Rat „trifft”: Breinig erhält Sportzentrum

Von: Jürgen Lange
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Einen Volltreffer für den SV Breinig landete gestern Abend der Stadtrat: Der Rasenplatz an der Schützheide wird als Sportzentrum ausgebaut und um zwei Kunstrasenspielflächen, Trainigshalle und Vereinsheim erweitert. Foto: J. Lange

Stolberg. Das Millionen-Projekt hat am Dienstagabend die Qualifizierungsrunde bei der Kommunalaufsicht erreicht: Die Ränge im Ratssaal sind voller Jugendfußballer wie in einem Fußballstadion.

Und unten auf dem grünen Teppichboden erzielt eine breite Mehrheit des Stadtrates einen Treffer, der die Fans des SV Breinig zum Jubeln bringt: Mit 39:6 fällt die Entscheidung, den Bau des Sportzentrums an der Schützheide durch den Spielverein mit bis zu 100 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf städtischer Grundstücke in dem von einem privaten Investor zu entwickelnden Neubaugebiet zu unterstützen. Rund zwei Millionen Euro erwartet die Stadt auf Basis einer Bewertung durch den Gutachterausschuss der Städteregion.

Der Rat folgte mit der Mehrheit von CDU, SPD, Grünen, UWG und NPD einem abgewandelten Beschlussvorschlag, der „eine belastbare Kostenschätzung” einfordert und ausschließt, dass die städtischen Mittel in den Bau von Sportheim, Aufsichtswohnung und Trainingshalle fließen; für die muss der SV die Betriebs- und Unterhaltungskosten selbst tragen; zur Unterhaltung der Kunstrasenflächen soll die neu mit allen Vereinen auszuhandelnde Regelung (ab 2016) gelten. Die Verwaltung ist aufgefordert, die Zustimmung der Kommunalaufsicht für dieser Vorgehensweise einzuholen. Diese ist im Rathaus nicht unumstritten.

Denn mit der leicht verschärften Beschlussformulierung konnte innerhalb der Koalition zwar die Zustimmung der Bündnisgrünen errungen, nicht jedoch die der FDP gewonnen werden. Die vier Liberalen sahen sich aber mit den beiden Linken im Ratsaal allein auf weiter Flur bei der Ablehnung der Subventionierung des Projektes, ohne dass aus den Erlösen des Grundstücksverkaufs ein Beitrag zur Konsolidierung der städtischen Finanzen abfalle.

„Einige hoffen wohl auf die Kommunalaufsicht, denn es könnte ja sein, dass sie auch einmal auf Gesetze achtet”, verwies Bernd Engelhardt (FDP) darauf, dass das Projekt für die Stadt nicht kostenneutral und die harten Kürzungen im Freiwilligen Bereich „Peanuts im Vergleich zur Subventionierung des SV Breinig” seien. Auch Mathias Prußeit (Linke) forderte, dass angesichts der drohenden Überschuldung ein Betrag für die Stadtkasse erwirtschaftet werden müsse. Gleichwohl betonten beide Fraktionen, hinter dem SV Breinig und dem Projekt zu stehen; es gehe nur um den Weg dorthin.

Den hatten zuvor Tim Grüttemeier (CDU) und Dieter Wolf (SPD) breit markiert. Das Konzept sei schlüssig, kostenneutral für die Stadt, sportlich ein Gewinn und aus städtebaulicher Sicht sinnvoll. Die letzten beiden Argumente waren denn dann auch für die Grünen bei ihrer „Wahl zwischen Pest und Cholera”, so Uschi Küpper, ausschlaggebend für die Zustimmung ihrer Fraktion zu dem Sportzentrum - anstelle mögliche Erlöse auch zu einer Schuldenreduzierung der Stadt einzusetzen.
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