Privateigentum ist wichtiger als Windräder im Wald

Von: Jürgen Lange
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Jens Greeb erläuterte die differenzierte Haltung der FDP Stolberg.

Stolberg. Für die eigentliche Überraschung sorgten Donnerstagabend die Freien Demokraten in der Windenergiedebatte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt.

 Der beschloss zwar wie erwartet den Ausstieg aus den untersuchten Konzentrationszonen Hedchensknapp und Wolberberg zwischen Zweifall / Vicht und Breinig / Venwegen sowie Drei-Kaiser-Eichen an der Stadtgrenze zu Raffelsbrand, womit die geplante Fläche für den Windpark im Laufenburger Wald als einziger zusätzlicher Bereich zur bestehenden Konzentrationszone Werther Heide im Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung verbleibt.

Allerdings fiel dieser Beschluss unerwartet einstimmig. Es war die FDP, die nach intensiven internen Debatten über den Vorrang ihrer politischen Grundsätze für diese Überraschung sorgte. Denn stets hatten die Liberalen betont und so auch entsprechend während des bisherigen Verlaufes des Verfahrens abgestimmt, dass sie gegen den Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten seien. Dies sei vom Grundsatz her auch immer noch der Fall, erläuterte im Ausschuss der stellvertretende Parteivorsitzende Jens Greeb. Allerdings sei die Sicht der Dinge beim Laufenburger Wald anders gelagert.

„Im Gegensatz zu den anderen Flächen ist der Laufenburger Wald nicht in städtischem, sondern in privatem Besitz“, so Greeb weiter. Und Privatbesitz sei nun einmal ein Kernthema liberaler Politik. „Wir wollen Privateigentümern nicht vorschreiben, was sie mit ihrem Besitz machen, solange alle gesetzlichen Bestimmungen erfüllt werden.“ Also werde die FDP auch nicht gegen die Pläne für einen Windpark im Laufenburger Wald votieren, wenn die Vorschriften eingehalten würden. Dies sei laut vorliegender Gutachten im bisherigen Planungsstadium der Fall. Die Landesregierung habe Windkraftanlagen im Wald gegen den Willen der FDP ermöglicht, so Fraktionsvorsitzender Bernd Engelhardt in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung; es wäre aber Willkür auf Privatflächen eine solche Entwicklung verhindern zu wollen. Windkraftanlagen auf städtischen Flächen werde die FDP weiterhin ablehnen.

Verständnis zeigte Greeb jedoch für die Skepsis eines Teils der Bürger aus Schevenhütte und Heistern gegenüber diesen Plänen und appellierte, einen konstruktiven Dialog einzugehen. „Wir werden unsere höchsten politischen Grundsätze aber nicht über Bord werfen“.

Eine Reihe von Bürgern aus dem Bereich hatten die Sitzung besucht und während der Einwohnerfragestunde die Verwaltung mit Stellungnahmen und Fragen zu dem Thema „bombardiert“.

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