Stolberg/Alsdorf - Prym: IG Metall droht mit unbefristetem Streik

Prym: IG Metall droht mit unbefristetem Streik

Von: Dirk Müller
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Strike Foto: D. Müller

Stolberg/Alsdorf. Ein unbefristeter Streik bei Prym rückt näher: In einem Demonstrationszug sind fast 300 Beschäftigte der Standorte Stolberg und Alsdorf vom Prym-Werk an der Zweifaller Straße aus am Mittwoch zum Mühlener Markt gezogen, und dort machte beim zweiten Warnstreik Martin Peters die weitere Marschrichtung deutlich.

„Wir knicken nicht ein“, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall bei der Kundgebung und untermauerte, dass die Forderungen der Industriegewerkschaft notfalls mit einem unbefristeten Streik erzwungen würden.

Unbedingt verhindern wolle die IG Metall eine Abkopplung der Beschäftigten der Prym-Gruppe vom Tarifniveau in der Metallindustrie. Weitere Forderungen sind ein Tarifvertrag zur Altersteilzeit, ein Tarifvertrag zu Bildung und Weiterbildung sowie eine Entgelterhöhung um 3,4 Prozent. Nach dem ergebnislosen Scheitern der Verhandlungen mit der Prym- Geschäftsleitung am 10. Juni, stimmte Peters die Beschäftigten auf den drohenden Erzwingungsstreik ein. Und mit diesem sei schon bald zu rechnen, mahnte Peters.

„Wenn die Geschäftsleitung von Prym nach einer letztmaligen Aufforderung durch die Bezirksleitung der IG Metall nicht bereit ist, von der Entgeltabkopplung abzuweichen, dann werden wir kurzfristig die Mitgliederversammlung einberufen.“ Diese werde über den Antrag zur Urabstimmung entscheiden, den wiederum werde der Vorstand der IG Metall genehmigen, und dann „wird es bei Prym einen unbefristeten Streik geben“, erklärte Peters unter großem Applaus der Belegschaft.

Er erteilte der „Umverteilung zuungunsten der Belegschaft“ eine klare Abfuhr und betonte stattdessen: „Gute Arbeit hat in Deutschland ihren Preis, und auch der muss steigen, denn die Menschen wollen weiter leben können.“

Die Haltung der Geschäftsleitung von Prym stehe „allerdings für Geringschätzung und nicht für Wertschätzung“ der Beschäftigten. „Die Leistung, die Motivation und die guten Ergebnisse der Arbeit der Beschäftigten muss auch honoriert werden“, bekräftigte Peters, die Belegschaft fordere nur, was sie zurecht verdiene.

In Richtung des Prym-Geschäftsführers Jens Waldau sagte der IGM-Sekretär, es sei „sportlich“, sich zu Verhandlungen zu äußern, bei denen man selbst gar nicht anwesend gewesen sei: „ Bisher hat Herr Waldau es für unter seiner Würde erachtet, sich überhaupt mit Euren Vertretern an den Tisch zu setzten“.

Zu der Zukunft des Prym-Standorts in der Kupferstadt äußerte Peters sich ebenfalls klar und deutlich: „Die gesamte Prym-Gruppe steht und fällt mit Stolberg. Hier wird das Know-How geschaffen, um am Markt zu bestehen.“

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