Radeln mit dem Profi: Leser entdecken Stolbergs schönste Seiten

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Mit dem Fahrrad wird Stolberg erkundet. Die Strecke führt vom Hauptbahnhof über die Hamm, Buschmühle und Büsbach nach Breinig. Von dort aus geht es über Venwegen und Nachtigällchen zum Kaiserplatz.
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Startklar: Ulrich und Fatima Küsters fahren in ihrer Freizeit oft mit dem Rad. Allerdings nicht bei schlechtem Wetter. Ein Glück, dass am Tag unserer Sommer-Aktion die Sonne vom Himmel lacht. Foto: H. Eisenmenger
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Unfassbar leicht: Diese Felge ist aus Carbon und wiegt nur ein Kilogramm. Markus Ganser (links) gibt unseren Lesern Karl-Heinz Offermann (2. von li.), Fatima und Ulrich Küsters Einblicke in die Trickkiste der Profis.

Stolberg. Muskeln, nichts als Muskeln: Es sind wahrlich Prachtbeine, die Markus Ganser, zweifacher NRW-Straßenrennmeister, durchs Leben tragen. Sie zeugen von jahrelangem Training auf dem Rennrad. Und seit einigen Jahren ist Ganser auch im Triathlon erfolgreich unterwegs. Die muskulösen Beine des ehemaligen Profis, der das Radsportteam „Quantec-Indeland“ managt und in Breinig ein Fahrrad-Fachgeschäft betreibt, wirken schon ein wenig einschüchternd.

Obendrein zwackt das schlechte Gewissen – zu wenig Sport, da gibt es keine Ausrede.

Seine unkomplizierte Art lässt schnell vergessen, dass er ein Profi war und ist. Bei der Sommer-Lesertour geht es nur darum, unter der fachkundigen Leitung von Markus Ganser eine gute Zeit miteinander zu verbringen und durch Stolbergs schönes Stadtgebiet zu radeln. Egal, ob mit dem Mountain-Bike, Holland-Rad oder per Rennrad – Hauptsache ist, alle haben Spaß bei unserer Aktion „6 x Sommer“

„Das Tempo der Gruppe orientiert sich am Schwächsten, niemand wird zurückgelassen“, stellt der 41-Jährige gleich zu Beginn klar. Was unsere Leser betrifft, ist jedwede Sorge, jemand könnte nicht mithalten, unbegründet. Es ist eine kleine, aber feine Gruppe, die ordentlich Tempo macht, wie sich herausstellen wird.

Wie auf ein geheimes Kommando haben sich für diese Sommeraktion nur ausnahmslos sehr sportliche Leser „verabredet“. Um Markus Ganser scharen sich Karl-Heinz Offermann, der mit 74 Jahren beeindruckend gut in Form ist, sowie das Ehepaar Fatima und Ulrich Küsters (56 Jahre) und unser Redakteur Michael Grobusch (44 Jahre). Auch diese drei sind fit wie ein Turnschuh.

Treffpunkt ist der Stolberger Hauptbahnhof. Jeder Teilnehmer muss einen Fahrradhelm tragen. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass man prinzipiell gut beraten ist, seinen Kopf zu schützen. Das gilt für Profis wie Amateure gleichermaßen. Ganser erinnert sich an ein Ehepaar, dass eines Tages in sein Geschäft kam. „Sie bestand auf einen Fahrradhelm, er aber wollte nicht und hielt das für übertrieben.“ Durchgesetzt hat sich am Ende die Ehefrau. Nur einen Tag später stand der Mann wieder im Geschäft und sagte:„Geben Sie mir den teuersten Helm, den Sie haben!“ Was war passiert? Der Kunde war gleich bei der ersten Tour gestürzt und mit dem Kopf so hart aufgeschlagen, dass sein Helm zerbrach. Sein Kopf war dank des Schutzes unverletzt geblieben.

Auch Ulrich Küsters hat das Tragen eines Helms vermutlich das Leben gerettet. Er nimmt seinen Helm vom Kopf und deutet auf eine sichtbare Einkerbung. „Ohne Helm wäre mein Schädel bei diesem Sturz gespalten worden.“

Mit Kopfbedeckung also geht es von der Atsch über die Hamm zur Buschmühle, mitten hinein in Stolbergs schöne Natur. Fatima Küsters drückt ganz schön auf die Tube, aber das Tempo scheint genau richtig zu sein. Das nächste Etappenziel ist das Priesterland in Büsbach, hier gibt es bei knapp 30 Grad im Schatten eine Trinkpause. Exakt eine Stunde und sieben Minuten später trifft die Gruppe in Breinig ein. Dort, in Gansers Fachgeschäft, findet der Fahrrad-Fan alles, was das Herz begehrt. Räder in unterschiedlichsten Ausführungen und Macharten reihen sich aneinander. Auf die Autowelt übertragen, reicht die Auswahl vom alltagsfreundlichen Fiat über das sportliche Cabrio bis hin zum anspruchsvollen Ferrari.

Leichtgewicht aus Karbon

Ein „Schatz in Rundform“ fällt Karl-Heinz Offermann auf: eine Felge aus Carbon. Mit einem Kilogramm ein wahres Leichtgewicht. „Eine Felge wiegt normalerweise zwischen 1,5 und 1,8 Kilogramm. Das mag sich vielleicht so anhören, als sei das kein großer Unterschied. Aber ob Sie ein Kilo oder 1,8 Kilo mit sich herumschleppen müssen, macht schon einiges aus“, erklärt der Fachmann. Die Gewichtsreduzierung wirkt sich auch auf das Portemonnaie aus: Mit etwa 3800 Euro schlägt das Paar Hightech-Felgen zu Buche.

Auch ein Pedelec, ein Fahrrad mit elektronischer Tretunterstützung, erregt die Neugierde der Tour-Teilnehmer. Getreu der Devise: Strampeln war gestern, rollen ist heute. Ulrich Küster rümpft die Nase. Für ihn ist ein Pedelec kein „richtiges Fahrrad“. „Es ermöglicht aber gerade älteren Menschen, die sich nicht mehr so viel zutrauen oder gesundheitlich angeschlagen sind, eine ganz neue Lebensqualität“, sagt Markus Ganser. „Mit dem Pedelec trauen sich selbst untrainierte oder betagte Menschen, nach Monschau zum Kaffeetrinken zu fahren. Mit einem Fahrrad ohne Tretunterstützung wäre das viel zu anstrengend für sie. Damit gewährt ihnen das Pedelec die Möglichkeit, ihren Radius auszuweiten.“ Zudem würden sie sich bewegen, aber eben kräfteschonender.

Gestärkt mit neuem Wissen, Müsliriegel und Mineraldrink, tritt die Gruppe erneut in die Pedale. Auf geht es nach Venwegen, dann übers Nachtigällchen zum Eiscafé am Rathaus. Gerade mal eine halbe Stunde braucht die Gruppe bis zum Kaiserplatz. Dort gibt es nach 27 strammen Kilometern zum Abschluss ein Eis. Und durchtrainierte Waden gibt es gratis dazu.

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