Petra Müller im Camp Astrid: Lösungsvorschläge im Gepäck

Von: Jürgen Lange
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Neue Wege für Stolberg im Bli
Neue Wege für Stolberg im Blick: Bernd Engelhardt, Petra Müller, Dr. Wolfgang Zimdars, Bernd Kistermann und Frank Gilles (v. Foto: Lange

Stolberg. Umfangreich informiert werden muss Petra Müller (FDP) schon gar nicht mehr, als der Erste Beigeordnete Dr. Wolfgang Zimdars, Fachbereichsleiter Bernd Kistermann und Frank Gilles als Vertreter der Wirtschaftsförderung die Bundestagsabgeordnete am Donnerstagabend im Gewerbegebiet Camp Astrid begrüßen.

„Sie haben sechs Firmen angesiedelt, führen mit 20 weiteren Gespräche und haben große Probleme”, bringt die Aachenerin die Sache gleich auf den Punkt. Petra Müller überzeugt nicht nur durch solides Fachwissen, sondern liefert auch gleich Vorschläge zur Lösung.

Auch zum Thema Nr. 1, dem Autobahnanschluss. „Stolberg muss überhaupt erst einmal einen formalen Antrag für eine Zufahrt an die A4 stellen und seinen Bedarf kräftig untermauern”, sagt die FDP-Sprecherin im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Denn erst dann biete sich die Handhabe, konkret über Kosten und Planung in Berlin sprechen, was durch den Druck aus der Bevölkerung untermauert werden müsse. Das werde zwar seine Zeit dauern. Vielleicht ergebe sich ein Provisorium als preiswerte Alternative, zumal die Zukunft der von „Tank & Rast” betriebenen Raststätte Aachener Land ungewiss sei. Auf ähnlichen Wegen scheint Müller auch Erfolge beim ICE-Halt in Aachen verbuchen zu können.

Gewiss sei allerdings, dass die Stadt noch in diesem Jahr die im DB-Besitz verbliebenen sieben Hektar des Camp Astrids an der Bahnlinie erwerben müsse, mahnt Petra Müller. Dort gebe es zwar eine Diskussion mit der Wasserbehörde über eine Einleitung in den Saubach, aber ohne Erwerb drohe der Stadt, bereits gezahlte Zuschüsse zurückzahlen zu müssen.

Dabei bietet dieses Filetstück des ehemaligen Militärlagers mit Gleisanschluss Stolberg eine Chance, rät Petra Müller: „Lassen Sie dort ein Logistikzentrum planen” - so wie es einst auch die Belgier betrieben haben. Im Zusammenspiel mit den Kapazitäten des Stolberger Bahnhofs, dem Umschlagplatz, den freien Flächen des Gewerbegebietes sowie einem Autobahnanschluss könne solch ein regionales Güterverteilzentrum für Stolberg eine lukrative Lösung sein. „Man muss immer nach neuen Wegen suchen”, sagt Müller, „und kann nicht nur mit dem Kopf gegen den Berg rennen, wenn man ihn doch nicht versetzen kann.” Bei der Gewerbeimmobilien-Messe „Expo Real” im Oktober in München böte sich der Stadt eine gute Gelegenheit, solch ein Logistikzentrum anzustoßen.

Einen weiteren Anstoß gibt die Abgeordnete der Stadtspitze mit auf den Weg. Mit einem neuen Förderprogramm ohne kommunalen Finanzanteil wird die Energetische Stadtsanierung gefördert. Ziel ist es, in Wohnquartieren 40 Prozent des Primärverbrauchs einzusparen, indem anstelle einzelner Gebäudeheizungen zentrale Kraftwerksanlagen eingesetzt werden. Projektpartner wären Energieversorger oder Wohnungsgesellschaften.

„Interessant ist das aber auch für Neubaugebiete”, blickt Petra Müller auf ein Klientel, das zukünftig im Aachener Campus arbeiten, aber in Stolberg wohnen könnte. Und die Altstadt mit der Euregiobahn-Anbindung böte sich als gute Wohngegend für Studenten an, meint Müller. „Es gibt Städte, die sie mit einem bezahlten Ticket zu ködern versuchen”.

Mehr Geld für Soziale Stadt und Energiesparen

Aufgestockt werden soll für das kommende Jahr die Städtebauförderung des Bundes von 455 auf 502 Millionen Euo, erklärte die FDP-Bundestagsabgeordnete Petra Müller in Stolberg am Donnerstag. Davon entfallen allein 92 Millionen Euro für ein neues KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung”.

Aufgestockt werden sollen die Mittel für das Projekt „Soziale Stadt von 28 auf 40 Millionen Euro im kommenden Jahr. Wie Müller erklärte waren nicht investive Maßnahmen aus der Förderung genommen worden, um die Dominanz von Großstädten beim Mittelabruf entgegenzuwirken.

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