Professjubiläen: Seit vielen Jahren gemeinsam auf dem Weg

Von: Christoph Hahn
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Blumen und Geschenke gab es für die drei Jubilarinnen bei den Christenserinnen von Haus Maria im Venn, die drei Schwestern Gerlinde (v.l.), Angelika und Hiltrud. Foto: C. Hahn

Stolberg-Venwegen. Schon eine Stunde vor Beginn gehen Menschen die Vennstraße hinauf in Richtung Rainweg. Sie haben sich ihre beste Kleidung angezogen und tragen Geschenke in den Händen. Es sieht ganz so aus, als bahne sich an diesem Vormittag ein Ereignis für den gesamten Ort und nicht bloß für die Bewohner von Haus Maria im Venn an.

Dort aber befindet sich gleichwohl alles in festlicher Aufregung. Immer mehr Gäste strömen zum Haupteingang hinein, warten in der Cafeteria und werden dort von Schwester Wendeline oder einer der elf anderen Christenserinnen, die hier leben, in Empfang genommen.

Das Haus vibriert vor Spannung. Denn heute steigt ein ganz, ganz großes Fest: Die Schwestern Gerlinde und Hiltrud gehören seit stolzen 60 Jahre der Ordensgemeinschaft an, die 1974 aus der Nähe des Aachener Hauptbahnhofs hierhin, an die Schwelle zur Eifel, umgezogen ist. Schwester Angelika, die aus Indien stammt, feiert gleichzeitig ihr Goldenes Professjubiläum. Ihnen zu Ehren sind die vielen Gäste gekommen – und nicht wenige Vertreter der Geistlichkeit, darunter der Ordensreferent im Bischöflichen Generalvikariat, Monsignore Dr. Stefan Dückers.

Doch bevor er und seine Mitbrüder mit der Feier der Messe beginnen können, sind erst einmal die Bewohner dran. Im Vorraum zur Kapelle haben sie sich versammelt und bringen den drei Jubilarinnen ein Ständchen dar. Die Senioren lassen ihre Herzen sprechen, denn die Schwestern sind ihnen offenkundig wichtig. Dass es um drei Jubiläen, ihre Jubiläen geht: Dafür bietet sich derweil auf dem Altar ein schönes Bild. Drei Kerzen sind dort inzwischen entzündet worden. Zwei davon zeigen auf der Schauseite, von einem goldenen Lorbeerkranz umfasst, die Zahl 60, eine weitere die Zahl 50 – die Zahl, die die drei Christenserinnen in ihrer Gemeinschaft zugebracht haben.

Dass dieses Fest ihnen wichtig ist, bekunden übrigens nicht nur die Hausbewohner mit ihrem Ständchen, sondern auch die Besucher in der sehr gut besetzten Kapelle – Gäste, Mitarbeiter, Venwegener und Mitschwestern aus dem Samaritanerheim in Stolberg sowie dem Krankenhaus in Geilenkirchen, wo auch noch Christenserinnen leben. Vor diesen Zuhörern setzt Monsignore Dückers den Grundton. So sei das dreifache Jubiläum „für uns alle ein Grund, Dank zu sagen“. Dann lenkt der Gast aus Aachen die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf den Tagesheiligen Vinzenz von Paul. Dessen Beispiel lehre vor allem eines: „Gottes- und Menschendienst sind nicht von einander zu trennen.“

Wenig später folgt nach der Begrüßung die eigentliche Predigt. Dem Ordensreferenten kommt dabei die Leitfrage aus einem Gespräch mit Jugendlichen in den Sinn: „Was fällt dir ein, wenn du das Stichwort ‚Glück‘ hörst?“ Spuren dieses Glücks entdeckte Dückers im Leben der Schwestern Gerlinde, Hiltrud und Angelika, die „Nächstenliebe als Lebensmodell“ angenommen hätten. „Egoismus macht haltlos“, fügte der Priester hinzu. Die drei Jubilarinnen lebten einen Gegenentwurf, „weil sie sich für andere Menschen einsetzen“.

Eine lange Schlange bildete sich bei der Gratulationscour nach dem Ende der Messe. Denn in den Herzen der Mitarbeiter und Ortsbewohner sind die drei Christenserinnen schon lange angekommen. Ihnen zum Jubiläum Glückwünsche und Geschenke zu überbringen: Das war für viele Menschen nicht zuletzt deshalb ein Herzensbedürfnis.

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