnen, die hoch motiviert und engagiert eine fantastische und wunderschöne Darbietung boten, der es nicht an Sinneseindrücken, Vitalität und Dynamik fehlte. Großartig war auch die Musik von Johanna Schmidt und Lydia Hilgers. Sie präsentierten eindrucksvoll und abwechslungsreich Werke für Violine und Klavier von Arvo Pärt, Astor Piazzolla, Lili Boulanger, Clara Schumann und Johanna Schmidt: Werke, die dazu genutzt wurden um die vorgetragenen Texte im Hintergrund zu untermalen oder dem Gehörten nach mehr Kraft, Tiefe und Bedeutung zu verschaffen.

Für Aufmerksamkeit und künstlerische Vielfalt sorgte auch die Tanzpädagogin und -künstlerin Bettina Lauber. Ihre tänzerischen Darbietungen vertieften das Gehörte und regten zur Meditation und zur Auseinandersetzung mit den Texten an.

Als Bühne nutzten die aus Stolberg, Aachen und Herzogenrath stammenden Künstlerinnen den Altarraum der 1725 von Tilman Ruland errichteten Finkenbergkirche. In die zweiteilige Darbietung eingeschlossen waren auch die aus Stahl-, Messing- und Kupferdraht bestehenden filigranen Objekte der Diplom Designerin Anke Wolf. Sie hatte ihre Werke, die man als Kirchenschiff, Laubengang, Sonne, Flügel, Tordurchgang und Gefäß deuten kann, im Altarraum, in der Mitte der Bänke und an den Wänden platziert.

Die Pause nutzten die Besucher, um mit der Metallkünstlerin ins Gespräch zu kommen und sich über die präsentierten Kunstwerke auszutauschen. Unterstützt wird das spirituelle Kunstprojekt, das unter den Themen „Duft der Gnade“, „Der mystische Garten“ und „Segen fließt“ demnächst auch in Monschau, Herzogenrath und Jülich präsentiert wird, von der Kulturförderung der Region Aachen und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Die Projektleitung hat Anke Wolf übernommen. Bereits Mitte 2016 hatte die Diplom Designerin die ersten Vorbereitungen getroffen und zu dem „Duo Tarantelle“, in dem die Berufsmusikerinnen Johanna Schmidt und Lydia Hilgers tätig sind, Kontakt aufgenommen.

Die Rezitatorin Ruth Konter machte dann später das Quintett vollständig. Die Besucher waren begeistert. Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen waren der Lohn für die gelungene Aufführung.

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