Stolberg - Pionierarbeit im Rittersaal von „Hogwarts“

Pionierarbeit im Rittersaal von „Hogwarts“

Von: Dirk Müller
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Der niederbayrische Newcomer Maxi Gstettenbauer eröffnet die neue Reihe von Comedy- und Kabarettveranstaltungen im Rittersaal der Burg und begeistert das Publikum. Foto: D. Müller

Stolberg. Vielleicht ist es ein wenig übertrieben gewesen, als Maxi Gstettenbauer meinte: „Wir sind die Pioniere: Wir haben Indien entdeckt!“ Ganz unrecht hatte der junge Comedian damit aber nicht, denn sein aktuelles Programm „Maxipedia“ bildete den Auftakt der neuen Reihe mit Kabarett und Comedy, die Kulturmanager Max Krie­ger in Kooperation mit der Kleinkunstinitiative Euregio von Agnes und Walter Danz im Rahmen des Kupferstädter Kulturprogramms präsentiert.

Im Rittersaal der Burg zeigte Gstettenbauer sich begeistert von dem Spielort, den er in bester Stand-up-Manier für seine humorvollen Ausführungen vereinnahmte.

„Willkommen in Schloss Hogwarts“, eröffnete er und erkannte in der Galerie der Burggrafen sogleich die Lehrer des Zauberinternats, an dem Harry Potter ausgebildet wurde. Gstettenbauer begeisterte das Publikum mit jungem, frischem Humor, legte große Stegreifqualitäten an den Tag. Dem Comedian gelang es mit lockerer wie äußerst witziger Art, die Gäste in sein Programm einzubinden, wobei er es „gerade noch rechtzeitig“ schaffte, zu verhindern, dass im Rittersaal eine „TV-Total-Publikum-Selbsthilfegruppe“ entstand. Auch damit, dass bei der ersten Comedy-Veranstaltung im Rittersaal der Burg die Besucherzahl durchaus ausbaufähig war, ging Gstettenbauer souverän um.

„Ich bin mal in einem kleinen Ort in der Eifel aufgetreten, wo manche Einwohner ihr eigener Vater sind“, beschrieb er, dass der Abend ausverkauft gewesen sei, der Veranstalter aber auch nur acht Stühle aufgebaut habe. Warum er ohne Mikrofon sprach, veranschaulichte Gstettenbauer an den betagten Boxen auf der Bühne: „Hier gibt es kein Soundsystem, sondern Boxen aus dem 13. Jahrhundert, über die zuletzt Kaiser Wilhelm seine Reden hielt. Dazu passt das Mikro gut. Es ist in Wirklichkeit nur eine Dose mit einer Schnur dran“, scherzte Gstettenbauer, der auch ohne akustische Hilfsmittel das Publikum erreichte und glänzend unterhielt.

Der Niederbayer, der zu seiner Herkunft steht – „ich habe nun mal das rollende ,R‘ und werde es auch nicht mehr los“ – nahm zur Freude der Gäste zahlreiche digitale und mediale Phänomene auf die Schippe, berichtete etwa von einer Freundin, die sich ein neues Handy gekauft habe, weil ihr altes „voll“ gewesen sei. „Sie hatte 11000 Fotos drauf, und welche davon zu löschen, war ihr zu anstrengend.“ Bei seinen köstlichen Betrachtungen des omnivernetzten und multimedialen Zeitgeistes nahm Gstettenbauer sich selbst nicht aus.

Er habe sich zum Beispiel einmal den Spaß gegönnt, auf der Videoplattform „Youtube“ den Suchbegriff „Nix“ einzugeben. „Das muss man sich mal vorstellen: Ich habe 60.000 Videos gefunden, obwohl ich gar nix gesucht habe.“ Ernster sei das dramatische Ereignis für ihn gewesen, als ihm sein brandneues Smartphone herunterfiel.

Plastisch führte der Comedian dem Publikum die Tragweite der Tragödie vor Augen und erntete dafür viele lautstarke Lacher. Ebenso wie für die Vorsichtsmaßnahmen, die er hinsichtlich etwaiger künftiger „Handy-Katastrophen“ getroffen habe: „Ich habe mir gleich eine trendige, moderne und massive Handy-Schutzhülle aus Kryptonit besorgt und zur Sicherheit noch ein altes Nokia-Handy drumgebaut.“

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