Radrenntag: Sorge übergibt die Verantwortung in jüngere Hände

Von: Dirk Müller
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Es ist wieder so weit: Am Samstagnachmittag drehen beim Radrenntag Profis und Amateure mit ihren Drahteselns ihre Runden in Breinig. Foto: D.Müller
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Hanns-Reiner Sorge organisiert den Radrenntag zum letzten Mal.

Stolberg. Hunderte Radrennfahrer gehen am Samstag ab 16.20 Uhr in Breinig an den Start. Auf die Jugend folgen die C-Amateure, bevor um 20 Uhr die „BSR-Night“ beginnt, bei der sich 50 Profifahrer im Hauptrennen über 70 Runden auf den ausgeleuchteten Straßen Breinigs messen. Organisiert hat den Radsporttag einmal mehr Hanns-Reiner Sorge.

Das Stolberger Urgestein des Radsports wird zum letzten Mal Direktor des Radrenntages sein. „Es wird Zeit, die Rennen in jüngere Hände zu geben“, sagt der 72-Jährige, der 2017 auch den Vorsitz des Radsportclubs (RSC) Stolberg abgeben möchte.

„Ich stehe gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, aber jetzt sollen jüngere Leute die Verantwortung übernehmen.“ Auch wenn etwas bewährt sei und gut funktioniere, könne der Stillstand irgendwann zum Problem werden, räumt Sorge ein: „Andere Sicht- und Herangehensweisen werden sowohl für den Verein, als auch für den Radrenntag gut sein, und helfen, dass beide für die Zukunft gut aufgestellt sind.“ Der RSC liege ihm nach wie vor am Herzen, auch der Stolberger Radrenntag, den es weiterhin geben werde. „Meine Nachfolge ist bestens geregelt: Die Organisation und Leitung der Rennen wird mit Markus Ganser ein sehr erfahrener Kenner des Radsports übernehmen.“

Sorge leitete einst die Rad-Junioren-Bundesliga Mannschaft Bonn-Aachen mit einem Bonner Kollegen. Seit den 1980er Jahren ist Sorge maßgeblich an den Radrenntagen in der Kupferstadt beteiligt. Zunächst als Kassenwart im RSC, ab 1987 als Vorsitzender des Vereins und Organisator und Direktor der Radsportevents samt Profirennen. „Damals fanden die Rennen noch in Mausbach statt. Aber als die 1150-Jahr-Feier in Gressenich anstand, sprach der Lokalhistoriker Reinhold Scholl mich an und erinnerte daran, dass es bis in die 1950er Jahre einen Radsportclub und auch Rundstreckenrennen in Gressenich gegeben hatte. So kam es, dass wir den Renntag in Gressenich ausprobierten“, sagt Sorge.

Mit Erfolg, denn von 1992 erfreuten die Rennen in Gressenich sich großer Beliebtheit. Im Jahr 2001 war Sorge Mitbegründer des Stolberger Profi-Radsportteams Athleticum. Mit Teamchef Markus Ganser und dem sportlichen Leiter Sorge wurde das Team in den folgenden Jahren unter Namen wie „Com Net – Senges“, „Regiostrom – Senges“, „Kuota“ und „Eddy Merckx – Indeland“ international bekannt und feierte viele Erfolge.

2002 kam Breinig als Veranstaltungsort für die Rennen hinzu, bald zogen die Radsporttage im jährlichen Wechsel in Gressenich und in Breinig die Zuschauer an. „In diesem Jahr war die ,BSR-Night‘ in Gressenich aber nicht umzusetzen, da auf der Rundstrecke die Brücke über den Omerbach nicht befahren werden kann“, erläutert Sorge. Stattdessen beginne das Hauptrennen der Profis um 20 Uhr in Breinig, wo die Strecke ausgeleuchtet werde. Dort ist seit 2010 im Zweijahresrhythmus auch ein Duathlon-Wettbewerb in Kooperation mit dem RSC Krähe Kornelimünster etabliert.

Stillstand hat es also mit Hanns-Reiner Sorge nicht gegeben, der sich jahrzehntelang um den Radsport in Stolberg verdient gemacht hat. Aber bescheiden bleibt: „An dem Erfolg der Radrenntage sind viele Menschen beteiligt. Die Fahrer bringen tolle Leistungen, viele Helfer sind unermüdlich im Einsatz, und die Sponsoren spielen eine ganz wichtige Rolle“, sagt Sorge und verweist darauf, dass bei den Straßenrennen der Eintritt frei ist: „Wir brauchen mehr als bei anderen Sportarten die Unterstützer, um den finanziellen Aufwand zu stemmen. Umso dankbarer sind wir besonders den Sponsoren, die uns seit mehr als 20 Jahren treu geblieben sind.“

Das gelte auch für die Helfer: „Hier in Breinig müssen wir 700 Strecken-Meter mit Flatterband versehen und 1500 Meter mit festen Absperrungen. Sanitäter und Beleuchtung werden benötigt. Und noch viel mehr. Beispiele sind auch Nina Hauschild und meine Tochter Silke, die seit 1992 ehrenamtlich für die Nummernausgabe und die Preis- und Prämienverleihungen inklusive der aufwendigen Vorbereitungen zuständig sind.“ Sorge sagt, er möchte „leise gehen, aber vielen Menschen laut danken“, nicht zuletzt den Anwohnern, die verständnisvoll auf die Radsportspektakel reagiert haben.

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