Pflegeheim in der Propst-Grüber-Schule

Von: Jürgen Lange
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Im Juli 2017 endet das letzte Schuljahr der Propst-Grüber-Hauptschule auf der Liester. Dann soll anstelle des Schulgebäudes eine Pflegeeinrichtung mit 80 Plätzen zuzüglich einer Tagespflege entstehen, die vom Seniorenheim am Amselweg als Ersatz der dortigen Pflegestation betrieben werden soll. Sie muss zum 1. August 2018 den Betrieb aufnehmen. Foto: J. Lange

Stolberg. Noch in diesem Jahr soll eine europaweite Ausschreibung die Vermarktung der Propst-Grüber-Hauptschule auf der Liester und damit eine Lösung für das Seniorenzentrum am Amselweg herbeiführen.

Denn spätestens zum 1. August 2018 muss die städtische „Seniorenwohn- und Sozialzentrum Betriebsführungs-GmbH“ eine Alternative für die heutige Pflegestation im Haus am Amselweg bieten können, um die Einrichtung wirtschaftlich betreiben und den Anforderungen gerecht werden zu können.

In knapp drei Jahren müssen Wohn- und Pflegeeinrichtungen einem im Vergleich zu heute wesentlich verbesserten Standard gerecht werden können. Dieser wird in dem Altbestand ebenso wenig realisiert werden können wie auf der ursprünglich angedachten Grünanlage zwischen Amselweg und dem Stichweg der Ardennen­straße; dort fehlt ausreichend Platz, um eine neue Pflegestation mit 80 statt bislang 61 Plätzen etablieren und betreiben zu können.

Die 2. SI-Verwaltungsgesellschaft mbH als neue Eigentümerin des Gebäudes in der Nachfolge der LEG hat sich bereits als Vermieterin mit der Stolberger Betriebsführungs-GmbH als Mieterin darauf verständigt, die heutige Pflegestation auf der Rückseite des Gebäudes in Seniorenwohnungen umzuwandeln. Bis dato sind die insgesamt 152 freundlichen Appartements mit 46 oder 57 m² nebst Balkon stark nachgefragt. Ein hauseigener ambulanter Pflegedienst gehört von Anfang an zum Angebot der 1977 eingeweihten Einrichtung. Die Abteilung zur stationären Pflege ist derweil ein wenig in die Jahre gekommen, und seit Jahren sucht die Kupferstadt eine finanzierbare und realisierbare Lösung.

Der Wechsel des Eigentümers des Gebäudes und das Auslaufen der Propst-Grüber-Hauptschule auf der Liester eröffnen der Kupferstadt nun die Möglichkeit, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. „In nur 300 Metern Luftlinie vom Seniorenzentrum entfernt kann ein neues Pflegeheim errichtet werden“, erläutert Tobias Röhm in seinen Ausführungen für die Fachausschüsse am 28. und 29. Oktober sowie Hauptausschuss und Stadtrat am 3. November. Dort soll das Projekt und eine europaweite Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Letztere ist erforderlich aufgrund der absehbaren Grundstücks- und Baukosten.

Die Kupferstadt möchte das Schulgebäude sowie das umliegende Schulhofgelände inklusive der ungenutzten Tennisplätze veräußern, während die Turnhalle, die derzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge dient, in städtischem Eigentum verbleiben soll.

Die städtische „Seniorenwohn- und Sozialzentrum Betriebsführungs-GmbH“ wiederum soll mit einer Laufzeit von bis zu 25 Jahren Mieter werden von der neuen Pflegeeinrichtung, die der gesuchte, renommierte Investor mit weitgehenden Erfahrungen errichten soll. Um die neue Einrichtung der bestehenden Bebauung anzupassen, soll die zukünftige Pflegeeinrichtung für Senioren mit 80 Plätzen sowie einer Tagespflegestation aus städtebaulichen Gründen maximal dreigeschossig sein.

Doch das rund 23 000 m2 große Gelände bietet weitere Möglichkeiten. „Da das neue Seniorenzentrum weniger als die Hälfte des städtischen Grundstückes in Anspruch nehmen wird, hat der Investor die Möglichkeit, auf dem restlichen Grundstück eine Wohnbebauung zu realisieren“, sagt der Technische Beigeordnete. Auf dieser als allgemeines Wohngebiet auszuweisenden Fläche sind derzeit noch alle Wohnformen denkbar. Die Verwaltung möchte sich noch nicht festlegen, ob konventionelle Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser oder spezielle Angebote etwa in Form eines weiteren barrierefreien Wohnraums realisiert werden soll.

Gewiss ist aber jetzt schon, dass die Stadt das Grundstück nur vollständig verkaufen wird. „Wir erwarten ein städtebauliches Gesamtkonzept“, betont Röhm. Bei einem Verkauf an unterschiedliche Investoren sei dies nicht oder nur sehr viel schwerer zu gewährleisten. Gleichwohl soll dem Investor die Möglichkeit eingeräumt werden, für Teilprojekte mit Partnern zu kooperieren oder Bietergemeinschaften einzugehen. In jedem Fall will die Verwaltung der europaweiten Ausschreibung einen umfassenden Katalog beilegen mit detaillierten Vorstellungen insbesondere zur Realisierung der Pflegeeinrichtung.

Hingewiesen wird auch auf drei vorliegende Gutachten zu dem Areal. Nach der Untersuchung auf Bergbauschäden seien keine Auswirkungen des Altbergbaus zu erwarten. Allerdings weise ein Bodengutachten auf einen aufgrund von Auffüllungen unterschiedlich ausgeprägten Untergrund hin. Und ein Lärmschutzgutachten empfiehlt eine Schutzanlage zwischen dem Sportplatz Kranensterz und der Wohnbebauung.

Gelingt die von der Verwaltung avisierte Vermarktung des Propst-Grüber-Geländes, könnte damit auch ein städtischer Zuschuss zu einer Aufwertung des Sportplatzes erwirtschaftet werden. Der FC Adler Büsbach plant bereits seit längerem eine Umwandlung des Aschenplatzes in ein Kunstrasenspielfeld und spart bereits fleißig auf dieses Ziel hin.

Allerdings unterliegt das gesamte Projekt einem ambitionierten Zeitplan. Nach europaweiter Ausschreibung wird nicht vor Frühjahr 2016 die Auswahl eines Investors erfolgen können. Der muss zwar bis Anfang August 2018 die Bezugsfertigkeit der Pflegeeinrichtung gewährleisten, wird aber nicht vor Juli 2017 mit wichtigen Bauarbeiten beginnen können, weil erst dann das letzte Schuljahr der Hauptschule auf der Liester ausgelaufen ist.

Baugenehmigungen werden auch nicht vor Frühjahr 2017 vorliegen können, weil die Verwaltung mit mindestens einem Jahr für die Bauleitplanung kalkuliert. Lediglich die Realisierung der Wohnbebauung ist nicht diesem Zeitplan unterworfen.

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