Problem Mühlengräben: „Entweder Ratten oder Hochwasser“

Von: -jül-
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Sylke Skrobek und der Sorgenpfuhl: „Entweder ist Hochwasser oder die Ratten tummeln sich in den Mühlengräben“. Foto: J. Lange

Stolberg. Ihr Dank gilt den Helfern des Technischen Hilfswerks, die beim Hochwasser den Komplex Arnolds Mühle und angrenzende Gebäude vor dem großen Absaufen bewahrten: „Mit zehn großen Pumpen wurden hier stundenlang 30.000 Liter pro Sekunde abgeleitet“, beschreibt Sylke Skrobek den Ernst der Lage.

Und die ist bei der ehemaligen Mühle nun einmal komplizierter gelagert, weil aus alter Zeit Gräben das Wasser zum Betrieb der Mahlsteine lieferten. Diese teilweise offenen, bis zu zwei Meter hohen Wasserläufe sind heute noch wunderbar anzusehen, aber am Mittwoch drohten sie ebenso hoch zuzulaufen und damit Keller und Mühlen - und Nachbargebäude zu fluten - hätte eben nicht das THW den Wasserstand niedriger gehalten. Das müsste zumindest in dem Ausmaß nicht der Fall sein, ist Skrobek überzeugt.

Denn im Rahmen der Altstadtsanierung in den 1980er Jahren wurden die Zuflüsse in die Mühlengräben vom Vichtbach abgebunden, die Wasserrechte an die Stadt zurückübertragen. Ob das bei allen Zuläufen noch so wasserdicht ist, kann die Kauffrau heute nicht recherchieren. Jedenfalls steht normalerweise immer ein wenig Wasser in den Gräben, sei nun Grundwasser oder aus einer unbekannten Leitung.

Obwohl „es sich aus Sicht des Wasserverbandes um ein stehendes Gewässer handelt, er deshalb nicht zuständig sei“, so Skrobek, so fließt in der Tat das Wasser, wenn auch langsam, zurück in den Vichtbach. Nicht verschlossen ist jedenfalls der höher als der Bach gelegene Ablauf des Kanalsystems hinter der Enkerei nahe dem Kindergarten. „Und durch diesen Abfluss wird bei Hochwasser das Wasser mit so großer Kraft in das Grabensystem zurück gedrückt, dass es die Altstadt flutet“, berichtet Skrobek.

Den Einbau von einem oder mehreren Schotten in den Mühlteichläufen könne diesem Problem begegnet werden. Hier sieht die Unternehmerin ebenso die Stadt in der Pflicht wie bei einer Untersuchung der umfangreichen historischen Altstadtverrohrung auf ihre Dichtheit hin. Denn die Grabenläufe seien an vielen Stellen marode. Im Rahmen der Altstadtsanierung seien auch bis dahin bestehende Verbindungen gekappt worden.

Ein anderes Problem beherbergen die Mühlengräben, wenn sie einmal nicht grade vom Hochwasser sauber gespült werden: „Dann tummeln sich hier die Ratten“, erklärt Skrobek. Die machten dann auch gerne immer wieder einen Ausflug auf den Kinderspielplatz, was wohl kaum im Sinne der Stadt sein könne. Dazu wird noch eine nachhaltige Lösung gesucht, denn die vor zwei Monaten ausgelegten Giftköder hätten keinen nachhaltigen Erfolg gezeigt. „Entweder habe ich Ratten oder Hochwasser“, bringt Sylke Skrobek das Problem auf den Punkt.

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