Pilzaktionstag der Stolberg-Touristik: Sonderlinge auf dem Tisch

Von: Toni Dörflinger
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Geschmack, Genuss und Vielfältigkeit garantiert : (v.l.) Ellen und Olaf Grünwald, sowie Schwester Maria Regina und Peter und Cornelia Steyns lassen sich von Expertin Gabi Jansen (4.v.l.) bei der Auswahl und Verwendung ihrer Pilzernte beraten. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. Die kleine Gruppe hat ihr Sammelgut auf dem Tisch ausgebreitet: Pilze, deren Farbspektrum von dunkel- bis rotbraun reicht und von klangvollen Namen wie Ritterling, Parasolschirmpilz oder Hexenröhrling geprägt sind.

Besonders angetan hat es der 15 Personen starken Gruppe, die mit dem Pilzaktionstag ein Angebot der Stolberg-Touristik wahrgenommen hat, der mittelbraune Hallimasch. Denn das mittelbraune, hutförmige Naturgewächs konnte an diesem kühlen, aber trockenen Herbsttag im Gelände rund um das Zweifaller Karmel besonders reichhaltig entdeckt und gesammelt werden.

Schließlich hat die kleine Gruppe, zu der auch Schwester Maria-Regina vom Karmel gehört, mit Gabi Jansen eine Pilzexpertin gefunden, die vielfältige Tipps zu Auswahl, Genießbarkeit und Verwendung der Pilze parat hat.

Denn gerade bei Pilzen ist Vorsicht geboten. Leicht können essbare Pilze mit giftigen Exemplaren verwechselt werden.

Und das Pilzkunde auch Veränderungen unterworfen ist, macht die 58-jährige Expertin am sogenannten Kahlen Krempling deutlich: „Der Kahle Krempling, der besonders in Osteuropa gerne gesammelt wird, galt lange Zeit als genießbar. Neue Untersuchungen kommen aber zu dem Ergebnis, dass der gelbbraune Pilz Giftstoffe enthält und somit ungenießbar ist und dem Menschen gefährlich werden kann. Also kann man sich nicht immer auf Pilzratgeber verlassen, die vor 1960 gedruckt wurden“, rät die Pilzsachverständige, die 1977 ihre Pilzberaterprüfung abgelegt hat und sich seitdem mittels Kursen und dem Studieren von Literatur weiterbildet und sich mit den aktuellen Erkenntnissen der Pilzforschung auseinandersetzt hat.

Erfahrungen hat Jansen, die volkstümlich als Kräuterhexe bezeichnet wird, aber auch durch eigene Begehungen, Erkundungen und Exkursionen gesammelt, die sich nicht nur mit der heimischen Pilzwelt, sondern auch der regionalen Kräuter- und Pflanzenkunde beschäftigen.

Erfahrung weitergeben

Ihre Erfahrung gibt die 58-Jährige in vielfältigen Seminaren und Wanderungen weiter, die immer wieder auf großes Interesse stoßen. Begonnen hatte die Gruppe ihren Pilzaktionstag mit dem Suchen und Sammeln der Pilze, in dem von Buchen, Eichen und Fichten bewachsenen Waldgelände, das unterhalb des Klosters liegend, sich in Richtung Vicht erstreckt.

Ausgerüstet waren die Sammler dabei mit kleinen Messern und Weidenkörben. Denn Pilze dürfen nicht einfach ausgerissen werden, sondern müssen am Stielanfang abgeschnitten werden. Ausreißen würde das Wachstum im nächsten Jahr behindern. Und grobmaschige Körbe deswegen, weil das Sammelgut Luft bekommen soll.

Im Kloster angekommen, wo auf die Teilnehmer der Pilzaktion eine Mittagsmahlzeit sowie eine Kaffeetafel wartete, wurde ein Teil der Ausbeute für die Zubereitung einer leckeren und cremigen Pilzsuppe verwendet. Um die Zubereitung der gehaltvollen Mahlzeit zu erleichtern, hatte Schwester Maria-Regina zuvor in der Klosterküche Kartoffeln geschält und gekocht sowie Gemüse geputzt und gedünstet.

Verfeinert wurde die Suppe dann durch die Zugabe der vom Waldboden aufgelesenen oder an Baumstümpfen entdeckten kleinen und zierlichen Naturgewächse.

Wie eingangs schon betont, spielte der Hallimasch, der im rohen Zustand leicht säuerlich und holzig schmeckt, eine große Rolle. Nach dem Essen stand dann die weitere Begutachtung des Sammelgutes auf dem Programm – wobei Jansen dann Reklame in eigener Sache machte: „Wer sich unsicher über die Verwendbarkeit und Eignung des Sammelgutes ist, sollte auf jeden Fall den Rat eines Pilzexperten einholen“, versicherte die Sachkundige, die anschließend stichprobenartig einzelne Pilze in die Hände nahm und den Besuchern anhand von mitgebrachter Literatur die Besonderheiten und Merkmale der Pilze erklärte.

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