Realschule testet das iPad im Unterricht

Von: Michael Grobusch
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Spannender Testlauf in der Rea
Spannender Testlauf in der Realschule I: Auch die Schüler der achten Klassen - hier im Unterricht mit der stellvertretenden Schulleiterin Silvia Müller- haben sich an dem dreiwöchigen Pilotprojekt beteiligt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Auslaufen bedeutet nicht ausruhen - das betont Ferdinand Küpper-Jacobs immer wieder. Und weil er die Realschule I auch in den voraussichtlich letzten fünfeinhalb Jahren vor der endgültigen Ablösung durch die Gesamtschule auf dem Weg der Innovation führen möchte, hat der Rektor jetzt mit einem Teil seiner Schüler und Kollegen ein Pilotprojekt gewagt.

Erstmals sind in einer Stolberger Schule iPads zum Einsatz gekommen. Und auch wenn Küpper-Jacobs nur von „ersten Erfahrungswerten” spricht, so kann eines bereits nach drei Wochen festgehalten werden: Die Begeisterung bei allen Beteiligten ist riesig.

„Ich habe im Kollegium ein großes Interesse ausgemacht. Das war für mich eine Grundvoraussetzung, um das Projekt zu realisieren”, blickt der Schulleiter auf die Anfänge zurück. Letztlich waren es fünf Lehrerinnen und Lehrer, die sich zum Einsatz des Gerätes im Unterricht zunächst schulen ließen und ihr neues Wissen dann in die praktische Arbeit einbrachten. „Für uns haben sich vor allem zwei Fragen gestellt: Wäre das iPad eine interessante Erweiterung der schulischen Infrastruktur? Und welche zusätzlichen Möglichkeit bietet es für das Lernen”, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Silvia Müller.

Neben den Kollegen haben auch fast 120 Schüler am Ende der ersten Projektphase im Rahmen einer schriftlichen Auswertung ihre Sicht der Dinge dokumentiert. Ferdinand Küpper-Jacobs fasst das Ergebnis zusammen: „Mit dem iPad tut sich eine neue Dimension des Lernens auf.” Und dann folgen einige wesentliche Schlagwörter: neue technische Möglichkeiten, individuelle Kompetenzstärkung, modernste Präsentationsformen, Videobeiträge, wissenschaftliche Versuchssimulationen.

Aber auch einfachere Dinge wie Wortschatzarbeit, Vokabeltraining und die Internetrecherche werden als Vorteile genannt. Und dann natürlich das Schulbuch der Zukunft: „Im ebook kann ich nicht nur lesen, sondern beispielsweise auch Filme abrufen, Grafiken anzeigen lassen, Bilder vergrößern und Texte bearbeiten”, schwärmt die zweite stellvertretende Leiterin Petra Mersmann. Und das, wie Kollege Küpper-Jacobs ergänzt, in einer vernetzten Schule an jedem beliebigen Ort. Die klassische Computerecke dürfte damit bald ausgedient haben. „Und selbst ein Notebook kann nicht annähernd das leisten, was ein iPad zu bieten hat.”

Nicht zuletzt haben die Lehrer einen großen Spaßfaktor in der ersten Testphase ausgemacht. „Natürlich spielt da auch der Reiz des Neuen eine Rolle. Aber die zusätzlichen Möglichkeiten durch die schier unendliche Zahl von Apps und die daraus resultierende Abwechslung werden auch auf Dauer ihre Wirkung zeigen”, ist Mersmann überzeugt. Wenngleich sie nicht in Frage stellen will, dass das iPad als Ergänzung anzusehen ist und „herkömmlicher” Unterricht auch in Zukunft seinen Platz und Stellenwert in der Schule haben wird.

Das war auch in der Testphase der Fall, erläutert Ferdinand Küpper-Jacobs: „Ein ganz interessanter Aspekt, der sich bei der Befragung ergeben hat, ist die Tatsache, dass die Lehrer ihre Unterrichtsinhalte trotz des Einsatzes des iPads nicht umgestellt haben.”

Während der Pilotphase, die möglicherweise noch vor den Osterferien um drei weitere Wochen verlängert wird, waren der Schule fünf Leihgeräte des Herstellers kostenfrei zur Verfügung gestellt worden. Das machte das Projekt erst möglich, ändert aber nichts daran, dass eine grundsätzliche Möglichkeit der Finanzierung für einen dauerhaften Einsatz erst noch gefunden werden muss. „Die Anschaffung von iPads müsste in das Medienkonzept der Stadt integriert werden”, meint Ferdinand Küpper-Jacobs.

Zu diskutieren sei, in welchen Stückzahlen die Tablet-Computer dann - möglicherweise auch mit Hilfe von Sponsoren - an den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet eingeführt werden könnten. Und auch über eine langfristige Versorgung mit stets zeitgemäßen Geräten müsse nachgedacht werden - etwa durch Leasingmodelle, wie sie es zum Beispiel bei den Kopiergeräten längst gebe. „Da geht es um ein geschicktes Wirtschaftsmanagement”, so der Schulleiter, der ergänzt: „Das muss nicht mehr kosten als die Ausstattung mit modernen PCs.”
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