Projektwoche: Sechs Tage dreht sich alles um den Wald

Von: Sarah-Lena Gombert
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„Rund um den Baum“ dreht sich alles bei einer der Projektgruppen an der Grundschule in Zweifall. Intensiver als im regulären Sachunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Aspekten des Waldes. Am Samstag präsentieren sie ihre Ergebnisse. Foto: Gombert

Stolberg-Zweifall. Tannenzapfen, Moos, Zweige und Klebepistolen anstatt Schreibhefte und Schulbücher liegen auf den Pulten. Ein Baum aus Pappmaché steht direkt vor der Tafel: Das, was am Donnerstagmorgen in einem Klassenraum an der Zweifaller Grundschule passiert, ist ganz offenkundig kein regulärer Schulunterricht.

Die 155 Kinder erleben derzeit eine besondere Projektwoche unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“. In 13 kleinen Gruppen, in denen jahrgangsübergreifend gearbeitet wird, befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema Wald.

„Unsere Kinder sind ohnehin häufig im Wald, den wir ja hier in Zweifall direkt vor der Haustüre haben“, erklärt Ute Esser, Leiterin der Zweifaller Grundschule. Dass die Schüler soviel Zeit im Freien vebringen, hat aber nicht nur mit der räumlichen Nähe zum Wald zu tun, sondern damit, dass die Grundschule Zweifall ganz offiziell Nationalpark-Schule ist.

„Das bedeutet, dass jede Klasse mindestens sechs Mal im Jahr eine Exkursion in den Wald unternimmt“, erläutert die Schulleiterin. Was genau im Wald gemacht wird, ist dabei sehr verschieden. Das können experimentelle Projekte sein genauso wie Kreativ-Unterricht oder sportliche Ausflüge.

Anderes Lernen ist möglich

Doch warum gibt es an einer Schule, in der der Bezug zur Natur ohnehin schon eine große Rolle spielt, noch mal eine ganze Projektwoche zum Thema? „Während einer Projektwoche haben die Schüler ganz andere Möglichkeiten, sich einer Sache zu nähern“, erklärt Ute Esser. Ganzheitliches Lernen sei da ein wichtiges Stichwort. „Wenn ich mich eine Woche lang mit den Bäumen in unserer Nachbarschaft auseinandersetze, sie sehen und anfassen kann, dann ist der Lerneffekt schon ein anderer als bei einem Arbeitsblatt im Sachunterricht“, nennt die Schulleiterin als Beispiel.

Neben den Projektwochen, die es an der Grundschule in Zweifall alle zwei Jahre gibt, gibt es daher auch regelmäßige Atelier-Tage, bei denen die Kinder sich tageweise mit Themen und Fertigkeiten befassen, in denen sie besonders talentiert sind.

Auch das Lernen innerhalb einer kleinen Gruppe, die nicht unbedingt dem Klassenverband entspricht, sei für die Kinder eine Besonderheit. „Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Jahrgängen klappt sehr gut“, sagt Ute Esser. Und die jüngeren Schüler wüssten sich auch durchaus gegen die älteren zu behaupten, fügt sie mit einem Lächeln hinzu.

Was genau die Kinder während der Projektwoche machen, können sie sich selbst aussuchen. Das Angebot, dass das Lehrerkollegium, Eltern und die Kunstpädagogin gemacht haben, hätte breiter kaum sein können: „Es gibt Gruppen, die befassen sich mit bestimmten Tieren wie beispielsweise der Fledermaus oder dem Biber“, erzählt Ute Esser.

In anderen Gruppen geht es um die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Wald oder um das Anlegen von digitalen Steckbriefen der Waldbewohner. Eine weitere Gruppe hat das Phänomen „Robin Hood“ unter die Lupe genommen. Besonders beliebt ist auch das Projekt „Waldolympiade“, bei dem sich die Schüler in verschiedenen sportlichen Disziplinen so richtig austoben können.

Besuch im Nationalpark

Bestandteil der Projektwoche für alle Kinder ist ein Besuch im Nationalpark Eifel. Mit dem Bus geht es zu den Nationalparktoren in Rurberg oder zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang. „Wir liegen hier in Zweifall ja nicht direkt im Nationalpark. Für unseren Ort spielt ja die Forstwirtschaft eine sehr große Rolle“, sagt Ute Esser.

Gerade diese Vielseitigkeit des Waldes, Lebensraum für Tiere und Pflanzen einerseits und Wirtschaftsfaktor für den Menschen andererseits, den Kindern näher zu bringen finde sie besonders spannend. „Denn auch in einem Ort wie Zweifall kommt es immer wieder vor, dass Familien nicht mit ihren Kindern in den Wald gehen.“

Damit auch die Eltern und Geschwisterkinder und alle anderen interessierten Zweifaller erfahren, was die Kinder während der Projektwoche erlebt haben, findet am morgigen Samstag, 29. April, ein Präsentationstag auf dem Schulgelände statt.

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