Realschule I schlägt das letzte Kapitel auf

Von: Michael Grobusch
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Bereiten gemeinsam den Einzug der ersten Gesamtschulklassen in die Realschule vor: Helge Pipoh und Silvia Müller-Gröls. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Nein, von Ferien kann in diesen Tagen noch keine Rede sein. Für Silvia Müller-Gröls und Helge Pipoh ist die „unterrichtsfreie Zeit“ vielmehr mit einer Menge Arbeit verbunden. Das ist für Schulleiter kurz nach Beendigung eines Schuljahres prinzipiell nichts Außergewöhnliches. Und doch ist auf der Liester in diesem Jahr vieles anders als sonst.

Denn am 12. August beginnt in der Realschule I mit dem Einzug der achten Gesamtschulklassen ein neues Zeitalter – und zugleich die letzte Phase des Übergangs, die 2017 mit der Schließung der Realschule enden wird.

„Bis jetzt haben wir das sehr gut und vollkommen entspannt hinbekommen“, stellt Müller-Gröls zufrieden fest. Damit meint sie die mittlerweile drei gemeinsamen Jahre mit dem Kollegen Pipoh und die sich stetig intensivierende Zusammenarbeit. Und sie meint die vergangenen Wochen, in denen die beiden Leiter mit ihren Kollegen an der Abstimmung der Abläufe beider Schulen gearbeitet haben.

„Da kommt schon einiges zusammen, was geregelt werden muss“, berichtet Pipoh. Beispielsweise die Festlegung der Unterrichtszeiten sowie Stundenpläne und damit verbunden die Raumbelegung. Und die Verzahnung von Lehrerraumprinzip an der Realschule und Klassenraumprinzip an der Gesamtschule.

Laufwege zwischen den beiden Gebäuden am Sperberweg und an der Walther-Dobbelmann-Straße mussten bei der Planung ebenso berücksichtigt werden wie die Anpassung der Hausordnungen. Und nicht zuletzt musste geregelt werden, welche Positionen zukünftig über welchen Haushalt abgerechnet werden. Das ging dann bis zu der Frage, wer das Toilettenpapier zu bezahlen hat.

Eine Fortbildung haben Müller-Gröls und Pipoh im Vorfeld nicht gemacht. „Wir sind lange genug im Geschäft, um das auch so hinzubekommen“, stellen die beiden übereinstimmend fest. Einig waren sie sich auch schnell in der Frage der Aufsichtspflicht. „Gemeinsame Verantwortung“ lautet hier das Schlüsselwort. Will heißen: „Wir sind Ansprechpartner und Weisungsbefugte für alle Schüler.“ Eine Trennung zwischen Real- und Gesamtschülern soll es außerhalb des Unterrichtes nicht geben. „Denn wir wollen keine Unterschiede schaffen, sondern Gemeinsamkeiten“, betont Müller-Gröls.

Unterschiedlich wird allerdings weiterhin die Entwicklung der beiden Schulen sein. An der Realschule reduziert sich das Personal von 19 auf 13 Lehrer. Offen ist zudem, ob die doppelte Besetzung der Leitung mit Müller-Gröls und Ilka Fielen beibehalten werden kann. In der Gesamtschule wird mit der Aufnahme des vierten Jahrganges derweil aufgestockt: Weitere sechs Lehrer werden das dann 37-köpfige Kollegium verstärken, das Leitungsteam wird durch einen weiteren Abteilungs- sowie einen didaktischen Leiter ergänzt.

An der Walther-Dobbelmann-Straße soll wenigstens immer ein Leitungsmitglied anwesend sein, Pipoh, der das Nachbarbüro von Müller-Gröls bezieht, wird ebenfalls dort anzutreffen sein – zunächst nicht immer, aber immer öfter. Denn der Verwaltungssitz der Gesamtschule wird spätestens in zwei Jahren die dann ehemalige Realschule sein.

Neuer Naturwissenschaftsraum

Während dies ohne bauliche Veränderungen geschehen kann, gibt es an anderen Stellen durchaus Handlungsbedarf. „Wir bekommen einen weiteren Naturwissenschaftsraum mit dem gleichen Standard wie am Sperberweg“, freut sich Helge Pipoh.

Außerdem werden die bereits existierenden Biologie- und Physikräume „nachgerüstet“, damit sie allgemein für Naturwissenschaften genutzt werden können. Und dann sind die IT-Experten noch gefordert: „Der Datenaustausch zwischen beiden Gebäuden muss gewährleistet werden“, erzählt Pipoh. Zugleich muss für jede der beiden Schulen ein eigenes Netz geschaffen werden. „Streng getrennt, das sind die rechtlichen Vorgaben.“

Getrennt gehen Helge Pipoh und Silvia Müller-Gröls ab der kommenden Woche ihren Weg – vorübergehend. Dann haben auch die beiden Leiter Ferien und gönnen sich Urlaub. Anfang August werden sie sich dann wieder treffen – in der Realschule, die immer mehr zur Gesamtschule wird.

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