Rauschende Lokomotiven und ein wenig Nostalgie

Von: joh
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Sie ließen die Loks zur Eröf
Sie ließen die Loks zur Eröffnung rollen: Hans-Werner Mertens (l.) von den Eisenbahnfreunden, Karl Mäurer (2.v.l.) und Helmut Schreiber (r.) vom Heimat- und Geschichtsverein sowie Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Stolberg. Es herrscht echte Bahnhofsatmosphäre. Loks rattern und rollen über das Schienennetz, Lautsprecherdurchsagen erschallen. „Wir können inzwischen vieles bis auf das kleinste Detail simulieren”, berichtet Hans-Werner Mertens von den Stolberger Eisenbahnfreunden.

Mittels digitaler Technik steuern er und seine Vereinskameraden die Lokomotiven über die Schienen in der Galerie der Burg. Die Miniatur-Eisenbahnwelt scheint zu leben, geschäftig geht es zu auf den Gleisen - und die zahlreichen Besucher sind hellauf begeistert.

Zu ihnen zählt auch Michael Wirtz. Der 72-jährige fühlt sich in der Burg-Galerie, in der auch viele aufwendig recherchierte Tafeln und beeindruckende Bilder die Kupferstädter Eisenbahngeschichte dokumentieren, in seine eigene Kindheit zurückversetzt. „Ich kann mich noch gut an die frühere Stolberger Infrastruktur erinnern, so wie sie hier dargestellt wird”, berichtet der Unternehmer und ehemalige Präsident der Industrie- und Handelskammer. Ebenso wie an Zugfahrten, die heute wohl so nicht mehr vorstellbar sind.

„Als Kind bin ich von meiner Mutter in die Eisenbahn gestopft worden - in einen Waggon Dritter Klasse. Einmal in der Bahn musste man sich dann wirklich mit Gewalt festklammern”, erzählt Wirtz von seiner wahrlich aufregenden ersten Bahnfahrt, „trotzdem waren wir damals als Kinder natürlich völlig fasziniert von der irren Technik.”

Vielen Gästen geht es so wie Wirtz, es sind die Jugenderinnerungen und die Nostalgie, die die Ausstellung in der Burg-Galerie sicherlich zu einer ganz besonderen machen. Doch neben den rollenden Bahnen und dem interessanten Rückblick auf 170 Jahre sehr bewegte Stolberger Eisenbahngeschichte, die auch das von Karin Lange-Rehberg zusammengestellte Kapitel der NS-Zeit nicht verschweigt, spielt auch ein weiteres aktuelles Jubiläum eine Rolle: das 10-jährige Bestehen der Euregiobahn und ihre zukünftige Ausrichtung.

„Diese Ausstellung ist wirklich hochattraktiv und informativ”, befindet Wirtz. Und sie ist sicherlich eine schöne Etappe unterwegs auf der Kupferstädter „Weihnachtsroute”, die in der Burggalerie an den Wochenenden noch bis zum 18. Dezember erlebt werden kann. Dazu zählt auch das von Patrick Huysmann detailgetreu nachgebaute Modell des Stolberger Hauptbahnhofs, so wie er bei seiner Eröffnung anno 1888 ausgesehen hatte.
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