Predigt in Reimform in St. Lucia

Von: dö
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Die Pfarrer Hans-Rolf Funken (l.) und Andreas Hinze gestalteten gemeinsam den der Karnevalszeit gewidmeten Gottesdienst. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Nicht nur Stolberger Platt oder Kostüme waren das Reizvolle am Gottesdienst in der Kirche St. Lucia, sondern auch die Predigt in Reimform.

Anlass für die Predigt, der Gottesdienst war den Lebenden und Verstorbenen der KG Fidele Zunfthäre gewidmet, war der Karneval. Schließlich stehen die tollen Tage unmittelbar bevor, und Gottes Schutz ist unter diesen Umständen nicht fehl am Platz. Doch die von dem evangelischen Pfarrer Andreas Hinze gehaltene Predigt, er hatte zusammen mit dem katholischen Pfarrer Hans-Rolf Funken den Gottesdienst gestaltet, war trotz der Reimform von einer klaren Sprache und einer deutlichen Botschaft geprägt.

Denn Hinze wandte sich gegen den deutschen Rechtsextremismus und erteilte der derzeitigen US-amerikanischen Politik eine entschiedene Absage. „Auch die Narren haben etwas zu sagen. Wachsamkeit und Mut sind das Gebot der Stunde. Lasst uns das Salz und das Licht sein für eine bessere Welt“, versicherte der evangelische Pfarrer, der in wohl gesetzten Reimen seine Predigt gestaltet hatte. Nicht gerade üblich in einer Kirche, aber zum Schluss der Ansprache wurde der Hinze-Text von den rund 100 Gläubigen mit kräftigem Applaus belohnt.

Ansonsten wurde der Gottesdienst nach katholischem Ritus gehalten. Mit Wandlung und dem Empfang der Kommunion. Dem auch von Papst Franziskus geäußerten Wunsch nach einer gemeinsamen Abendmahlfeier von katholischen und evangelischen Christen gab auch Funken Ausdruck, indem er an den Besuch des Papstes am Reformationstag in Lund (Schweden) erinnerte. Der Gottesdienst endete mit dem Blasiussegen.

Die Erteilung des Blasiussegens, er geht zurück auf Bischof Blasius von Sebaste, der 316 das Martyrium erlitt, und ist eine alte katholische Tradition. Der Segen soll die Gläubigen vor Halskrankheiten schützen und ihnen Gesundheit und Heil bescheren. Zwei gekreuzte Kerzen in Halshöhe symbolisieren bei diesem Ritus die Handlung und den Verlauf der Segenserteilung.

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