Stolberg - Ratsleute gebürtige Stolberger? Von wegen!

Ratsleute gebürtige Stolberger? Von wegen!

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Frauen und junge Erwachsene sind im Stolberger Stadtrat unterrepräsentiert. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Der typische Ratsherr in Nordrhein-Westfalen ist männlich, älter als 55 Jahre und hoch gebildet. Das ist das Ergebnis eines wissenschaftlichen Gutachtens, das in der vergangenen Woche für das Kommunalministerium erstellt wurde.

Dabei befragte der Bochumer Sozialwissenschaftler Professor Jörg Bogumil fast 2300 Mandatsträger aus insgesamt 44 Kommunen in ganz NRW. Insgesamt engagieren sich in den 396 nordrhein-westfälischen Kommunen rund 20.000 Männer und Frauen ehrenamtlich – auch in Stolberg. Trifft das Ergebnis also auch auf die Ratsmitglieder in der Kupferstadt zu oder heben sich die Stolberger vom nordrhein-westfälischen Durchschnitt ab? Interessant ist: Wer im Stolberger Stadtrat sitzt, ist meistens nicht in seiner jetzigen Heimat geboren.

44 Mitglieder hat der Stolberger Rat, hinzu kommt Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier, der allerdings bei der Auflistung außen vor bleibt. Nahezu erschreckend ist dabei der geringe Frauenanteil. Gerade einmal acht Kommunalpolitikerinnen sind im Rat vertreten. Das sind noch nicht einmal 20 Prozent. Damit liegt Stolberg unter dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt. In den Städten beträgt dieser nämlich 26,7 Prozent und in den Kreisen 29,4 Prozent.

Geologen und Chemiker

Und wie sieht es mit den Berufen der Ratsmitglieder aus? In Stolberg ist wirklich so gut wie jede Gruppe vertreten. Die Auswahl reicht von Kaufleuten über Bankangestellte, Architekten, Geologen, Chemikern, Polizisten bis hin zu Bauzeichnern, Schriftsetzern, Maschinenschlossern, Lehrern oder auch Bauingenieuren und Hotelfachfrauen – um nur einen kleinen Überblick zu geben. Zwölf der 44 Ratsmitglieder – also fast jeder Dritte – sind Akademiker. Die meisten davon gehören übrigens der Stolberger CDU an. Eine Entwicklung mit der Stolberg dem Trend in NRW folgt. Laut Studie besitzen zwei Drittel der Mandatsträger die Hochschulreife besitzen und der größte Teil davon auch einen Hochschulabschluss hat.

Unterrepräsentiert sind laut der Studie jedoch nicht nur Frauen, sondern auch Mandatsträger unter 40 Jahren. Genaue Zahlen über diese Entwicklung gibt die Studie allerdings nicht preis. Für den Stolberger Stadtrat gilt jedoch: Gerade einmal acht Ratsmitglieder sind jünger als 40 Jahre. Die meisten davon gehören der CDU an. Ansonsten sind im alle Altersgruppen vertreten. Was das konkret bedeutet? Die Ehrenamtler sind zwischen Mitte 20 und Mitte 70. Am häufigsten ist übrigens das Baujahr 1953 – gleich vier Mal – vertreten.

Interessant: Wer sich im Stolberger Stadtrat engagiert, hat nicht unbedingt in der Kupferstadt das Licht der Welt erblickt. 21 der 44 Ratsmitglieder sind nicht in Stolberg geboren. Nicht nur in Düren, Eschweiler, Aachen, Paustenbach oder Porselen erblickten einige Vertreter das Licht der Welt, sondern auch in Dortmund, Moers, Koblenz, Freising, Siegen, Westerholt oder Grönebach. Dies spielt in der rund 80-seitigen Studie übrigens keine Rolle. Ein Alleinstellungsmerkmal, das den Stolberger Rat wohl besonders macht.

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