Stolberg - Positiver Blick in die Zukunft bei CAE

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Positiver Blick in die Zukunft bei CAE

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Thies Sander, Personalleiter, Marc-Olivier Sabourin, Geschäftsführer und Erich Meyer, Betriebsratsvorsitzender (v.l.) sehen der Zukunft des Unternehmens an der Straße Steinfurt 11 positiv entgegen. Foto: L. Beemelmanns
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Bei der CAE Elektronik GmbH am Standort Stolberg blickt man wieder positiv in die Zukunft. Denn das Unternehmen in der Steinfurt stellt in großem Stile neue Mitarbeiter ein. Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Bei der CAE Elektronik GmbH am Standort Stolberg blickt man wieder positiv in die Zukunft. Denn das Unternehmen in der Steinfurt stellt in großem Stile neue Mitarbeiter ein. 35 Arbeitsplätze seien in den vergangenen zwölf Monaten bereits vergeben worden, damit habe sich die Anzahl der Mitarbeiter um zehn Prozent gesteigert. Weitere 30 Stellen stehen noch offen.

Und das soll es auch noch nicht gewesen sein. „Perspektivisch werden es auch nicht weniger Stellen, sondern eher mehr“, sagt Thies Sander, Personalleiter.

Vor einigen Jahren sah das leider anders aus. Im August 2011 sagte der Betriebsratsvorsitzende von CAE, Erich Meyer, einen ähnlichen Satz – nur mit umgekehrter Bedeutung: „Es sollen sogar eher mehr als weniger werden“, hieß es damals. Gemeint waren damit die Mitarbeiter, die bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2012 das Unternehmen verlassen haben sollten.

Die Reform der Bundeswehr und die wirtschaftliche Entwicklung stellten das Stolberger Unternehmen damals vor eine große Herausforderung. Auch der langjährige Geschäftsführer Ulrich Aderhold verließ das Unternehmen. Nun solle alles anders werden.

Stellen in allen Bereichen

Gesucht werden jetzt in erster Linie Softwareentwickler, aber es gebe auch „offene Stellen in nahezu allen anderen Bereichen des Unternehmens“, sagt Marc-Olivier Sabourin, Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter. „Wir haben harte Jahre hinter uns“, sagt Erich Meyer. „Wir mussten das Vertrauen wieder aufbauen, denn jahrelang hatten die Menschen Angst um ihren Arbeitsplatz. Mit Marc-Olivier Sabourin hat sich das geändert. Wir haben wieder Vertrauen und die Mitarbeiter sind motiviert“, fügt er hinzu.

Derzeit arbeiten rund 380 Mitarbeiter in dem Unternehmen, das als deutsche Tochter eines weltweit führenden Anbieters Simulations- und Ausbildungstechnik für Piloten und fliegendes Personal entwickelt. 18 von ihnen sind Auszubildende. „Die Azubis sind ein guter Grundstein für uns. Sie lernen das Unternehmen von der Pike auf kennen“, sagt Sander. So solle es aber auch mit neuen Mitarbeitern sein. „Wir sind daran interessiert, dass die Mitarbeiter lange im Unternehmen bleiben und sich bei uns entwickeln können“, sagt Sabourin. Es gebe spannende Jobs im technischen Bereich.

Ob man damals etwas hätte anders machen können, sei nun schwer zu sagen. Immerhin hatten am Ende rund 200 Menschen ihren Job verloren. „Im Nachhinein ist man immer schlauer“, sagt Meyer. Man wolle niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Die Entscheidung über den Stellenabbau war schließlich nicht in Stolberg gefallen, sondern in Montreal, Kanada. Marc Parent, Präsident des Elektronik-Konzerns CAE, hatte in Montreal die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal auf den Tisch gelegt. Stolberg traf das damals wie ein Schlag ins Gesicht.

Meyer sagt, die aktuelle Geschäftsführung habe erkannt, dass die Mitarbeiter das höchste Gut seien und Teamarbeit wichtig sei. „Wir wollen in unsere Mitarbeiter investieren und sie sollen sich bei uns weiter entwickeln können. Außerdem konnten wir unsere Kunden davon überzeugen, den Weg mit uns zu gehen“, sagt Sabourin. Bei der Restrukturierung habe man Verluste eingefahren, nun sei das Unternehmen aber wieder profitabel, was die Einstellungen ermögliche.

Denn die Simulationstechnik sei gefragt. Der größte Kunde sei derzeit die Bundeswehr. Bei CAE entwickle man – vereinfacht gesagt – das, was die Bundeswehr in Zukunft brauche. Dazu gehören Trainings-Systeme und Simulationstechnik für Flug- und Landanwendungen. Aber auch Ausbildungsmittel für fliegende Besatzungen von Kampfflugzeugen, System- und Verfahrenstrainer für die Pilotenausbildung und Flug- und Taktiksimulatoren für die Luftwaffe sind Schwerpunkte.

„Simulationstechnik ist ein wichtiger Bestandteil, den wir heute in der Ausbildung nutzen“, sagt Oberstleutnant im Generalstab und Sprecher für Angelegenheiten der Luftwaffe, Gero von Fritschen. So könne man viele unterschiedliche Szenarien trainieren. Denn all diese Voraussetzungen, die die Simulation ermögliche, seien in der realen Welt im Trainingsbetrieb so nicht vorhanden. „Es gibt kein reell existierendes Trainingsgelände, das all diese Voraussetzungen erfüllen könnte – vor allem nicht in Deutschland. Durch die Simulation müssen unsere Truppen nicht in andere Länder reisen, um es dort darzustellen“, sagt von Fritschen. Außerdem sei die Simulation günstiger.

Von Fritschen sagt, dass diese Technik nicht nur aufgrund politischer Entwicklungen oder bestimmter Zyklen derzeit so gefragt sei, sondern weil sie sich weiterentwickelt habe. „Je weiter sich diese Technik entwickelt, desto mehr können wir sie für unsere Zwecke einsetzen. Und desto mehr nutzt man es auch“, sagt der Oberstleutnant.

So einer Simulationstechnik seien aber auch Grenzen gesetzt. „Sie ersetzt beispielsweise letztendlich nicht den tatsächlich reellen Flug. Aber man kann viel Geld sparen und erst einmal so trainieren. Die Großübungen in realer Welt folgen dann im Anschluss“, sagt er.

Als Arbeitgebermarke etablieren

Bei dieser ausgefeilten Technik ist es fast selbsterklärend, dass im wesentlichen hoch qualifizierte Mitarbeiter bei CAE eingestellt werden sollen. Über 60 Prozent der Mitarbeiter verfügen über einen Bachelor- oder Masterabschluss oder hätten promoviert. 30 Prozent hätten eine Ausbildung abgeschlossen und eine geringe Quote habe keinen Abschluss. Daher stelle CAE auch Kontakte zu den Universitäten in der Region her. Denn auch Absolventen sollen eingestellt werden. Man wolle versuchen, eine gute Mischung aus Berufsanfängern und erfahrenen Mitarbeitern zu finden. Es hätten sich auch einige wenige der damals entlassenen Mitarbeiter wieder gemeldet.

CAE wolle sich in der Region wieder deutlich mehr als Arbeitgebermarke etablieren. Dass nicht alle Stellen auch von Bewerbern aus der Region besetzt werden können, das wissen Sabourin, Sander und Meyer. „Der Fachkräftemangel ist eine Herausforderung für uns“, sagt Sander. Daher versuche man, ebenso die Arbeitsmärkte im Ausland anzusprechen.

Zudem müsse das Unternehmen mit einer gewissen Einarbeitungsphase planen. Denn es sei eine komplizierte Technik, mit der CAE arbeite. Die neuen Mitarbeiter werden etwas Zeit benötigen, um voll einsetzbar zu sein. Aber das gehöre eben dazu. Schließlich sollen die neuen Mitarbeiter diesmal auch lange im Unternehmen bleiben.

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