Stolberg-Mausbach - Pingenfelder der Grube Diepenlinchen in Stolberg nun geschützt

Pingenfelder der Grube Diepenlinchen in Stolberg nun geschützt

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Stolberg-Mausbach. Die Blei- und Zinkerzlagerstätten im Bereich von Stolberg gehören aus Sicht des Amtes für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland zu den bedeutendsten ihrer Art in Nordwesteuropa: „Bereits für die vorrömische und römische Zeit ist hier Bergbau nachgewiesen“. Erhalten geblieben davon sind noch einzelne alte Pingenfelder und Schachtreste alter Erzgruben sowie Halden.

Neben dem Schlangenberg in Breinigerberg ist es vor allem das Grubenfeld Diepenlinchen, in dem über Jahrhunderte Bergbau betreiben wurde.

Am Mittwoch folgte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt dem Antrag der Bodendenkmalpflege und stellte ein umfangreiches Pingenfeld im überwiegend privaten Waldgebiet Wolfshecke oberhalb des Steinbruchs Hammer unter Bodendenkmalschutz. Es erstreckt sich auf mehr als 1500 Meter von Süd- nach Nordwesten. Die Breite variiert zwischen wenigen bis zu 160 Meter.

In dem lichten Hochwald finden sich mehrere Schachtpingen des vor der Mitte des 19. Jahrhunderts dort umgegangenen Bergbaus. Deutlich seien die Schächte und die umlagernden Bergehalden sowie kleinere Schürfgruben für die Fachleute zu erkennen. Laut Bodendenkmalschutz haben die Pingen eine Größe von 1,3 Meter, die Schürfgruben seien bis zu fünf Meter groß mit einer Tiefe zwischen 0,5 und 1,4 Meter.

An einem Wirtschaftsweg liegen zudem zwei Schächte aus jüngerer Zeit des Betriebspunktes Ravelsberg. Die Denkmalschützer gehen von Lüftungsschächten aus, die bis auf die Stollensohle in 85 Meter Tiefe führen.

In einem weiteren, nicht mehr so gut erhaltenen Pingenfeld in Richtung Hammerberg liegen Haldenreste eines verfüllten und bergmännisch gesicherten Schachtes.

Ende des 19. Jahrhunderts waren 13 Erzgänge im Grubenfeld bekannt. Seit dem Spätmittelalter stand der zunächst übertägige Bergbau im engen Zusammenhang mit der Messing- und Zinkindustrie. In Bereich der Grube Diepenlinchen erreichte später die tiefste Abbausohle 374 Meter. Nach dem Ersten Weltkrieg und einem Arbeiterstreik wurde der Betrieb hier 1919 eingestellt.

 

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