Publikum erwartet „zweite Rate“ von Goethes „Faust“

Von: dim
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Das Burghof-Theater präsentiert auch mit dem zweiten Teil von „Faust auf Raten“ große deutsche Literatur in einer unterhaltsamen Inszenierung. Foto: D. Müller

Stolberg. Es hat durchaus Stimmen gegeben, die daran zweifelten, dass dieses ambitionierte Kulturprojekt in Stolberg ein Publikum findet. Doch nachdem das Burghof-Theater die „erste Rate“ von Goethes „Faust“ äußerst erfolgreich auf die Bühne gebracht hat, sind solche Stimmen längst verstummt.

Und Karin Graf, Regisseurin und Intendantin des Burghof-Theaters, sah sich bestärkt, das Projekt „Faust auf Raten“ fortzuführen. So feiert am kommenden Sonntag die „zweite Rate“ Premiere (siehe Infokasten), und „wir werden sicher auch eine ,dritte Rate‘ aufführen“, stellt Karin Graf bereits jetzt in Aussicht.

Der Erfolg des ersten Teils lag bereits darin begründet, dass die Inszenierung sich dem Werk, das als das Bedeutendste in der deutschen Literatur angesehen wird und zudem wohl das meist zitierte ist, kulturell aber auch kurzweilig genähert hat.

Nach diesem bewährten Prinzip sollen auch die folgenden „Raten“ niveauvoll wie unterhaltsam dem Publikum große Literatur schmackhaft machen. Rund 20 Proben liegen hinter dem Ensemble, das im Vergleich zur „ersten Rate“ deutlich angewachsen ist. Begann die „Faust“-Reihe im Burghof-Theater noch mit vier Schauspielern, werden bei der Fortsetzung ein Dutzend Darsteller auf der Bühne zu sehen sein.

Das ermöglicht zum Beispiel den Querschnitt durch die mittelalterliche Stände-Gesellschaft in der Szene „Vor dem Tore – Osterspaziergang“. Wie im gesamten „Faust“ können die Zuschauer auch in der „zweiten Rate“ auf zahlreiche in den alltäglichen Sprachgebrauch eingeflossene Redewendungen treffen und beim Genuss des Theaterstücks zugleich die eigene Allgemeinbildung auffrischen.

Ein Beispiel: Bei dem Osterspaziergang offenbart der Gelehrte Heinrich Faust seinem „Famulus“ Wagner, dass er innerlich zerrissen sei, mit den bekannten Worten, „zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“.

Den beiden Spaziergängern folgt übrigens ein seltsamer schwarzer Pudel. Auch was sich dahinter verbirgt, können die Zuschauer im Burghof-Theater erleben, der Anwesenheit des Tieres auf den Grund gehen und damit sprichwörtlich wie literarisch ergründen, was „des Pudels Kern“ ist. Die „zweite Rate“ erstreckt sich bis zu dem Punkt, an dem Faust einen Pakt mit dem Teufel eingeht.

Dementsprechend gespannt darf das Publikum denn auch auf die „dritte Rate“ von „Faust“ im Burghof-Theater sein, zumal diese sowohl die Tragödie fortschreibt, als auch in dem berühmten „Auerbachs Keller“ in Leipzig beginnen wird.

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