Rasend vor Eifersucht getötet: Prozess gegen 21-Jährigen

Von: Jürgen Lange
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Bis in den Morgen waren Ermittler und Spurensicherung nach dem Tötungsdelikt in dem Mehrfamilienhaus an der Rottstraße in Gressenich im Einsatz. Nachdem der Täter zunächst geflohen war, stellte er sich später der Polizei. Foto: R. Roeger
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Bis in den Morgen waren Ermittler und Spurensicherung nach dem Tötungsdelikt in dem Mehrfamilienhaus an der Rottstraße in Gressenich im Einsatz. Nachdem der Täter zunächst geflohen war, stellte er sich später der Polizei. Foto: R. Roeger

Stolberg-Gressenich. Es war offensichtlich ein Eifersuchtsdrama, das sich am Abend des 23. August vergangenen Jahres in dem unscheinbaren Mehrfamilienhaus in Gressenich an der Ecke von Rott­straße und „Elle“ abgespielt hat. Ein 27 Jahre alter Mann aus Geilenkirchen erliegt noch in der Nacht den Stichverletzungen, die ihm laut Anklageschrift ein 21-jähriger aus dem Eschweiler Ortsteil Bergrath beigefügt hat. Dieser muss sich jetzt vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichtes in Aachen verantworten. (Az.: 52 Ks 20/16).

Die Staatsanwaltschaft legt dem Beschuldigten nicht nur Totschlag zur Last, sondern hat ihn auch angeklagt wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung. Dabei dreht sich für den Angeklagten offensichtlich alles um eine seinerzeit 26 Jahre jungen Frau, die in Gressenich wohnt. Damals war sie noch die Lebensgefährtin des 21-Jährigen, als er sie wenige Tage vor dem Kapitalverbrechen aus Eifersucht mit der Faust geschlagen und verletzt haben soll.

Mit Hammer bedroht

In Folge dieser Tat hat sich nach den Erkenntnissen der Ermittler das Opfer mit einem Bekannten getroffen haben, um über sich über den Vorfall auszutauschen. Dazu sei dann der Angeklagte geraten, der den anderen Mann mit einem Hammer bedroht haben soll, um den Namen eines vermeintlich neuen Partners seiner Freundin in Kenntnis zu bringen. Erfahren haben soll er zwar nichts, aber die 26-Jährige beendete die Partnerschaft mit dem Beschuldigten.

Dieser soll selbst schon wieder eine Freundin gehabt haben, als er an besagtem Dienstag im August gegen 23 Uhr vor dem Mehrfamilienhaus in Gressenich eintraf. Trotzdem wollte er seine Ex zur Rede stellen. Die weilte mit ihrem neuen Partner in ihrer Wohnung im Parterre.

Offensichtlich haben sie das nahe Unheil kommen sehen, denn sie öffneten nicht und hatten die Rollläden herabgelassen. Das soll den Mann aus Eschweiler nur noch wütender gemacht haben. Nachdem er an Eingangstür und Fenster gescheitert war, soll er schließlich über die rückwärtige Terrasse soll er den Zugang zur Wohnung gesucht haben; dort brach er die Türe auf.

Derweil flüchtete seine Ex-Freundin mit ihrem neuen Partner durch das Treppenhaus nach oben, in der Hoffnung bei Nachbarn Unterschlupf finden zu können. Doch der Beschuldigte war schneller. Mit einem Messer, das er aus der Küche seiner Ex mitgenommen haben soll, soll er mehrfach auf den Mann auis Geilenkirchen eingestochen und ihm Schnittverletzungen beigefügt haben. Ein Stich in den Oberkörper verlief für das Opfer tödlich; die schnell eintreffenden Rettungskräfte hatten dem Mann nicht mehr helfen können. Die 26-Jährige blieb körperlich unversehrt.

Vier Verhandlungstage

Der Täter flüchtete zunächst, stellte sich aber noch in der Nacht der Polizei. Das Amtsgericht erließ seinerzeit einen Haftbefehl wegen „Mordes aus niedrigen Beweggründen“. Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel sprach von einem Tötungsdelikt, mit dem der Beschuldigte „sein vermeintliches Besitzrecht an der Ex-Freundin durchsetzen“ wollte.

Nun ist Totschlag angeklagt. Das Verfahren beginnt am Mittwoch, 1. Februar, um 9 Uhr. Die 1. Schwurgerichtskammer hat bislang vier Verhandlungstage terminiert. Mit einem Urteil kann für den 13. Februar gerechnet werden.

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