Stolberg - Prinz Holli I. proklamiert: Närrische Stimmung in der Burg-Galerie

Prinz Holli I. proklamiert: Närrische Stimmung in der Burg-Galerie

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Gute Stimmung ist garantiert, wenn die Stolberger Narren feiern. Diese Tradition will auch der neue Prinz Holli I. beibehalten. Foto: D. Müller

Stolberg. Dieser „Holli-Day“ hatte es in sich: Kaum war aus dem ehrbaren Bürger Holger Schulz Seine Tollität Holli I. geworden, legte der neue Stolberger Karnevalsprinz richtig los und begeisterte mit seinem Hofstaat die Jecken in der Burg-Galerie.

Mit seinem Prinzenlied, das genau das thematisiert, was Holli I. zuvor unmissverständlich klargemacht hat: „Ich bin ein Stolberger und werde immer ein Stolberger sein“, sagte der närrische Regent, und seine Liebe zur Heimatstadt drückte er auch in dem schwungvollen Lied aus, das mit Sicherheit noch viele Jecken mitreißen wird.

„Ich ben ne kleejne Mann, doch ming Häzz, dat es jroß, für de Stadt, wo ich ming Fründe fand“, sang der Oberehrenhut der Ersten Großen Stolberger KG. Und setzte noch einen drauf: „Hür mich op met Oche und Cologne! Hür mich op, mir bruche kenge Dom! Ich ben ne Stolberjer Sohn!“, schmetterte der Prinz zur Freude der Gäste in der proppenvollen Burg-Galerie. Sympathisch räumte Holli I. singend ein: „Ich hann ne Hau met d‘r Pann, feier gerne sehr oft und auch lang.“

„Mir bruche kenge Dom“

Und feiern wird das Kupferstädter Narrenvolk zu der eingängigen Melodie des Prinzenliedes die kommenden Wochen bestimmt, spätestens wenn Seine „Hollität“ dazu ermuntert, zu „tanzen wie in Holli-Wood“. In seiner kurzen Antrittsrede hatte der Stolberger Prinz zuvor noch erklärt, aller Anfang sei schwer. „Ich weiß nicht warum, aber meine Knie schlottern so‘n bisschen da unten rum“, räumte er ein, doch bald siegte sein Spaß an der Regentschaft über die Aufregung. Der 80. Prinz von Narren Gnaden bereitete die Jecken vor auf eine Session ohne Motto, denn das Richtige zu finden, sei wie ein Sechser im Lotto.

Holli I. animierte die Narren dazu, Karneval „in Stolbergs schönen Kneipen“ zu feiern, und beeindruckte gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit einer schönen Geste: Er lud Silberprinz Lothar I. (Janiec) ein, der als „Golfprinz“ in die närrische Historie einging, da in seiner Session wegen des Golfkrieges der Straßenkarneval ausfiel, mit Holli I. gemeinsam im Prinzenwagen den diesjährigen Rosenmontagszug in Stolberg zu erleben.

Dank an Kurt II.

Die Inthronisation des neuen Prinzen war traditionell festlich und würdig, und Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann führte gewohnt souverän durch das Programm. Dem Prinzenvater Kurt II. (Schiffer) dankte Hartmann für dessen spontane Bereitschaft, Prinz in der vergangenen Session zu werden, und für „eine tolle Session, in der Du mit Deinem Hofstaat die Wände der Säle hast wackeln lassen“.

In Richtung der neuen Tollität nahm der Präsident Hollis sportliche Betätigungen ins Visier und stellte heraus, dass diese sich sehr gut mit der Geselligkeit des Prinzen vereinbaren lassen: „Skifahren mit Hang zum Aprés-Ski und Fußballspielen mit ausgedehnter dritter Halbzeit in Tresen-Nähe bereiten Dir ebenso viel Vergnügen wie Kegeln und Boule – Sportarten, bei denen man nicht fürchten muss, zu verdursten.“

Auch der Prinzenorden, den Hartmann der Tollität überreichte, zeugt von den Hobbys des Narrenherrschers. Das Unikat hat die Form eines offenen Transportcontainers, was auf den Beruf des selbstständigen Spediteurs anspielt. Das Stolbergwappen, ein Fußballspieler und ein Kegler zieren den Orden ebenso wie die Kappe der Ehrenhut, da Holli I. der Formation der Ersten Großen vorsteht.

Freilich wird er in dieser Session sein Amt als Oberehrenhut ruhen lassen und sich auf die jecke Regentschaft der Kupferstadt konzentrieren. Auch die Rolle als Stadtschreiber, die Schulz seit zwei Jahren übernommen hat, konnte Seine „Hollität“ natürlich jetzt nicht ausfüllen. Josef Gerards fungierte daher als Protocollarius und brachte die Gäste in der Burg-Galerie gekonnt zum schmunzeln (Proklamationsurkunde siehe Seite 18).

Bevor er sich dem neuen Prinzen widmete, richtete Bürgermeister Tim Grüttemeier das Wort an alle Kupferstädter Karnevalisten. „Im Namen unserer Stadt danke ich Ihnen allen für Ihren engagierten Einsatz“, sagte Grüttemeier. Die vielfältigen Veranstaltungen der Session seien „Werbung für Stolberg, Werbung für den Karneval“. An Holli I. gerichtet, erklärte der Bürgermeister: „Man hätte keinen besseren Nachfolger für Kurt II. finden können als Holli I.!“

Reisethron für Tollität

Die 2015er Session von Kurt II. griff auch Josef Behlau, Präsident des Karnevalskomitees der Stadt Stolberg, auf: „Deine liebenswerte Art und Dein Charme haben überall für beste Stimmung gesorgt“, sagte Behlau zu der Ex-Tollität, um darauf Holli I. anzusprechen: „Lieber Holli, wir freuen uns auf eine kurze aber heftige Session mit Dir an der Spitze. Ich bin mir sicher, der Rosenmontagszug wird Deine Triumphfahrt durch unsere Vaterstadt Stolberg.“

Ihre Gratulation an Holli I. sprach Karina Wahlen nicht in ihrer Funktion als stellvertretende Bürgermeisterin, sondern als Schwester der Tollität aus. „Ich wollte schon immer einen Prinzen zum Bruder haben“, meinte Wahlen und überreichte ihrem Bruder ein doch sehr originelles Geschenk. Dank des klappbaren Reisethrons braucht Holli I. sich über einen adäquaten Sitzplatz in dieser Session keine Gedanken zu machen.

Neben dem Auftritt von Tollität mit Hofstaat sorgten auch die „Garderottis“ tüchtig für Stimmung. Die Sänger aus den Reihen der Großen Rheydter Prinzengarde rissen mit ihrem ansprechenden Repertoire und eindrucksvoller Show die Gäste von den Stühlen.

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