Projekt „Familien stützen - Kinder schützen”: Paten gesucht

Von: Dirk Müller
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Sabine Beckers mit Nada, Famil
Sabine Beckers mit Nada, Familienpatin Irmgard Graulich mit Manal, der kleine Hicham, Martina Küpper und Mutter Aichan Schwartz (v.l.) freuen sich auf dem Spielplatz über eine von vielen gelungenen Foto: Dirk Müller

Stolberg. Liebevoll hält Irmgard Graulich die zweijährige Nada auf dem Schoß und malt mit ihr, hat dabei immer ein Auge auf Hicham (3),der temperamentvoll durch die Gegend saust, während die erst acht Monate alte Manal friedlich in ihrer Wiege schläft.

Die Kleinen fühlen sich wohl in ihrer Gesellschaft, und auch Graulich selbst macht einen sehr zufriedenen, glücklichen Eindruck. Sie ist eine der Familienpaten des Projekts, das das Bethlehem-Gesundheitszentrum, SKM und SkF unter dem Motto „Familien stützen - Kinder schützen” Ende 2009 ins Leben gerufen hat.

„Die Patenschaften sind eine kostenlose Unterstützung für Familien, die zum Beispiel nicht auf die Hilfe von Verwandten und Freunden zurückgreifen können. Auf sich allein gestellt, ist es schwierig, eine Familie zu managen, und die Anforderungen des Alltags wachsen einem schnell über den Kopf. Hier helfen die Familienpaten”, erklärt Martina Küpper, Diplom-Sozialarbeiterin vom Bethlehem-Gesundheitszen­trum.

Sie beschreibt genau die Situation, in der sich auch Aichan Schwartz befand: Diese kommt aus Marokko, lebt von ihrem Mann getrennt und zieht in Stolberg ihre drei Kinder groß. Die alleinerziehende Mutter ist froh, nun doch nicht mehr ganz allein zu sein, denn „wie eine echte Oma” kümmert Irmgard Graulich sich mit um die Familie.

„Ich finde es toll, dass es so großartige Menschen gibt, die in einer Zeit, in der viele nur an die eigenen Probleme denken, anderen helfen. Ich war zwar zuerst ein bisschen skeptisch, und auch meine Kinder waren ein wenig scheu, aber mittlerweile sind wir wie eine Familie, und seitdem Irmi uns hilft, ist mein Leben leichter”, sagt Schwartz. Vor einem Jahr hörte „Irmi” Graulich auf zu arbeiten, sei aber kein Typ Mensch, der einfach nur die Hände in den Schoß lege: „Ich erfuhr von den Familienpatenschaften und dachte, das ist eine gute Möglichkeit, ehrenamtlich etwas zu tun und insbesondere Kinder zu unterstützen.”

Seit einem halben Jahr ist sie fünf- bis sechsmal im Monat bei Familie Schwartz und betreut Hicham, Nada und Manal, wenn ihre Mutter Aichan Einkäufe tätigt oder zum Arzt geht. „Entweder vorher oder im Anschluss verbringen wir natürlich auch Zeit zusammen. Wir besprechen alltägliche Dinge oder essen alle fünf den Kuchen, den wir gemeinsam gebacken haben”, betont die 55-jährige Familienpatin. „Außerdem hilft Irmi mir beim Schriftverkehr und Formularen, da ich noch nicht so gut Deutsch spreche”, ergänzt Aichan Schwartz.

Begleitet werden die Patenschaften durch das Beratungsangebot des Bethlehem-Gesundheitszentrums und ein Elterntraining des SkF Stolberg. „Im Vorfeld führen wir Gespräche und machen Hausbesuche, um passende Familienpatenschaften zu finden. Die Paten werden von uns gut vorbereitet, es finden regelmäßige Patentreffen zum Austausch statt, und die ehrenamtlichen Helfer haben die Möglichkeit, an Schulungen teilzunehmen”, erläutert Sabine Beckers, Diplom-Sozialarbeiterin vom SKM.

Sie sieht das Konzept bestätigt - und auch der Bedarf besteht: Sieben Familien warten momentan auf eine Patenschaft. „Die Familienpatenschaften bedeuten langfristige Unterstützung und persönliche Beziehungen zwischen den Familien und den Paten. Wir bringen Menschen zusammen, die zum Teil inzwischen zusammen gehören”, sagt Sabine Beckers mit einem Blick auf Familie Schwartz und ihre Patin „Irmi” Graulich. Kontaktadressen für Familienpatenschaften

Interessierte Paten und Familien wenden sich zur Beratung an:

Martina Küpper, Bethlehem-Gesundheitszentrum, E-Mail: martina.kuepper@bethlehem.de, Tel. 1074595, oder an

Sabine Beckers, SKM - Katholischer Verein für Soziale Dienste, E-Mail: beckers@skm-stolberg.de, Tel. 81007.
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