Prozess: 21-Jähriger soll Mitbewohnerinnen vergewaltigt haben

Von: wos
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Landgericht in Aachen
Der Fall wird vor dem Aachener Landgericht verhandelt. Foto: Oliver Berg

Stolberg. Es sind zwei Vergewaltigungstaten, die Leon M. aus Stolberg vorgeworfen werden und die seit Dienstag vor einer Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht verhandelt werden.

Vor der Jugendkammer wird der Fall deswegen verhandelt, weil Leon M. heute erst 21 Jahre alt ist und die mutmaßlichen Vergewaltigungen zweier Mitbewohnerinnen einer Stolberger Jugendeinrichtung bereits am 6. und 14. Oktober des Jahres 2014 stattgefunden haben sollen.

Da war der Angeklagte gerade erst knapp volljährig. So gilt er juristisch als Heranwachsender, auf den dann auch heute noch das mildere Jugendstrafrecht anzuwenden ist.

M. soll an den beiden Tagen eine heute 18- und eine 19-jährige Mitbewohnerin vergewaltigt haben. Beim zweiten Vorfall am 14. Oktober habe dabei als Erpressungsmittel ein sogenanntes Cutter-Messer eine Rolle gespielt, was der Angeklagte auf Befragung durch den Vorsitzenden Richter Hans Günter Görgen bestritt.

In der Anklage wurde beschrieben, dass er das Messer einsetzte, als sich das Opfer zu wehren begann. Doch das sei alles einvernehmlich gewesen, machte der Angeklagte geltend. Beim Liebesakt sei es zwar heftig zugegangen, so heftig, dass er sich hinterher in einem Chatbeitrag dafür entschuldigte. Darin bat er das Mädchen um Verständnis, „Tabletten und Gras“ hätten ihn vielleicht „etwas dominant“ werden lassen, er habe eben den „Freak“ herauskommen lassen.

„Habe sportlich alles gegeben“

Auf die Nachfrage des Richters, was das mit dem „Freak“ denn zu bedeuten habe, wusste M. auch nicht so richtig weiter. „Ich war eben etwas wilder, habe sportlich alles gegeben“, beschrieb der 21-Jährige die Situation schulterzuckend vor der Kammer.

Vor der ersten angeklagten Tat vom 6. Oktober 2014 habe er zunächst mit der Betreffenden, zu der er, wie er sagte, früher schon ein sexuelles Verhältnis hatte, in den Räumen des Heimes gemeinsam TV geschaut. Er habe auf einer Couch gesessen, als sie ihn um Geld gefragt habe. Nein, er leihe ihr nichts, habe er gesagt.

Doch sie habe nicht aufgehört zu fragen – auch deshalb, weil sie gewusst habe, dass er mehr als 400 Euro in der Tasche hatte. Sie müsse mit 350 Euro ihrem Freund helfen, habe sie die Geldnot begründet, und sie werde dafür mit ihm schlafen. Er forderte dazu noch, dass sie sein Appartement putze, etwa einmal pro Woche, berichtete er der Kammer.

Sie habe eingewilligt und sei dann zum Sex auf der Couch bereit gewesen, das sei überhaupt nicht gegen ihren Willen gewesen. Sie habe ihn sogar nach dem ersten Sex weggeschickt, um ein Kondom zu holen, was er auch tat, er besorgte es aus seinem Appartement. Im Heim hätten beide bereits in jeweils eigenen privaten Bereichen gewohnt, da sie sich in der sogenannten „Phase der Verselbstständigung“ befanden.

Der Prozess wird am 19. Juni mit der Aussage eines der Opfer fortgesetzt.

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