Redeverbot bei Kunstausstellung für Flüchtlinge erteilt

Von: mlo
Letzte Aktualisierung:
11259958.jpg
Justina Jablonska aus Raeren (links) unterhielt sich mit Gästen aus Kerkrade über ihre Kunst. Foto: M. L. Otten

Stolberg. Zugunsten der Flüchtlinge in Stolberg und der Euregio veranstalteten die Galerie Art in Between mit Conny Linnhöfer, das Weinkontor Bodega Stolberg mit Christian Clement, die Steinweg-Galerie im Burg-Center (Christa und Karl-Heinz Oedekoven) und die Galerie Ludwig Pitz eine Verkaufsausstellung im Kunsthandwerkerhof in Stolbergs historischer Altstadt.

Mit dabei war auch das DRK-Stolberg, das für die Flüchtlingskinder Spielsachen gesammelt hatte und im adventlich geschmückten Hof des Alten Markts eine Gulaschsuppe gegen eine Spende ausschenkte. „Die Idee zu dieser Veranstaltung hatten wir, als wir von den 71 erstickten Flüchtlingen in dem LKW an der österreichischen Autobahn erfuhren“, sagte Christian Clement. „Nach diesem schrecklichen Erlebnis wollten auch wir etwas Gutes tun“.

Das Gesicht der Region prägten an diesem Abend nicht nur Clement und Linnhöfer, sondern auch interessierte Künstler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Sie alle verband Engagement, Einmischung und Provokation. Da war zum Beispiel F. Joseph Ahmann. In seinen Motiven treffen Elemente der christlich-jüdischen und griechischen Mythologie mit Bildern der modernen, radikal kommerzialisierten Gesellschaft zusammen.

Aktuelle Situation dargestellt

Maria Krings setzte sich in ihren drei Werken mit der aktuellen Situation vieler Flüchtlinge in einem fremden Land auseinander. Für sie stehen der respektvolle Umgang miteinander und die Würde des Einzelnen an erster Stelle.

Die 1979 in Polen geborene Justina Jablonska und jetzt als freischaffende Künstlerin in Raeren lebend, blickt in das Innere der Dinge. Aus Bewegung, Auflösung und Chaos lassen sich neue Bildräume erschaffen, die das Zufällige und das Wachsende hervorbringen, wie es die vier Bildern zeigen. Durch das Experimentieren mit Regen, Lack oder Öl und die Einflüsse der Umwelt verändern sie sich und folgen eigenen Gesetzen.

Gilbert de Mulder, einer der populärsten Künstler Teneriffas, ist Professor für Zeichnen und Malerei. Seine Arbeiten sind voller Farbe, ergänzt durch Symbolismus.

Je ein Werk gab es von Francis Mean (eine handsignierte Radierung), Heinz Voss (eine toskanische Impression), Itzchak Tarkay (ein ruhiger Nachmittag) und Rüdiger Brassel (Rosenstock). Der Physiker Thomas Hebbeker, der seit seiner Kindheit fotografiert, zeigte ein schwarz-weißes Spinnennetz und eine grüne Spinne.

Heidi Selheim ist fasziniert von Objekten aus dem täglichen Leben. Sie verarbeitete Gebrauchsgegenstände wie ausgediente Glühlampen zu neuen Beleuchtungsobjekten.

Die Chefin selbst, Conny Linnhöfer, stellte vier Exemplare ihrer Kunst zur Verfügung. Die Federzeichnungen mit chinesischer Tinte auf Papier zeigten Impressionen aus China und eine Collage mit grünen und gelben Farbtönen, die Glück versprechen. Eher unprofessionell zeigte sie sich allerdings, als sie einer Lehrerin vom Berufskolleg Redeverbot zur Flüchtlingsproblematik erteilte und nur deshalb, weil es mit ihr nicht abgesprochen gewesen war, wie sie verlauten ließ. Die Lehrerin verließ danach die Galerie.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert