Stolberg - Preisverfall und schwierige Lage: Förster schreibt 2010 rote Zahlen

Preisverfall und schwierige Lage: Förster schreibt 2010 rote Zahlen

Von: Jürgen Lange
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Ernte mit dem Harvester im Stadtwald: Die schwierige Lage auf dem Holzmarkt wird sich im kommenden Jahr bei den erwarteten Einnahmen aus Holzverkäufen bemerkbar machen. Foto: J. Lange

Stolberg. Es dürfte wohl das erste Mal sein, dass Förster Theo Preckel die Hoffnungen der Finanzbeamten im Rathaus auf sprudelnde Einnahmen aus Stolbergs Wäldern dämpfen muss. Mit einem Minus von 26.000 Euro schließt sein Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr ab, der dem Umweltausschuss auf seiner Sitzung am 14. Januar vorgelegt wird.

Der Grund für das voraussichtliche Defizit liegt im Wesentlichen im niedrigen Preis und schwierigen Absatz für Holz begründet. Seit im Januar 2007 der Orkan Kyrill durch die deutschen Wälder gefegt ist und folgende Stürme an den aufgerissenen Beständen kräftig gekratzt haben, sind die Preise auf dem Markt deutlich eingebrochen.

Dank seines schnellen Handelns und seines Verkaufsgeschicks konnte der Forstoberamtsrat das Sturmjahr noch mit einem Plus von fast 900.000 Euro abschließen - bei Einnahmen von mehr als 1,478 Millionen Euro und nur knapp 585.000 Euro Ausgaben. Doch seitdem neigen sich die rosigen Zeiten dem Ende zu.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Stolbergs Förster ein Plus von 266.000 Euro, dieses Jahr wird der Überschuss noch bei rund 32.000 Euro liegen. Bei einem geplanten Einschlag von etwa 5700 Festmetern konnten 320.000 Euro erzielt werden. Hinzu kommen Einnahmen aus Nebennutzungen (10.000 Euro), Jagdpacht (45.000 Euro), Zuschüsse (20.000 Euro) sowie Leistungsverrechnungen für die Unterstützung anderer Ämter (150.000 Euro).

Während Preckel diese Einnahmen konstant kalkuliert, rechnet er aber mit nur noch 295.000 Euro aus Holzverkäufen bei einer Ernte von 5300 Festmetern. Allerdings schränkt der Förster ein: „Der Holzabsatz gestaltet sich derzeit sehr schwierig, so dass keine genauen Prognosen über die Einnahmen gestellt werden können.” Und die sind ebenso abhängig von den Holzpreisen wie von den Sortimenten, die eingeschlagen werden können. Entsprechend der Lage auf dem Holzmarkt möchte Preckel den Einschlag auch variieren.

Vorgesehen sind zunächst 1360 Festmeter Fichte und 100 Festmeter Kiefer aus der Vornutzung - also beispielsweise bei der Durchforstung von Beständen, die ihre Erntereife noch nicht erreicht haben - sowie 440 Festmeter Fichte und 800 Festmeter Kiefer aus der Endnutzung - also aus Beständen, die das geplante Alter ihrer Ernte erreicht haben; gepflanzt wurden sie etwa 1910. Außerdem sind der Einschlag von 880 Festmetern Eiche und 220 Festmetern Buche sowie ein Volumen von 1500 Festmetern für unvorhergesehene Fälle eingeplant.

Nach der umfangreichen Wiederaufforstung von Beständen nach Kyrills Einschlag sollen im Stadtwald weiterhin neue Kulturen im üblichen Umfang gesetzt werden. Entsprechend der Standorte sollen insgesamt 36.100 Setzlinge in den Waldboden gebracht werden: 31.800 Rotbuchen, 1300 Eichen und 3000 Erlen. Inklusive der Lohnkosten werden die Neukulturen rund 60.000 Euro kosten.

Insgesamt summiert sich der kalkulierte Aufwand für das kommende Forstwirtschaftsjahr auf rund 546.000 Euro. Die Differenz gegenüber dem Vorjahr (513.000 Euro) bei nahezu gleichem Umfang an Leistungen ergibt sich im Wesentlichen aus gestiegenen Lohn- und Sachkosten, aber auch aus der gesetzlich Vorgeschrieben neuen Forsteinrichtung - vergleichbar einem Zehnjahresplan.
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