Prym Fashion nimmt den Weltmarkt ins Visier

Von: Michael Grobusch
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Will die Marktanteile der Prym
Will die Marktanteile der Prym-Gruppe kontinuierlich steigern: Andreas Engelhardt, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Stolberg. Verantwortlichen von Wirtschaftsunternehmen ist es heute geradezu verboten, Euphorie zu verbreiten. Und dennoch kann Andreas Engelhardt seine Begeisterung nicht ganz verhehlen, wenn er über seine Zukunftsplanungen spricht.

Die Zeiten haben sich geändert: Ein Jahr nach der von der EU-Wettbewerbskommission gewährten Reduzierung der Kartellstrafe von 40,5 auf 15 Millionen Euro bieten sich der Prym-Gruppe neue Möglichkeiten und Perspektiven.

„In den letzten Jahren haben wir uns sehr stark auf das Kostenmanagement konzentriert. Jetzt wollen wir den Schwerpunkt auf die Gewinnung von neuen Märkten und Kunden setzen”, kündigt Andreas Engelhardt an. Und noch ein Satz ist bezeichnend für die veränderte Ausrichtung an der Zweifaller Straße: „Das Stadium, in dem wir gefesselt waren von der Bewältigung des Tagesgeschäftes, haben wir überwunden.”

Modisches Zubehör

Der Vorsitzende der Geschäftsführung hat Großes vor mit dem Stolberger Familienunternehmen. Dies gilt vor allem für Prym Fashion: Die Neuentwicklung von Produkten, die Vergrößerung des Portfolios und eine deutliche Intensivierung des Vertriebs sollen der in der Vergangenheit oftmals wirtschaftlich arg gebeutelten Division zu neuer Größe und Stärke verhelfen. Andreas Engelhardt formuliert es so: „Wir wollen Fashion zu einem weltweiten Accessoires-Konzern entwickeln.”

Im Bereich des modischen Zubehörs will der Geschäftsführer kräftig zulegen. „In Asien haben wir bereits erste, sehr gute Erfahrungen gemacht.” Von der Öse über die Niete, den Haken und die Schnalle bis hin zum Knopf bietet Prym dort alles an, was der Markt wünscht. „Aus einer Hand”, wie Engelhardt betont. Allerdings nicht immer auch aus eigener Herstellung: „Wir setzen auf eine Mischung von Eigenproduktion und Handelsware.” Dabei stelle die strenge Kontrolle und Zertifizierung sicher, dass der hohe Qualitätsanspruch an Prym-Artikel auch bei zugekaufter Ware gewährleistet ist.

Apropos Zukäufe: Den Erwerb von zusätzlichen Produktionsbetrieben schließt Andreas Engelhardt im Zuge der angestrebten Expansion nicht aus: „Dabei geht es aber eher um kleinere Einheiten, die auch nur dann in Frage kommen, wenn sie strategisch sinnvoll sind.” Prym wolle zwar wachsen, dies aber keinesfalls „um jeden Preis. Wachstum muss immer profitabel finanziert werden.”

Was für Fashion gilt, soll auf die beiden anderen Divisionen nicht minder zutreffen. So sieht der Geschäftsführer für Prym Consumer „ein deutliches Wachstumspotenzial”. Die „zielgruppengerechte Spezialisierung” im Bereich der Handarbeit habe sich bewährt und solle weiter intensiviert werden.

Darüber hinaus wird die Eröffnung eigener Einzelhandelsgeschäfte in Erwägung gezogen, in denen die Consumer-Produkte - beispielsweise Nadeln sowie Näh-, Strick- und Patchworkwerkzeuge und -zubehör - verkauft werden könnten. „Wir sind im Bereich unserer Kurzwaren Weltmarktführer, weil wir wissen, wie die Bedürfnisse der Menschen in den unterschiedlichen Ländern sind”, erklärt Andreas Engelhardt. „Und auf diese Kompetenz werden wir noch stärker setzen.”

„Zukunftsfähiger Ansatz”

Auch für Prym Inovan hat der Geschäftsführer einen „absolut zukunftsfähigen Ansatz. Überall geht es darum, die Energiekosten zu senken. Wir können das für unsere Kunden erreichen, indem wir Elektronikteile mit weniger Rohstoff- und Edelmetalleinsatz und in Folge dessen mit geringerer Größe und Gewicht herstellen.” Auch die Kombination von Metall und Kunststoffen vor allem im Automobilbereich biete ein enormes Potenzial für die Zukunft.

Dabei gehe es immer wieder um neue Produkte mit hohen technischen Anforderungen. „Diese zu entwickeln und zu produzieren, darin liegt die große Chance für die deutschen Standorte.” Und somit auch für Stolberg und die hier beschäftigten 600 Mitarbeiter.
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