Projekt der Grundschule Gressenich: Ein „Sportkarussell“

Von: Sarah-Lena Gombert
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Beim „Sportkarussell“ lernen die Gressenicher Kinder unter anderem den Turnsport kennen. Foto: Gombert

Stolberg-Gressenich. Ob im Sport oder im Kulturbereich: Viele Vereine in Stolberg beklagen derzeit einen gewissen Nachwuchsmangel. Unter anderem die langen Schultage vieler Kinder sorgen dafür, dass Mädchen und Jungen kaum noch Freizeit haben, die sie beim Training oder bei einer Musikprobe verbringen könnten.

Die Idee liegt also nahe, die Vereine mit den Schulen zusammenzubringen. Eine besondere Aktion hat man sich an der Grundschule Gressenich ausgedacht: Dort gibt es seit Anfang des Schuljahres in Kooperation mit dem Regiosportbund ein „Sportkarussell“ – das erste seiner Art in der Städteregion.

Die Idee dahinter ist so simpel wie einleuchtend: Im Jahresverlauf teilen sich mehrere Sportvereine einen bestimmten Zeitrahmen, in Gressenich ist das mittwochsnachmittags von 14.15 Uhr bis 16.45 Uhr. Während dieser Zeit schickt jeder der beteiligten Vereine jeweils für ein paar Wochen einen Übungsleiter an die Schule, um den Kindern eine bestimmte Sportart näherzubringen.

In Gressenich sind das die DJK Roland Stolberg (Judo), der Turnerbund Breinig (Turnen), die LG Stolberg (Leichtathletik) und der Tennisclub Blau-Weiß. Ganz bewusst außen vor ist beim Sportkarussell übrigens der allgegenwärtige Fußball. Kicken können die Kinder natürlich trotzdem: Es gibt eine Fußball-AG in Gressenich.

„Uns als Schule ist die Bewegung der Kinder sehr wichtig“, erklärt Petra Bleimann, Leiterin der Grundschule. Sie lege auch Wert darauf, dass beim Sportangebot im Nachmittag den Kindern Inhalte vermittelt werden, die über den regulären Sportunterricht der Schule hinausgehen.

Unterstützung der Krankenkasse

Und Astrid Schober, Ganztagskoordinatorin der Einrichtung, ergänzt: „Aus unserer Sicht ist es natürlich gut, wenn die Kinder ein attraktives Nachmittagsangebot bekommen mit qualifizierten Betreuern.“ Um diese zu finanzieren, hat die Schule Unterstützung der Krankenversicherung Actimonda bekommen.

Qualifizierte Übungsleiter während der Schulzeiten zu bekommen ist aber nicht nur ein finanzielles Problem: „Viele Übungsleiter sind beruflich eingebunden, so dass sie nicht ein ganzes Schuljahr über nachmittags an einer Schule sein können“, sagt Stephan Behrens von der DJK, der selbst Judo unterrichtet. Sechs bis acht Wochen seien jedoch machbar. Und wenn sich einige Kinder aufgrund des Angebots zum Schnuppertraining im Verein kommen, dann habe es sich gelohnt.

Apropos Interesse: „Es ist natürlich in der Schule ein ganz anderes Umfeld als im Verein“, sagt Sylvia Beckers vom Turnerbund. Während im Verein nur die Kinder aufschlagen, die an einer Sportart Spaß haben und auch die Unterstützung ihrer Eltern, müsse man in der Schule alle Kinder für sein Programm begeistern. So wird der Turnunterricht zum regelrechten „Agententraining“ mit Schleichen, schnellem Laufen und Entlanghangeln.

Lohnend für die Vereine

Für die Vereine lohnt sich die Arbeit deshalb, weil sie die Möglichkeit haben, Anhänger ihrer Sportart zu finden. „Unser Altersdurchschnitt im Verein ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen“, sagt Jürgen Sonnen vom TC Blau-Weiß. Die Tennisleute seien bereits an drei Schulen im Stolberger Stadtgebiet aktiv, „und wir stoßen langsam an unsere Kapazitätsgrenzen.“ Sonnen sieht hier Chancen auch für andere Vereine, Werbung zu machen.

Beim Schulfest im Sommer haben alle Vereine die Möglichkeit, sich auch der Elternschaft zu präsentieren. „Wäre doch klasse, wenn die Kinder dann sagen: Guck mal Mama, bei dem habe ich Sport gemacht. Das macht Spaß, da will ich in den Verein“, sagt Petra Bleimann.

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