Stolberg - Quantensprung im Gewerbegebiet: Megaschnelles Internet im Camp Astrid

Quantensprung im Gewerbegebiet: Megaschnelles Internet im Camp Astrid

Von: Jürgen Lange
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Spannende Geschichte im Gewerbegebiet Camp Astrid: Das orangefarben ummantelte Glasfaserkabel wird mittels eines Kissens aus Druckluft in das Leerrohr geschoben, erklärt Thomas Neugebauer, Geschäftsführer der RelAix Networks. Foto: J Lange

Stolberg. Am Freitag hat Michael Eßers einen Notartermin für das nächste Grundstücksgeschäft, am Donnerstag erlebte der Geschäftsführer der Camp Astrid GmbH eine Premiere der ultraschnellen Art. Schnelles Internet mit Bandbreiten von zunächst bis zu einem Gbit/s im Up- und Download gehören nun in dem Stolberger Gewerbegebiet zum Alltag.

Und bei entsprechender Technik sind zukünftig sogar bis zu 800 Gbit/s machbar, sagt Thomas Neugebauer. Der Geschäftsführer der Aachener „Rel­Aix Networks GmbH“ hat auf Stolberg gesetzt und 120.000 Euro investiert in den Glasfaseranschluss von Camp Astrid.

RelAix setzt auf Stolberg

Der zweimonatigen Verlegung der Verkabelung gingen gut zwei Jahre Planungsphase voraus. Damals hat Michael Eßers bei dem Aachener Unternehmen an die Türe geklopft, um einen Partner für das dringend erforderliche technische Update des Gewerbegebiets zu finden. Schnell wurden sich Eßers und Neugebauer einig, denn schon 2015 bekam die Vermarktung des bis dato vor sich hindümpelnden Angebotes an Gewerbeflächen frischen Wind. Mittlerweile kann man fast schon von einer Art „Goldgräber-Stimmung“ sprechen. Denn der nördliche Teil des Camps ist fast komplett vermarktet oder zumindest reserviert.

Am kommenden Donnerstag wird Eßers im Ausschuss für Wirtschaftsförderung einen Sachstand zur Vermarktung der insgesamt 23 Hektar nutzbare Gewerbefläche in dem 40 Hektar großen Waldgebiet geben. In den ersten sechs Jahren siedelten sich fünf Unternehmen dort an. Zwischen 2014 und 2016 wurden 24 200 Quadratmeter an 12 Firmen veräußert.

In diesem Jahr hält der Run aufs Gewerbegebiet an. Sieben Grundstücksverkäufe mit 11.700 Quadratmeter sind beurkundet – ohne den für Freitag terminierten Verkaufstermin. Und mit zwei weiteren Interessenten ist Michael Eßers ebenfalls fast schon auf dem Weg zum Notar. Eine Elektronikfirma mit 15 Mitarbeitern, eine Medienagentur und ein Landschaftsbauer mit 16 Mitarbeitern wollen in der ersten Hälfte des nächsten Jahres im Camp ihren Betrieb aufnehmen.

Eine Bauunternehmung expandiert am Standort, eine weitere mit fünf Mitarbeitern wurde hinzugewonnen. Ein Düngemittelentwickler plant den Neubau für 2018. Ein Fiberglasproduzent möchte bis 2019 neben seinem Umsatz die Mitarbeiterzahl auf 16 verdoppeln. Mit einem Schilderproduzenten steht man kurz vor dem Vertragsabschluss, und für drei weitere potenzielle Kunden soll der Aufsichtsrat innerhalb der nächsten drei Monate sein Plazet geben. Zehn Reservierungen umfassen ein Volumen von vier Hektar. „Es sieht hier oben im Moment noch leer aus“, sagt Eßers. „Aber das wird bald ganz anders aussehen.“

Derweil verfolgt der Camp-Geschäftsführer interessiert gemeinsam mit Vertretern angesiedelter Unternehmen, Wirtschaftsförderin Nathalie Malekzadeh und Bürgermeister Tim Grüttemeier, was Einblasen bedeutet: das Einschieben des Glasfasers in bereits verlegte Leerrohre mittels eines Druckluftkissens. Thomas Neugebauer gewährt gerne Einblicke in die hochmoderne Technik, die ein „Quantensprung“ im Vergleich zum Internetanschluss aus den Anfängen des Gewerbegebietes bedeutet. „Damals war ein Unternehmen froh, wenn es auf zwei bis fünf Mbit/s im Download kam“, sagt Grüttemeier.

Heute sind neun Unternehmen bei RelAix Networks unter Vertrag – „mit jeweils 500 Mbit/s“, sagt Neugebauer und betont, dass nicht nur mehr Leistung möglich sind, sondern auch alle weiteren Grundstücke in dem Gewerbegebiet an das Glasfaserkabel bis in die hinterste Ecke ihres Betriebsgebäudes angeschlossen werden können. FTTH – Fibre To The Home oder Glasfaser bis in die Wohnung – nennen die Fachleute das, was der Bürgermeister als ein wichtiges Vermarktungsargument für das Gewerbegebiet bezeichnet. „Unternehmen fragen heute nicht mehr zuerst nach der Gewerbesteuer, sondern nach dem Internetanschluss“, sagt Grüttemeier.

Nur Panzerstraße ist ein Problem

Dass der Glasfaseranschluss im Camp möglich wurde, ist auch der Regionetz zu verdanken. „Wir dürfen ihre Infrastruktur nutzen, um die Verbindung zwischen unseren Leitungen bei Eschweiler und dem Gewerbegebiet herzustellen“, so Neugebauer, dessen Unternehmen nicht nur regional verankert, sondern international an den wichtigen Knotenpunkten in Düsseldorf, Frankfurt und Amsterdam vertreten ist.

Dem Anschluss von Camp Astrid ans rasant schnelle weltweite Netz entgegen kamen die breiten Grünstreifen entlang der Grundstücke. „Nur die Querungen der Fahrbahnen bereiteten echte Probleme“, plaudert Neugebauer aus dem Nähkästchen. Denn der 90 Zentimeter dicke Betonunterbau stammt noch aus belgischen Militärzeiten: Panzerstraßen halt.

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