Prymetall darf sich nicht allein auf Stärke der NA verlassen

Von: Michael Grobusch
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Weiß um die Stärken, aber auch um die Aufgaben von Prymetall: Holger Artelt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Wenn die Norddeutsche Affinerie am kommenden Donnerstag offiziell und öffentlich auf das Geschäftsjahr 2008 zurückblicken wird, sind einmal mehr Meldungen über Rekordumsätze und -gewinne zu erwarten.

Europas größter Kupferproduzent ist auch in schlechten Zeiten gut im Geschäft. Für die Stolberger Tochter Prymetall hingegen gilt das mittlerweile nicht mehr.

Spätestens seit der Bekanntgabe von Kurzarbeit auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung am Donnerstag (wir berichteten) ist klar, dass die Finanzkraft der börsennotierten NA nicht mit einer Beschäftigungsgarantie für die 400 Mitarbeiter gleichzusetzen ist.

Der Betriebsratsvorsitzende Karl-Heinz Hamacher kann zwar aus gutem Grund feststellen, dass die zunächst bis zum Ende des Jahres getroffene Regelung mit den Arbeitnehmern angesichts von Ausgleichszahlungen aus einem Sonderfonds und unangetasteter Urlaubs- und Weihnachtsgelder „der Mercedes unter den Vereinbarungen” ist.

Doch Prymetall-Geschäftsführer Holger Artelt beeilte sich im Gespräch mit unserer Zeitung am Freitag, möglichen Missverständnissen vorzubeugen: „Das befreit uns nicht von der Pflicht, unsere Hausaufgaben zu machen und den Betrieb in Ordnung zu halten.”

In den vergangenen Jahren freilich ist das den Beschäftigten an der Zweifaller Straße sehr gut gelungen. „Unsere Firma ist sehr fit und arbeitet mit einer sehr hohen Produktivität”, attestiert Artelt den Mitarbeitern großen Einsatz und hohe Qualifikation.

Wohl auch deshalb versichert der NA-Vorstandsvorsitzende Bernd Drouven: „Unser vorrangiges Ziel bleibt weiterhin, betriebsbedingte Kündigungen und Personalabbau zu vermeiden.” Doch das wird, so gibt Holger Artelt zu bedenken, nicht ganz so einfach sein, wenn die Krise eine dauerhafte werden oder sie sich in ihrem Ausmaß weiter verschärfen sollte.

Abhängig von Autoindustrie

Die große Abhängigkeit von der Automobilindustrie macht sich stark bemerkbar. „Und ein Licht am Ende des Tunnels kann ich noch nicht erkennen”, räumt der Geschäftsführer ein. Vier bis fünf Monate Zeit gibt er Prymetall bis zur erhofften Erleuchtung, ansonsten „werden wir sicherlich über weitere Maßnahmen sprechen müssen.”

Noch wirken Instrumente wie Urlaubs- und Überstundenabbau, in Kombination mit einer durch die Bundesregierung erweiterten Kurzarbeit-Regelung, die die Unternehmen in Teilen von den Sozialabgaben befreit.

Doch hinter vorgehaltener Hand wird auch schon ein möglicher Beschäftigungssicherungsvertrag, der mit der IG Metall ausgehandelt werden müsste, thematisiert. Er wäre mit einer spürbaren Reduzierung der Wochenarbeitszeit verbunden - und mit einer entsprechenden Anpassung der Entgelte.

Immerhin eine positive Nachricht gibt es in diesen auch für Prymetall schwierigen Tagen: „Gegen Ende des Jahres ist eine größere Investition geplant. Und an dieser werden wir auch festhalten”, kündigt Holger Artelt an. Rund 2,5 Million Euro fließen dann in neue Maschinen am Standort Stolberg. Für die Gegenwart hilft das den Mitarbeitern zwar wenig. Aber für die Zukunft ist es ein wichtiges Signal.
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