Stolberg - Rahmenbedingungen für Radfahrer sollen verbessert werden

Rahmenbedingungen für Radfahrer sollen verbessert werden

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Radfahrer haben es in der Stolberger Innenstadt bislang nicht leicht. Würde jedoch das Stadtfahrrad oder ein Fahrradverleihsystem eingeführt, könnten sich die Bedingungen verbessern. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Rahmenbedingungen für die Radfahrer in der Kupferstadt sollen verbessert werden. Wie dies aber genau aussehen soll und welche Rolle das Projekt „Stadtfahrrad“ dabei spielen wird, das wird Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) sein, der in der kommenden Woche tagt.

Was sich hinter dem Projekt verbirgt? Bereits im Dezember 2014 wurde Stolberg in das Bund- und Länderprogramm „Stadtumbau West“ aufgenommen. In diesem stehen sowohl bauliche Maßnahmen als auch investitionsvorbereitende Untersuchungen an.

Teilprojekt des Entwicklungskonzeptes „Talachse Innenstadt“ und des dazugehörigen Finanzierungsplanes ist die Erstellung eines Konzeptes zur Einrichtung eines Stadtfahrrades beziehungsweise Fahrradverleihsystems in der Kupferstadt. Das geht aus der Vorlage für die Sitzung des ASVU hervor.

Ziel des Konzepts ist die Ermittlung, in wie weit ein Stadtfahrradsystem einen Beitrag zur Verlagerung von Pkw-Verkehr auf das Fahrrad, zur Verminderung des CO2-Ausstoßes, zur Verbesserung des Stadtklimas sowie zur Überbrückung bestehender Distanzen in der Talachse Innenstadt und gegebenenfalls darüber hinaus zur Förderung der (Elektro-)Mobilität und zur Stärkung des Umweltverbundes leisten kann.

Bessere Luftqualität

Weitere positive Effekte, die man sich von diesem Konzept verspricht, könnten beispielsweise mehr Bewegungsfreiheit für die Einkäufer, die zu Fuß unterwegs sind, ein besserer Zugang zu Geschäften sowie ein einladendes Umfeld mit weniger Lärm, besserer Luftqualität und einer geringeren Unfallgefahr sein.

Mit dem Förderantrag wurde für 2015 die Erstellung eines Konzeptes zur Einrichtung eines Stadtfahrrades bereits beantragt. Auf Grundlage der Leistungsbeschreibung wurde im Juli 2015 eine beschränkte Ausschreibung vorgenommen und ein Planungsbüro aus Aachen mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragt.

Ein erster Zwischenbericht erfolgte bereits Anfang November 2015. Anhand einer Machbarkeitsstudie sollte herausgefunden werden, welche potenziellen Nutzergruppen, Standorte, Finanzierungsmöglichkeiten und Betriebsformen für das Stadtfahrrad in Frage kommen könnten.

Dabei wurde deutlich, dass vor allem Arbeits- und Ausbildungspendler potenzielle Nutzergruppen für die Räder sein könnten. Als Standorte kämen beispielsweise das Rathaus, die EWV, das Krankenhaus und auch Schulen sowie die Industrieachse an der Zweifaller Straße und Saint-Gobain in Betracht. Weitere geeignete Standorte könnten der Hauptbahnhof, der Zinkhütter Hof und die Donnerbergkaserne sein.

Der Startschuss wird jedoch erst einmal zurückgestellt. Der Grund: Zunächst sollen in der Kupferstadt allgemein bessere Voraussetzungen geschaffen werden. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Umgestaltung der Rathausstraße. Dort könnten beispielsweise eine Tempo-30-Zone, ausreichende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in Ladennähe und die Nutzung eines Stadtfahrrades als Alternative während der Bauphase entstehen.

Erste Mobilitätsmaßnahmen wurden im Rahmen des Klimaschutzmanagements bereits im vergangenen Jahr angegangen oder stehen in diesem Jahr auf der Agenda. Dazu gehört unter anderem die „Pedelec Testwoche“ der Industrie- und Handwerkskammer Aachen, an der die Mitarbeiter der Verwaltung teilnahmen. Weitere Probenutzungen für Pedelecs und Elektromobile sowie die probeweise Schaffung von Parkplätzen für Elektromobile im Parkhaus Grüntalstraße sollen geprüft werden.

Mobilitätsgutscheine

Anfang dieses Jahres sollen außerdem Mobilitätsgutscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel an Neubürger verteilt werden. Mit diesen können die Beschenkten dann eine Woche kostenlos das Angebot des ÖPNV nutzen. Bei der Radverkehrskonzeption soll die enge Zusammenarbeit mit der Städteregion weiterhin forciert werden.

Außerdem soll im Zuge des Parkhausneubaus am Stolberger Hauptbahnhof und der Umgestaltung der Rhenaniastraße geprüft werden, ob der Hauptbahnhof als klimafreundliche Mobilitätsstation ausgebaut werden könnte. Ein weiteres Vorhaben ist die Erstellung eines Förderantrages zum Klimaschutz-Teilkonzept „klimafreundliche Mobilität“.

Der ASVU empfehle, den Stadtrat-Ansatz weiter zu verfolgen und die kommenden Jahre zu nutzen, um die Rahmenbedingungen für eine Fahrradkultur zu verbessern und die Aktivitäten in enger Abstimmung mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt abzustimmen.

Für das Projekt sind Mittel in Höhe von 9938,52 Euro vorgemerkt. Das Stadtfahrrad wird nicht nur Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt sein. Auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses und des Stadtrates werden sich damit auseinandersetzen.

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