Postrad: Auf drei Rädern von Haus zu Haus

Von: Von Ottmar Hansen
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Wo viele Steigungen zu bewältigen sind, kommt die Post vielleicht bald mit dem Dreirad. Foto: O. Hansen

Stolberg. Eigentlich verbindet man Dreiräder eher mit den ersten Fahrversuchen von Kleinkindern, doch bei der Post in Stolberg leisten die Drahtesel mit drei Rädern inzwischen wertvolle Dienste. „Ich bin restlos begeistert“, zeigt sich Zusteller René Stegmann angetan von seinem Dreirad, mit dem er seit vier Wochen die Post in seinem Bezirk ausfährt.

Wie berichtet, hat die Post bundesweit rund 20000 E-Bikes für ihre Briefträger angeschafft, doch die rollen nur auf zwei Rädern durch die Straßen. In Stolberg sind zehn Zusteller auf den elektrobetriebenen Zweirädern unterwegs. In Städten, in denen die Beschäftigten starke Steigungen zu bewältigen haben, wurden von der Post jetzt die ersten „E-Trikes“ mit drei Rädern in Dienst gestellt. Bundesweit werden es irgendwann einmal 1500 sein. In Stolberg sind es bis jetzt drei.

Hauptvorteil der Dreiräder ist: Sie tragen nicht nur Fahrer oder Fahrerin, sondern können zusätzlich mit bis zu 80 Kilo Briefpost beladen werden. „Papier kann ganz schön schwer sein“, schmunzelt René Stegmann. „Und das Rad kommt trotzdem ganz gut aus den Füßen“, freut er sich. Selbst bei den starken Steigungen, die in Stolberg zu bewältigen sind. „Und die beiden Akkus reichen für den ganzen Tag.“

Das E-Trike ist eine Spezialkonstruktion für die Post. Der Rahmen ist verstärkt, alle drei Räder sind mit Scheibenbremsen ausgestattet. René Stegmann kann zwischen fünf Gängen wählen. Das Rad kann auf ein Tempo von 24 km/h beschleunigt werden. Vier abschließbare Kästen für das Transportgut sind vorne und hinten fest auf dem Rad montiert. Da bleibt auch noch Platz für eine Regenjacke, die René Stegmann bei schlechtem Wetter überstreifen kann.

Bis vor vier Wochen hat Wegmann beim Austragen der Post einen Handwagen benutzt. Das war für den 41-Jährigen, der von Geburt an unter Kinderlähmung leidet, schon sehr anstrengend. „Da ist das Dreirad eine sehr große Erleichterung“, freut sich der Zusteller. Und er betont auch die Vorteile des dritten Rades gegenüber dem üblichen E-Bike: „Die Gefahr, dass man bei hohem Gewicht umkippt, ist natürlich geringer.“ Wie sich das Dreirad im Winter bewähren wird, müsse noch abgewartet werden. „Notfalls muss man bei glatten Straßen eben schieben.“

Damit sich niemand an Rad oder Briefen vergreift, können Rad und Postkästen abgeschlossen werden. Denn das Rad ist offenbar ein Blickfang. Immer wieder wird René Stegmann von Bürgern angesprochen, die ihm jetzt mit seinem neuen Rad begegnen. „Jeder will wissen, wie man darauf fährt und wo man so etwas bekommt.“

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