Stolberg - Probleme im Seniorenzentrum: „Kein Interesse an öffentlichen Debatten“

Probleme im Seniorenzentrum: „Kein Interesse an öffentlichen Debatten“

Von: se
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Probleme im Seniorenzentrum: Diskussionen sollen nur noch intern geführt werden, teilte Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier mit. Foto: J. Lange

Stolberg. Fragen musste Geschäftsführerin Gabriele Makola an diesem Abend im Stadtrat nicht beantworten. Dass die Mitarbeiter der Einrichtung, des Seniorenzentrums am Amselweg in Stolberg, sich an unsere Zeitung gewandt hatten und von Mobbing und damit verbundenen Klagen berichteten, spielte bei dieser Gelegenheit vor den Fraktionen im Rat keine Rolle.

Das war hingegen Thema auf der Betriebsversammlung, die am Mittwochnachmittag am Amselweg stattfand. Von einer konstruktiven Versammlung sprach Verdi-Gewerkschaftssekretär Harald Meyer im Nachgang. Obwohl er nach wie vor die Besetzung der Geschäftsführung als problematisch ansehe, sprach er von einer „positiven Entwicklung“, die in der Einrichtung stattgefunden habe. Die Mobbing-Vorwürfe hätten sich indes allerdings nicht bestätigt, so Meyer weiter.

Deutlich zurückgewiesen

Das erklärte auch Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier. Und er ging noch weiter: Die Vorwürfe seien von allen Beteiligten „deutlich zurückgewiesen“ worden. Nicht nur aus Mitarbeiterkreisen war berichtet worden, dass Mobbing und Burn Out keine Einzelfälle seien und zwölf Mitarbeiter deswegen in einer psychologischen Behandlung seien. Auch weitere vertrauensvolle Quellen hatten unserer Zeitung gegenüber erklärt, dass der Zustand im Seniorenzentrum für Bewohner und Angestellte unzumutbar sei.

Die offenen Fragen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung seien intensiv erörtert und teilweise bereits gelöst worden. Die noch nicht gelösten Fragen würden in vertrauensvollen und konstruktiven Gesprächen zeitnah weiter erörtert.

„Diese Diskussionen finden jedoch intern statt, wo sie auch hingehören. Alle Beteiligten haben kein Interesse an weiteren öffentlichen Debatten, die nur der Einrichtung, den Bewohnern und Mitarbeitern schaden“, so Grüttemeier.

Der Betriebsrat äußerte sich nicht. Betriebsratsvorsitzende Bärbel Lechner erklärte, dass man sich zu den Vorwürfen nicht äußern wolle. Auf der Betriebsversammlung war eine Teilnahme der Presse nicht erwünscht.

 

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